Kino

"96 Hours - Taken 3" Liam Neeson ist auf der Flucht

96_Hours__Taken_3_Szenenbilder_20.72dpi.jpg

Mills bahnt sich seinen Weg - koste es, was es wolle.

(Foto: Universum Film GmbH)

Ach, endlich Ruhe. Zeit, sich um die Familie zu kümmern. Blöd nur, wenn die Ex-Frau tot im Schlafzimmer liegt und die Cops an die Tür klopfen. Aber für Ex-Agent Bryan Mills, Held der "Taken"-Reihe, ist das natürlich kein Problem.

Selten hat ein ausgewiesener Actionfilm so langsam begonnen wie der dritte Teil der "Taken"-Reihe mit Liam Neeson. Aber Ex-Geheimagent Bryan Mills wünscht sich nach zwei anstrengenden Entführungs-Abenteuern in Paris und Istanbul etwas Familienidylle und Ruhe. Er versucht Tochter Kim (Maggie Grace) ein guter Vater zu sein -  was peinlich endet. Und er spricht sich mit seiner Ex-Frau Lenore (Famke Janssen, "X-Men") aus, die in ihrer neuen Ehe unglücklich ist.

96_Hours__Taken_3_Szenenbilder_01.72dpi.jpg

Mills will die Familie beschützen, die ihm noch geblieben ist: Tochter Kim.

(Foto: Universum Film GmbH)

So trudelt der Film etwa 15 Minuten vor sich hin, bis kommt, was kommen muss: Der Frieden zerbricht und aus dem gemächlichen Film wird ein schneller Actionkracher. Als Mills vom Joggen nach Hause kommt, liegt seine Ex tot in seinem Bett. Die Polizei ist zur Stelle und Mills kann nur entkommen, weil er die Cops niederschlägt und in den Untergrund flüchtet.

Zehn Schnitte pro Sekunde

Nun muss er nicht nur herausfinden, wer hinter dem Tod seiner immer noch geliebten Ex-Frau steckt, sondern auch noch vor den Cops flüchten - Inspektor Frank Dotzler (Forest Whitaker, "Der Butler") ist ihm stets dicht auf den Fersen. Mills findet derweil eine Spur, die ihn zu dem brutalen russischen Gangster Oleg Malankov (Sam Spruell) führt. Steckt er hinter dem Mord an Lenore? Ausgerechnet Lenores neuer Ehemann Stuart St. John (Dougray Scott) bietet Mills Hilfe an.

96_Hours__Taken_3_Szenenbilder_04.72dpi.jpg

Inspektor Dotzler ist Mills auf den Fersen - aber der ist ihm eine Nasenlänge voraus.

(Foto: Universum Film GmbH)

Bis dahin hat der Film ordentlich Fahrt aufgenommen. So viel Fahrt, dass man als Zuschauer angesichts von gefühlten zehn Schnitten pro Sekunde nahezu erdrückt wird. Der interessante Aspekt: Wie eine Familie auf andauernde Gefahren von außen reagiert und ob sie diese übersteht, ohne auseinanderzufallen - diese Frage wird von der Action-Walze plattgedrückt. Dabei machte gerade die Familien-Konstellation die Faszination der Reihe aus, die spätestens mit dem zweiten Teil große Erfolge an den Kinokassen feierte.

Innovativ geht anders

Immerhin aber setzen der Action-erprobte Autor und Produzent Luc Besson ("Das fünfte Element", "Lucy") sowie Regisseur Olivier Megaton ("Colombiana") nach zwei Filmen nicht noch einmal auf die Entführungs-Idee. Und Liam Neeson hat schon früh klargemacht, dass es schon einen neuen Ansatz braucht, damit er noch einmal in die Rolle von Bryan Mills schlüpft.

Wirklich lange nachgedacht haben die Macher aber wohl nicht: Der Plot eines zu Unrecht beschuldigten Mannes, der vor der Polizei flüchtet und die wahren Täter sucht, ist alles andere als innovativ. Zwar gibt es schöne Ansichten von Los Angeles und einige interessante Wendungen, diese dienen aber vor allem dazu, noch eine weitere Schießerei draufzupacken. Liam Neeson sieht man leider auch an, wie unterfordert er ist - kein Vergleich etwa zu seinem Auftritt in dem wesentlich frischeren "Non-Stop". Die Funktion von Forrest Withaker als nachdenklicher Cop wird auch nicht wirklich klar, seine Figur bleibt blass.

"Taken 3" bringt eine Trilogie zu Ende und man merkt, dass die Luft raus ist. Die Mischung aus ruhiger Familienerzählung und rasanten Action-Sequenzen, die die Reihe etwa von "Stirb Langsam" abhob, funktioniert nur am Anfang. Irgendwann geht es nur noch um schnelle Autos, feuerkräftige Knarren und einen Vater, der um seine Tochter kämpft. Das ist ordentlich gemachte, aber gewöhnliche Actionware, die nur an der Oberfläche glänzt.

"96 Hours - Taken 3" startet am 8. Januar 2015 in den deutschen Kinos.

Quelle: ntv.de