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Seit 2013 muss jeder Haushalt in Deutschland den Beitrag zahlen - ganz unabhängig davon, ob es in dem Haushalt überhaupt einen Fernseher gibt oder Menschen, die öffentlich-rechtliche Sender schauen.
Seit 2013 muss jeder Haushalt in Deutschland den Beitrag zahlen - ganz unabhängig davon, ob es in dem Haushalt überhaupt einen Fernseher gibt oder Menschen, die öffentlich-rechtliche Sender schauen.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 21. August 2017

21 Euro für GEZ-Nachfolger?: ARD und ZDF treten auf die Bremse

Der Rundfunkbeitrag bleibt ein Zankapfel. Nicht zuletzt deshalb, weil ihn jeder Haushalt in Deutschland zahlen muss. Nun sorgt eine angeblich geplante Beitragserhöhung für Ärger - und die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten rudern zurück.

Der Rundfunkbeitrag und kein Ende: Erst am Wochenende meldete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung", dass die Gebühren schrittweise von derzeit monatlich 17,50 Euro auf 21 Euro im Jahr 2029 steigen sollen.

Und dies, obwohl erst vor wenigen Wochen die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) eine Senkung der Abgabe nicht ausgeschlossen hatte. Hintergrund der Überlegung war, dass das ZDF die teuren Übertragungsrechte an der Fußball-Champions-League verloren hatte und dadurch wohl in Zukunft mehrere 100 Millionen Euro sparen kann. Um wie viel Cent oder Euro der GEZ-Nachfolger dadurch günstiger werden könnte, ist bisher nicht bekannt.

Ungeachtet dessen hieß es nun, die Medienanstalten von ARD, ZDF und Deutschlandradio wollten im September den für sie zuständigen Bundesländern eine automatische Anpassung der Rundfunkbeiträge vorschlagen, um die geplanten Einsparungen von insgesamt 2,2 Milliarden Euro bis zum Jahr 2024 bewältigen zu können. Die Bundesländer hatten hingegen gefordert, dass es keine Beitragserhöhungen geben sollte.

Gegenüber der "Bild"-Zeitung relativieren die Sender nun ihre Forderung. ARD-Sprecher Steffen Grimberg: "Die Darstellung der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", wonach die ARD eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags bis 2029 auf 21 Euro fordere, ist frei erfunden.“ Demnach werde die ARD bei der KEF im Frühjahr 2019 ihren Bedarf für die vierjährige Beitragsperiode ab 2020 anmelden. Die Höhe des dann fälligen Beitrages sei "zum heutigen Zeitpunkt seriös nicht ansatzweise zu beantworten".

Ähnlich äußerte sich ZDF Intendant Thomas Bellut gegenüber der Zeitung. "Es ist wirklich keine Überraschung, dass es auch für die Herstellung öffentlich-rechtlicher Programme Preissteigerungen gibt", sagte er. "Wie hoch die sind, ermittelt die KEF schon viele Jahre. Ob es in Zukunft eine daran gekoppelte ständige Anpassung gibt, ist völlig offen. ZDF und ARD müssen bis Ende September vor allem Vorschläge machen, wie durch bessere Kooperation richtig Geld gespart werden kann."  

Quelle: n-tv.de

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