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Tenhagens Tipps Diese Krankenkassen bieten am meisten

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Wechselwillige sollten prüfen, ob die neue, günstigere Krankenkasse auch alle gewünschten Extraleistungen anbietet.

(Foto: picture alliance / dpa)

Gesetzlich Krankenversicherte können im neuen Jahr sparen. Zum einen ist der Zusatzbeitrag gesenkt worden, zum anderen muss dieser auch zur Hälfte vom Arbeitgeber mitgetragen werden. Doch bei welcher Kasse lässt sich am meisten sparen und wo gibt es die besten Leistungen? Finanztip-Chef Tenhagen gibt Auskunft.

n-tv.de: Jede Krankenkasse entscheidet ja individuell über die Beitragshöhe. Wie hoch liegt denn der Zusatzbeitrag derzeit im Schnitt?

Hermann-Josef Tenhagen:  Der liegt dieses Jahr bei 0,9 Prozent im Schnitt. Was daran liegt, dass etliche Kassen ihren Zusatzbeitrag gesenkt haben. Unter anderem auch der Branchenprimus TK, wo dieser jetzt bei nur 0,7 Prozent liegt. Es gibt auch Krankenkassen, wo der Zusatzbeitrag noch bis 1,6 Prozent geht. Bei 3000 Euro brutto ist das für den Beitragzahler im Extrem schon mal ein Unterschied von 13,50 Euro jeden Monat.

Wieviel weniger müssen denn Arbeitnehmer dadurch zahlen, dass der Zusatzbeitrag wieder paritätisch geteilt wird?

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Hierdurch werden Arbeitnehmer mit einem Einkommen von 3000 Euro und durchschnittlichem Zusatzbeitrag monatlich mit etwa 13,50 Euro weniger belastet, Rentner mit einer gesetzlichen Rente von 1200 Euro sparen rund 6 Euro monatlich. Pro Jahr werden so 162 beziehungsweise 72 Euro weniger fällig.

Und welche ist die günstigste bundesweite Krankenkasse?

Die günstigste, für alle gesetzlich Versicherten wählbare Kasse ist nach wie vor die HKK, die liegt bei knapp unter 15 Prozent Gesamtbeitrag - der Zusatzbeitrag liegt hier nur bei 0,38 Prozent.  Bei regional verfügbaren Kassen mag es auch nur regional verfügbare geben, die noch ein Zehntel günstiger sind.

Abgesehen vom Preis, bei welcher Kasse gibt es denn die besten Zusatzleistungen?

Die besten Zusatzleistungen gibt es bei der HEK. Die liegt, was den Zusatzbeitrag angeht, mit 1,1 Prozent aber etwas über dem Durschnitt. Das zweitbeste Leistungsprofil weist die TK auf.

Also sollten Versicherte zu einer günstigen Kasse wechseln?

Nicht unbedingt. Wer viel mit seiner Krankenkasse zu tun hat - beispielsweise ein chronisch Kranker - und zufrieden damit ist, wie ihm geholfen wird, dem würde ich keinen Wechsel empfehlen. Wenn ich mich aber ohnehin dauernd über meine Kasse ärgern muss, dann ist ein günstigerer Beitrag und ein Plus an Zusatzleistungen natürlich ein guter Grund zum Wechsel.

Wie funktioniert denn ein Wechsel zu einer günstigeren beziehungsweise zu einer Krankenkasse mit besseren Leistungen?

Wer jetzt wechseln möchte, schreibt seiner aktuellen Kasse per Einschreiben mit Rückschein, dass er raus möchte. Diese muss die Kündigung innerhalb von 14 Tagen bestätigen. Zeitgleich sollte man sich um die Mitgliedschaft bei der neuen Krankenkasse bemühen. Diese darf Versicherten auch dann nicht verwehrt werden, wenn sie bereits älter oder gerade in Behandlung sind. Versicherte müssen seit mindestens 18 Monaten Mitglied ihrer Krankenkasse sein, bevor sie zur Kündigung berechtigt sind. Es sei denn, die Kasse erhöht den Zusatzbeitrag. Dann besteht Sonderkündigungsrecht.

Ohne Krankenversicherung dazustehen muss niemand fürchten. Klappt der Wechsel beispielsweise deshalb nicht, weil irgendwelche Unterlagen verloren gegangen sind, dann bleibt der Versicherte bei der alten Kasse versichert.

Wie lange dauert denn der Wechsel?

Zwei volle Monate. Wer jetzt kündigt, kommt zum 1. Mai in die Neue rein.

Mit Hermann-Josef Tenhagen sprach Axel Witte

Quelle: n-tv.de

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