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Sachsen-Krimi sucht neue Ermittler MDR besetzt Leipzig-"Tatort" neu

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Ein Team, aber nicht für immer: Simone Thomalla und Martin Wuttke.

(Foto: picture alliance / dpa)

In mehr als 20 "Tatort"-Folgen jagten Simone Thomalla und Martin Wuttke in Leipzig Verbrecher. 2015 haben die beiden Schauspieler ihren letzten Auftritt im Polizeiauto. Der MDR setzt die TV-Kommissare überraschend vor die Tür.

Noch dreimal "Tatort", dann ist Schluss: Das gilt zumindest für Simone Thomalla und Martin Wuttke alias Eva Saalfeld und Andreas Keppler. Wie der MDR bekannt gab, spielen die beiden TV-Kommissare aus Leipzig nur noch in drei Folgen des Leipzig-"Tatorts" mit, die in diesem und im nächsten Jahr ausgestrahlt werden. Und dann kommt der große Neuanfang.

Der öffentlich-rechtliche Sender will seiner Ausgabe der beliebten Krimi-Reihe nämlich eine Generalüberholung spendieren. Es sei an der Zeit, "den Tatort aus Sachsen mit einem neuen Auftritt in die Zukunft zu führen", sagte MDR-Fernsehdirektor Wolf-Dieter Jakobi. Die Besetzung und der Handlungsort sind offenbar noch völlig offen. Sicher ist aber: Parallel zur Produktion der letzten Folgen mit Thomalla und Wuttke, trifft man hinter den Kulissen schon die Vorbereitungen. Von der Runderneuerung verspricht sich Jakobi einen ähnlichen Schwung wie durch die neuen "Tatort"-Ausgaben in Erfurt und Weimar. Ähnlich wie hier wolle man nun auch den Sachsen-"Tatort" "neu positionieren".

Ab 2016 soll das runderneuerte Format mit neuem Ermittlerpaar und neuem Standort zu sehen seien. Eindeutig kommuniziert wird die Absetzung von Thomalla und Wuttke nicht. Und doch sind die Aussagen der MDR-Verantwortlichen unmissverständlich: Thomalla und Wuttke, die seit 2008 in über 20 Folgen ermittelten, sind raus. Die Reihe lebe zwar von der Konstanz, aber andererseits auch "von der Originalität, sich immer wieder neu zu definieren", erklärte Fernsehfilm-Chefin Jana Brandt. Der Leipziger Tatort habe Maßstäbe gesetzt, "dafür bin ich Simone Thomalla und Martin Wuttke dankbar. Ich bin sicher, unsere beruflichen Wege kreuzen sich wieder".

Münchner und Kölner am längsten dabei

Nach sechs Jahren setzt der MDR auf neue Gesichter. Weil die alten verbraucht sind? Zumindest zeitlich wohl kaum. Thomalla und Wuttke sind ein verhältnismäßig junges "Tatort"-Team. Andere sind weitaus länger im Einsatz. Die dienstältesten TV-Ermittler sind die Münchner Kommissare Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl, die seit 1991 fast 70 Folgen abgedreht haben. Die Kölner Klaus Behrend und Dietmar Bär alias Max Ballauf und Freddy Schenk traten 1997 zum ersten Mal vor die Kamera. Auch viele andere "Tatort"-Ausgaben sind personell seit mehr als zehn Jahren unverändert.

Tatsächlich dürften auch die Quoten eine Rolle gespielt haben bei der Entscheidung. Vergleicht man die durchschnittlichen Zuschauer-Zahlen der Krimi-Serie zwischen 2011 und 2013, fällt auf: Die Leipzig-Ausgabe landete mit 8,76 Millionen im unteren Drittel. An die Quoten der Kommissare aus Münster, Hamburg und Köln, die in den vergangenen Jahren regelmäßig die 10-Millionen-Marke übertrafen, kamen Thomalla und Wuttke fast nie heran. Bei ihrem letzten Auftritt in "Türkischer Honig" erhielten sie nur magere Kritiken.

Wie überraschend die Absetzung die beiden Schauspieler nun erwischt, ist nicht bekannt. Der schauspielerische Vorruhestand dürfte ihnen jedoch erspart bleiben. Beide waren in den vergangenen Jahren auch anderweitig gut beschäftigt. Wuttke ist abseits der Kamera auch ein begehrter Theaterdarsteller und -regisseur, Thomalla spielte allein 2013 in vier Fernsehproduktionen mit. Dem MDR zufolge kündigten beide bereits an, "künftig wieder mehr Zeit in neue Projekte zu investieren". Etwas anderes bleibt ihnen wohl auch nicht übrig.

Quelle: ntv.de

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