Unterhaltung
Woody Allens Film "Irrational Man" läuft außer Konkurrenz.
Woody Allens Film "Irrational Man" läuft außer Konkurrenz.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 17. April 2015

Filmfest in Cannes wird Heimspiel: Woody Allen drückt sich vor dem Wettbewerb

Das Programm der Filmfestspiele von Cannes füllt sich. Vor allem französische Filme stehen in diesem Jahr im Fokus des Wettbewerbs. Ein besonderer Augenmerk gilt aber einer Oscar-Preisträgerin, die in Cannes ihr Langfilmdebüt als Regisseurin feiert.

Französische Filme haben es den Organisatoren des Filmfestivals von Cannes in diesem Jahr besonders angetan. Mit vier Beiträgen allein im Wettbewerb ist das Gastgeberland gut aufgestellt. "Das ist ein schönes Jahr für Frankreich", sagt der künstlerische Leiter Thierry Frémaux. Weitere französische Filme könnten noch hinzukommen, erklärt Frémaux zuversichtlich. Das Festival findet vom 13. bis 24. Mai statt, bislang stehen 17 Filme fest, die auf der Croisette in den Wettbewerb gehen - darunter wie immer große Namen.

Italien wird etwa von Altmeister Nanni Moretti und seinem Film "Mia Madre" sowie von Paolo Sorrentino mit "Youth" vertreten. US-Filmregisseur Gus Van Sant geht mit "The Sea of Trees" in das Palmen-Rennen. Wieder zurück in Cannes ist auch der taiwanesische Altmeister Hou Hsiao-hsien mit "Nie yinninag" (The Assassin). Deutsche Filme sind wie im letzten Jahr nicht im Wettbewerb vertreten.

Auch Kultregisseur Woody Allen kommt nach Cannes. Sein Werk "Irrational Man" läuft aber außer Konkurrenz. "Ich habe versucht, ihn in den Hauptwettbewerb zu holen. Doch er wollte nicht", gestand Frémaux. Ebenfalls außer Konkurrenz läuft Natalie Portmans Langfilmdebüt "A Tale of Love and Darkness". In einer Mitternachtsvorführung wird die Doku "Amy" des Briten Asif Kapadia über die 2011 verstorbene Musikerin Amy Winehouse gezeigt.

Kampagne gegen "Unart der Selfies"

Zu den Beiträgen aus Frankreich gehören Jacques Audiard mit dem noch provisorischen Titel "Dheepan" und die Regisseurin Maïwenn mit "Mon Roi". Audiard gehört zu den Stammgästen in Cannes, wo er 2009 für "Ein Prophet" den Großen Preis der Jury gewann. Sein neuer Cannes-Film handelt von Tamilen in Paris. Die 38-jährige Maïwenn feierte auf dem Festival 2012 mit "Poliezei" ihren ersten großen Erfolg; dafür wurde sie mit dem Preis der Jury ausgezeichnet. Erstmals im Rennen mit dabei ist der Franzose Stéphane Brizé mit "La loi du marché", der auch mit Valérie Donzelli und ihrem Film "Marguerite et Julien" konkurriert.

Eröffnet wird das Festival "La tête haute" von der Französin Emmanuelle Bercot. Damit ist Cannes in diesem Jahr nach der Berlinale schon das zweite wichtige Filmfestival, dessen Eröffnungsfilm von einer Frau ist. In der Bercots Milieustudie über einen jugendlichen Kleinverbrecher steht unter anderem Catherine Deneuve vor der Kamera. An Stars fehlt es auch dieses Jahr wieder nicht auf der Croisette. Auf dem roten Teppich werden unter anderem Marion Cotillard, Cate Blanchett, Tom Hardy und Emma Stone erwartet. Dabei hofft Frémaux, die VIPs und Promis mit einer Kampagne von der "Unart der Selfies" abzubringen. Das sei albern und grotesk, erklärte er.

Für die renommierte Nebenreihe "Un certain regard" wurden bislang 14 Filme nominiert. Dabei kommen viele der Filmemacher aus Asien. Im vergangenen Jahr erhielt Wim Wenders für seinen Dokumentarfilm "Das Salz der Erde" den Spezialpreis der Sektion. Die Jury wird dieses Jahr von den US-Brüdern Ethan und Joel Coen angeführt. Es ist das erste Mal, dass die Jury von einer Doppel-Spitze geleitet wird.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen