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And the winner is ... Dieser Test ist am gefragtesten

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(Foto: picture alliance / dpa)

Egal, ob Shampoo, Olivenöl oder Zahnpasta: Seit Jahrzehnten orientieren sich Verbraucher an den Ergebnissen der Stiftung Warentest. Nun gibt diese bekannt, welche Tests Verbraucher am meisten nachfragen - und ist selbst überrascht.

Seit 1964 ist die Stiftung Warentest stetiger Begleiter der deutschen Verbraucher. Und in den Jahrzehnten ihrer Existenz gibt es fast nichts, was die gemeinnützige Verbraucherorganisation nicht auf Konsumtauglichkeit geprüft und bewertet hat. Egal, ob Gurken, Rasenmäher, Schokolade, Zahnpasta, Toaster oder Tampons: Die Stiftung Warentest kennt die Testsieger und Konsumenten orientieren sich daran. Mit anderen Worten, die Stiftung Warentest ist eine Macht. 

Nun gibt Stiftungsvorstand Hubertus Primus in einem Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe bekannt, welches Produkt via Download am meisten abgerufen wird. Und ist selbst überrascht. Denn das erfolgreichste Thema ist: Tätärätä, Matratzen!

"Das ist auch für uns ein Phänomen", so Primus. "Wenn alle Themen so gut laufen würden, bräuchten wir keine staatliche Unterstützung mehr. Fast jeden Tag liegen Matratzen auf der Downloadliste ganz vorne."

Aus dem Jahresbericht der Organisation, der den Funke-Zeitungen vorliegt, geht hervor, dass die Stiftung 247.000 Euro im Jahr 2016 allein durch die Online-Verkäufe von Matratzen-Tests erwirtschaftete. Erst weit dahinter folgen Waschmaschinentests mit einem Erlös von 115.000 Euro.

Dabei spielt das Geschäft mit Bezahl-Inhalten im Netz für Warentest eine immer wichtigere Rolle. "Mit Einzel-Downloads und Flatrates, die Leser für die Online-Inhalte buchen können, haben wir 2016 knapp vier Millionen Euro erwirtschaftet. Eine Steigerung um knapp neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wir steuern darauf zu, dass die gewonnen Online-Abos langfristig die ausgleichen, die bei den gedruckten Heften verloren gehen."

Erfolgreich verlief auch das Geschäft mit den sogenannten Logo-Lizenzen. Anbieter können sich damit das Recht kaufen, für einen begrenzten Zeitraum mit dem Qualitätsurteil der Stiftung zu werben. Insgesamt wurden im Jahr 2016 631 Lizenzverträge abgeschlossen, was Einnahmen von rund vier Millionen Euro bedeutet. Dies entspricht etwa sieben Prozent an den Gesamterträgen der Stiftung. Die Auflage der beiden Zeitschriften "Test" und "Finanztest" ging hingegen weiter zurück, von 421.000 auf 411.000 sowie von 213.000 auf 206.000 Exemplare.

Mittelfristig möchte sich die Stiftung von der staatlichen Förderung lösen, die sie seit ihrer Gründung erhält, und vollkommen unabhängig arbeiten. Im Jahr 2016 erhielt Warentest laut Primus zehn Millionen Euro Stiftungskapital, welches 2017 um weitere 90 Millionen auf insgesamt 175 Millionen Euro aufgestockt wird. Das Stiftungskapital wird angelegt und die Erlöse daraus sollen die jährlichen Zuwendungen ersetzen.

Das dies auch für die Profi-Tester nicht so ganz einfach ist - obwohl es selbstverständlich auch diverse Veröffentlichung zur erfolgreichen Geldanlage gibt - zeigt das Jahr 2012. Hier hatte Warentest trotz üppiger Zuschüsse erstmals einen Verlust von 1,2 Millionen Euro gemacht. Der Grund? Die mangelnde Verzinsung des Stiftungskapitals.

Quelle: n-tv.de, awi

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