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"The Rock" als griechischer Held Zeig mal Muskeln, Herkules!

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Gegen wilde Barbaren reicht die Keule: Herkules (Dwayne "The Rock" Johnson) zieht in den Kampf.

(Foto: 2014 Paramount Pictures and Metro-Goldwyn-Mayer Pictures)

Wo Dwayne Johnson draufsteht, ist "The Rock" drin. Das ist auch bei "Hercules" so. Dabei hat der Sandalenfilm in 3D neben viel Action auch noch einen überraschenden Dreh für die griechische Legende zu bieten.

Göttermythen und Heldensagen faszinieren die Menschen seit Jahrtausenden. Wurden sie früher in Liedern besungen oder traten in klassischen Dramen auf die Bühne, begegnet man ihnen heute in Filmen, Comics und Videospielen. Das gilt für Achilles und den Krieg um Troja oder Percy Jackson und den Olymp genauso wie für Noah und den nordischen Gott Thor.

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Der Mythos: Herkules im Kampf gegen den Nemëischen Löwen.

(Foto: 2014 Paramount Pictures and Metro-Goldwyn-Mayer Pictures)

Zu den berühmtesten jener Gestalten zählt auch der griechische Halbgott Herakles, den man hierzulande eher mit seinem römischen Namen Herkules ruft. In den 50er-Jahren wurde der Bodybuilder Steve Reeves durch die Rolle berühmt - jene europäischen Sandalenfilme genießen bis heute Kultstatus, auch wegen ihres hohen Trashfaktors.

Von "Scorpion King" zu "Hercules"

Nun tritt ein weiterer Muskelmann in seine Fußstapfen. Und es ist nicht irgendwer: Dwayne Johnson war ein erfolgreicher Wrestler, bevor er sich der Schauspielerei zuwandte. Oder sagen wir: der Beteiligung an Actionfilmen, schließlich hat er jede Menge Schrott abgedreht. Doch es waren auch finanzielle Erfolge darunter, etwa "The Scorpion King", "Welcome tot he Jungle" oder zuletzt "Fast & Furious" und "Snitch".

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Ein paar treue Gefährten stehen dem Helden zur Seite.

(Foto: 2014 Paramount Pictures and Metro-Goldwyn-Mayer Pictures)

So ist es alles andere als eine Überraschung, dass das Muskelpaket auch die Hauptrolle in "Hercules" von Regisseur Brett Ratner ("Rush Hour") übernommen hat, es geht schließlich um den stärksten Mann der Welt. So kann Johnson alle seine Muskeln zeigen, sogar in 3D. Sie sind allerdings so gewaltig, dass man sich fragen muss, wie er sich überhaupt noch bewegen kann, geschweige denn einen so flinken und schnellen Krieger spielen.

Schnell und flink muss er aber sein. Schließlich warten genügend Prüfungen auf den Helden. Im Schnelldurchlauf zeigt der Film, wie Herkules die berühmten zwölf Aufgaben der Götter besteht. Erst dann wendet er sich der Haupthandlung zu. Da kämpft Hercules an der Seite von König Cotys (John Hurt!) gegen den angeblich teuflischen Feind Rheseus (Tobias Santelmann) um die Vormacht in Thrakien. Sie sind aber nicht allein: Hilfe kommt von Hercules' kleiner, kampferprobter Söldner-Familie, dargestellt unter anderem von Rufus Sewell, Ian McShane und Ingrid Bolsø Berdal.

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Die Action lebt von der Athletik der Darsteller.

(Foto: 2014 Paramount Pictures and Metro-Goldwyn-Mayer Pictures)

Was Herkules jedoch nicht weiß: Cotys ist nicht der von außen bedrängte Herrscher, der er vorgibt zu sein. So geraten die Vorstellungen von Gut und Böse im Film immer mehr ins Wanken. Doch auch das Heldentum des Herkules bekommt den einen oder anderen Kratzer ab. Immer wieder wird er an ein schreckliches Erlebnis aus seiner Vergangenheit errinnert. Und ist er überhaupt ein Halbgott, wie die Legenden behaupten?

Frische Erzählung, überzeugende Action

Ja, das ist überraschend: "Hercules" wiederholt den altbekannten Mythos nicht einfach, sondern erneuert ihn. Der Film bietet nicht nur Muskeln, Schweiß, Schwerter und etliche Kampfszenen. Er findet auch noch einen Dreh, der die Legende variiert - das wird übrigens sehr schön im Nachspann gezeigt, denn man unbedingt abwarten sollte.

Doch so erfrischend die Erzählung im Vergleich zum sonstigen Action-Einheitsbrei auch ist, sie kann die Schwächen des Films nicht verbergen. Während Dwayne Johnson vor allem durch seine physische Präsenz überzeugt, die die Kamera immer wieder in Szene setzt, wirken andere Darsteller einfach deplatziert und hölzern. Die Darstellung einiger Charaktere ist sehr dürftig, was allerdings genauso wenig überrascht wie die Logiklöcher und das zu breit aufgetragene Ende.

Actionfans werden dagegen nicht enttäuscht. Die Geschichte wird in kurzweiligen 100 Minuten erzählt. Die Kampfszenen entbehren zwar wie üblich einer gewissen Logik, überzeugen aber durch die athletischen Darsteller. Der Humor kommt auch nicht zu kurz, vor allem weil der Glaube an Vorsehung und Schicksal mit einem Augenzwinkern behandelt wird. Aber es konnte ja auch keiner vorausahnen, dass dieser Film mit Dwayne "The Rock" Johnson auf positive Weise überrascht.

"Hercules" startet am 4. September in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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