Essen und Trinken

Nur keine Socken! Erst klingen die Kassen, dann die Glocken

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Weihnachtsmann Willi ist seit 20 Jahren im niedersächsischen Celle im Dienst.

(Foto: picture alliance / dpa)

Am 3. Advent kann es auch der größte Weihnachtsmuffel nicht mehr ignorieren: Das Fest steht vor der Tür. Die Familie auch. Allerorten Weihnachtsmärkte und Gedrängel in den Kaufhäusern. To-do-Listen werden geschrieben und im Radio ist die Filmmusik zu "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" zu hören.

Das Fest spaltet die Nation. Die einen lieben Weihnachten über alles, haben längst sämtliche Geschenke für Kind und Kegel eingelagert, beschmücken und beweihräuchern rechtzeitig vier Wochen vor den Feiertagen alle freien Stellen im Haus, inklusive Gästeklo. Haus und Garten sind illuminiert und der Stromzähler rotiert. Die erste Runde Plätzchen ist längst gegessen, eine stattliche Tanne wartet aufs Aufstellen, der Baumbehang ist sortiert, der Festbraten bestellt. Zu den Weihnachtshassern ist dagegen wenig zu sagen: Sie buchen, falls der Geldbeutel es zulässt, eine Karibik-Kreuzfahrt.

Deutsche Haushalte verbrauchen in der Weihnachtszeit rund 500 Millionen Kilowattstunden Strom mit Lichterketten und hüftwackelnden Weihnachtsmännern. Mit einer derartigen Strommenge könnten 140.000 Haushalte ein Jahr lang vollständig mit Strom zu versorgt werden. Im Durchschnitt flimmern in jedem Haushalt sechs Leuchtdekorationen unterschiedlichen Ausmaßes, das sind etwa 8,5 Milliarden Lämplein. Die Stromrechnung im Januar könnte zur Bescherung werden …

Für Flimmer-Fans lohnt sich also durchaus die teure Anschaffung von LEDs. Laut Lichtblick benötigt ein neun Meter langer Lichtschlauch mit Glühbirnchen 140 Watt. Der Verbrauch eines gleichlangen Lichtschlauchs mit LEDs liegt bei nur rund 14 Watt. Die höheren Anschaffungskosten für LED-Leuchten amortisieren sich nach zwei bis drei Jahren, wie der Ökostrom-Anbieter errechnet hat.

Süßer die Kassen nie klingen

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Maroni findet man auf fast jedem Weihnachtsmarkt. Eine halbe Stunde müssen sie über Steinkohle rösten, um besonders weich und schmackhaft zu werden.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Dass Weihnachten als Fest der Liebe gilt, ist nur eine Seite der Medaille, denn in zunehmendem Maße wird es ein Fest des Geldbeutels. Weihnachtsmann und Christkind, Gans und Baum haben ihren Preis – und der wird immer höher. Und die meisten Verbraucher sind durchaus gewillt, tiefer in die Tasche zu greifen.  Nie klingen die Kaufhauskassen süßer als im Advent. Rund 82 Milliarden Euro werden wir uns dieses Weihnachtsfest kosten lassen, so sind die Schätzungen. Die Geschenke dürften dabei der größte Posten sein: Nach einer bundesweiten Befragung der privaten FOM Hochschule Essen (früher: Fachhochschule für Oekonomie und Management) will jeder Verbraucher etwa 400 Euro für Geschenke ausgeben. Wobei das natürlich der Durchschnitt ist, das Budget unterscheidet sich nach Wohnort, Alter und Job. Arbeitssuchende dürften da am Ende der Reihe stehen.

Und was wird nun geschenkt? Oft genug das, was sich der Beschenkte absolut nicht gewünscht hat. Kinder haben’s da einfacher: Sie schreiben einen Wunschzettel. Vielleicht sollten auch die Erwachsenen dazu übergeben, damit frau nicht schon wieder das gleiche Parfüm und mann das Rasierwasser wie im vergangenen Jahr unter der aktuellen Tanne findet. Am beliebtesten bleiben laut Befragungen Geldgeschenke, Bücher und Geschenkgutscheine. Das beißt sich ein wenig mit dem, was Statistiken über die am meisten gekauften Geschenke der Vorjahre aussagen: Bekleidung (Socken!), Textilien und Schuhe sowie Unterhaltungselektronik, Medien, Bild- und Tonträger. Dabei verbinden die meisten Deutschen nicht an erster Stelle Geschenke mit Weihnachten. Laut der Stiftung für Zukunftsfragen ist es der Tannenbaum, der für die meisten Weihnachten ausmacht (78 Prozent). Danach folgen gleichauf Geschenke und Zeit mit der Familie (71 Prozent) sowie guten Essen (70 Prozent). Die wenigsten, nämlich nur 41 Prozent, denken bei "Weihnachten" an das, was es wirklich ist: die Geburt Jesu Christi.

