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Verbotsantrag ist gescheitert Xavier Naidoo darf in Rostock auftreten

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Wie viele Fans er wohl noch hat? Xavier Naidoo.

(Foto: imago images / Kadir Caliskan)

Die Verschwörungstheorien, die Xavier Naidoo vom Stapel lässt, werden immer abstruser, die Verbindungen des Sängers zu rechten Populisten und Netzwerken immer offensichtlicher. SPD und Linke in Rostock wollten daher einen Auftritt von ihm untersagen. Doch ihr Antrag ist gescheitert.

Seit seinem Rauswurf bei "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) sind bei Xavier Naidoo wirklich alle Dämme gebrochen. Der Sänger setzt eine krude Verschwörungstheorie nach der anderen in die Welt, sodass mittlerweile einige ernsthaft an seinem Geisteszustand zweifeln.

Egal, ob es um den QAnon-Quatsch einer Kinderblut trinkenden Elite geht, darum, dass der Vatikan die Antifa ins Leben gerufen habe oder um so perfide Aussagen wie die, der von US-Polizisten getötete Schwarze George Floyd sei womöglich gar nicht tot - Naidoo ist dabei. Und auch daraus, dass für ihn der selbsternannte "König Stefan I. von Preußen" alias Reichsbürger Stefan Ratzeburg das einzig wahre Oberhaupt Deutschlands ist, macht Naidoo längst keinen Hehl mehr.

Doch nicht nur das. Auch seine Sympathien für rechte Populisten und seine Verbindungen zu entsprechenden Netzwerken trägt der 48-Jährige immer ungenierter zur Schau. So führte er etwa Anfang Juni mit dem Chefredakteur des rechten Magazins "Compact", Jürgen Elsässer, ein Youtube-Gespräch, an dem auch der Rechtspopulist und Verschwörungstheoretiker Oliver Janich beteiligt war. Unter anderem distanzierte sich Naidoo in dem Interview von dem Lied "Adriano", das er einst mit der Band Brothers Keepers gegen Rassismus und Rechtsradikalismus eingesungen hatte. Heute fühle er sich beim Gedanken an den Song "vergewaltigt", so Naidoo, der inzwischen daran zweifelt, dass es rechte Gewalt in Deutschland überhaupt gibt.

"Die Grenzen der Meinungsfreiheit"

Die Selbstdemontage des einstigen Schmusebarden hat mittlerweile auch den Ruf nach handfesten Konsequenzen laut werden lassen. So gibt es etwa in Dortmund und Rostock Forderungen, geplante Auftritte Naidoos zu verbieten. Doch zumindest in Mecklenburg-Vorpommern ist das jetzt vom Tisch. Die Rostocker Bürgerschaft lehnte einen entsprechenden Antrag von SPD und Linken mit knapper Mehrheit ab.

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Die beiden Parteien kommen in der Bürgerschaft zusammen auf 19 von 53 Sitzen. Zwar seien die freie Meinungsäußerung und die künstlerische Freiheit ein hohes Gut, argumentierten sie in ihrem Antrag, schränkten jedoch zugleich ein: "Die Grenzen der Meinungsfreiheit treten dort auf, wo diese zur Verbreitung intoleranten und diskriminierenden Gedankenguts missbraucht wird."

Die Mehrheit folgte dieser Einschätzung nach intensiver Diskussion jedoch nicht. Auch die Stadtverwaltung hatte eine kritische Haltung zu dem Verbotsantrag eingenommen. Da das Konzert nicht mit einer politischen Veranstaltung gleichzusetzen sei und gegen Naidoo auch keine straf- oder verfassungsrechtlichen Verfahren liefen, sei es schwer zu rechtfertigen, dieses zu untersagen. Demnach kann Naidoo im August 2021 in der Rostocker Stadthalle auftreten. Vorausgesetzt, das Coronavirus ist bis dahin unter Kontrolle. Aber an das glaubt Naidoo ja auch nicht.

Quelle: ntv.de, vpr