Bleiben wir beim Festmahl. Ehrlich gesagt: Ist es nicht auch ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk für die Familie, wenn ein gutes Essen auf den Tisch kommt? Die Gastgeber haben dafür meistens lange in der Küche gestanden – und auch tief in die Tasche gegriffen, sich raffinierte Rezepte ausgesucht und das gute alte Porzellan von Oma aus dem Schrank geholt. Das, was nach dem Essen nicht in die Spülmaschine darf!

Mattioli empfiehlt Kastanien

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Esskastanien wachsen vielerorts auch in Deutschland.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wie wäre es mal mit Maronen? Esskastanien sind gesund, nahrhaft und einfach zuzubereiten. Um die Frage gleich zu klären: Maronen sind Esskastanien, aber Esskastanien nicht unbedingt Maronen. Maronen oder Maroni sind eine Weiterzüchtung der wilden Esskastanie. Diese Edelkastanien (Castanea sativa) sind echte Nüsse und mit den "normalen" Kastanien, den sogenannten Rosskastanien (Aesculus hippocastanum), nicht verwandt. Rosskastanien heißen so, weil sie früher den Pferden ins Futter gemischt wurden, um den Tieren neue Kraft zu verleihen. Dem Menschen helfen Rosskastanienextrakte bei Venenerkrankungen. Die großen Maronen werden zumeist importiert. Die kleineren Esskastanien wachsen auch bei uns; sie reifen im Herbst, und mancherorts kann man sich mit den leckeren Früchten beim Waldspaziergang die Taschen füllen.

Maronen sind nicht nur größer als Esskastanien, sondern sie sind auch leichter zu schälen und schmecken aromatischer und süßer. Bei den Kastanien sitzen mindestens zwei, oft drei oder gar mehr Früchte in der stachligen Hülle. Das Fleisch ist stark segmentiert; dadurch lässt sich die innere Haut schwerer ablösen als bei den großen Maronen. Kastanien sind zudem weniger lagerfähig als Maronen.

Alle Esskastaniensorten enthalten wenig Eiweiß und Fett, dafür viele Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Paranüsse, Haselnüsse und Walnüsse enthalten 20mal mehr Fett als Maronen, die haben mehr Wasser. Maronen decken etwa ein Drittel des Tagesbedarfs an Vitamin E und ein Viertel des Bedarfs an Vitamin B6. Sie enthalten genauso viel Vitamin C wie Mandarinen. Außerdem liefern sie noch Kalium, Magnesium und Phosphor. Man könnte sie sogar roh essen, geröstet schmecken sie aber süßer. Beim Rösten verringert sich der Gehalt an Tanninen, die für den bitteren Geschmack roher Maronen verantwortlich sind. Nicht jedermanns Sache ist die mehlige Konsinstenz. Wem das zu trocken ist, sollte sie warm mit etwas Butter und Salz versuchen.

Heute sind Esskastanien Delikatessen, aber lange galten sie als das "Brot der Armen", weil sie durch den hohen Kohlenhydratgehalt recht sättigen und Kraft verleihen. Und so behauptete denn auch der italienische Arzt und Botaniker Pietro Andrea Mattioli im 16. Jahrhundert: "Gebratene Kastanien mit Pfeffer und Salz bestreut macht die Natur geil und unkeusch." Nun denn, zum Fest der Liebe also ein Maronen-Rezept. Aber naschen Sie nicht zu viel davon…

Maronenpüree mit Schlagsahne

Zutaten (4 Pers):

500 g Maronen
150 g Zucker
3 EL Rum
250 g Schlagsahne
1 Pä Vanillezucker

Zubereitung:

Die Maronen an der Spitze scharfen Messer kreuzweise einritzen. Das ist zwar etwas mühselig, muss aber sein, denn beim Erhitzen dehnt sich das Wasser in den Früchten explosionsartig aus und die Schalen würden dem Koch um die Ohren fliegen. Die Maronen in ca. ½ Liter Wasser weich kochen, abgießen und die noch heißen Früchte von Schale und Innenhaut befreien. Die Früchte pürieren und mit Zucker und Rum abschmecken.

Die Sahne mit dem Vanillezucker steif schlagen. Die Hälfte davon unter das Maronenpüree ziehen. Die Creme in Gläser füllen und mit dem Rest der Sahne garnieren.

Viel Erfolg und einen schönen 3. Advent wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de