Ratgeber

Geld gegen die Teuerung Welche Entlastungszahlung wann auf dem Konto ist

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Na ja, ganz so viel ist es dann doch nicht. Aber immerhin.

(Foto: imago stock&people)

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Die Bundesregierung unterstützt die Bürger bei der Bewältigung der stark gestiegenen Lebenshaltungskosten. Mit ihren Entlastungspaketen, unter anderem mit der Energiepreispauschale, dem Kinderbonus und einem Heizkostenzuschuss. Wann was gezahlt wird, lesen Sie hier.

Die gestiegenen Lebenshaltungskosten treiben die Bürger um - und die Regierung. Deshalb hat die Ampel-Koalition beschlossen, die Menschen hierzulande zu unterstützen. In Form ihrer Entlastungspakete. Das 9-Euro-Ticket und der Tankrabatt sind bereits seit letztem Monat am Start. Nun werden weitere Entlastungen fällig.

Welche das sind und wann das Geld fließt, lesen Sie hier:

Einmalzahlung für Empfänger von Arbeitslosengeld 1 in Höhe von 100 Euro

Im Juli soll die Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro für Empfänger von Arbeitslosengeld 1 ausgezahlt werden. Begünstigt sind rund 4,8 Millionen Erwachsene in der Hartz-IV-Grundsicherung oder solche, die Leistungen aus der Grundsicherung für Ältere und Erwerbsgeminderte oder nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten.

Die Energiepreispauschale

Allen einkommensteuerpflichtigen Erwerbstätigen (Steuerklassen 1-5) wird einmalig eine Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro gezahlt. Nach dem Regierungsentwurf profitieren laut Bundesarbeitsministerium (BMAS) auch "alle in diesem Jahr geringfügig Beschäftigten von der Energiepreispauschale - sowohl die 450 -Euro-Minijobber wie auch kurzfristig (geringfügig) Beschäftigte - unabhängig von der genauen Art der Besteuerung."

Das Geld wird mit dem September-Gehalt 2022 vom Arbeitgeber überwiesen. Selbstständige erhalten einen Vorschuss über eine einmalige Senkung ihrer Einkommensteuer-Vorauszahlung. Der Zuschuss muss versteuert werden.

EEG-Umlage fällt weg

Die EEG-Umlage ist bereits zum 1. Januar auf 4,43 Cent pro kWh (brutto) gesunken. Nun fällt sie nach 20 Jahren ganz weg - befristet bis zum 31. Dezember 2022, um die Haushalte bei den gestiegenen Stromkosten zu entlasten beziehungsweise den starken Anstieg etwas zu dämpfen und für stabilere Strompreise zu sorgen.

Laut dem Vergleichsportal Verivox ergibt sich derart auf Jahressicht für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 kWh eine Entlastung von rund 177 Euro (brutto). Ein Single-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 1500 kWh spart rund 66 Euro (brutto), größere Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 6000 kWh rund 266 Euro (brutto). Kurzfristig profitieren also Bestandskunden, mittel- bis langfristig wirkt der Umlagen-Stopp aber allenfalls dämpfend auf die Preisentwicklung.

Grundfreibetrag wird erhöht

Im Jahr 2022 ist rück­wirkend zum Januar der steuerfreie Grund­frei­betrag von 9984 Euro auf 10.347 Euro gestiegen. Da die Pauschale zuletzt 2011 ange­hoben wurde, war eine Erhöhung laut dem Institut der deutschen Wirt­schaft (IW) über­fällig. Diese geplanten Änderungen bringen einer Alleinverdienerfamilie mit zwei Kindern und 50.000 Euro Brutto­einkommen 2022 rund 190 Euro Entlastung. Arbeiten beide Eltern, sind es durch den doppelten Arbeitnehmerfrei­betrag rund 242 Euro, rechnet das IW vor. Auf das Gesamtjahr gerechnet wohlgemerkt.

Der Bund der Steuerzahler geht davon aus, dass die Arbeitgeber die zu viel gezahlte Lohnsteuer ab spätestens Juli zurückzahlen. Das geschieht rückwirkend bis einschließlich 1. Januar 2022. Von der Änderung profitieren werden alle Steuerzahlenden, Arbeitnehmer ebenso wie Rentner und Pensionäre, sofern sie Einkommensteuer zahlen. Arbeitnehmer müssen für das kleine Plus beim Nettogehalt selbst nichts tun, dies passiert automatisch. Denn der Arbeit­geber muss bei der Lohn­abrechnung den höheren Frei­betrag bei der Lohn­steuer berücksichtigen. Für Rentner und Pensionäre wirkt sich der Steuer­nach­lass spätestens nach der Steuererklärung für 2022 aus.

Kinderbonus wird ausgezahlt

Im Rahmen der von der Bundesregierung beschlossenen Entlastungspakete für die Bürger ist auch ein Kinderbonus von 100 Euro pro Kind enthalten. Dieser soll Familien neben anderen Maßnahmen helfen, die stark gestiegenen Energie- und Spritpreise etwas abzufedern. Dieser wird im Juli ausgezahlt. Das Geld soll in Form einer Einmalzahlung über die Familienkassen, in der Regel nicht zusammen mit dem Kindergeld überwiesen werden. Laut Angaben von RTL erfolgt die Zahlung wenige Tage nach der regulären Kindergeldzahlung im Juli. Wann der Kinderbonus dann auf dem Konto ist, hängt von der Endziffer der Kindergeldnummer ab:

  • Endziffer 0 am 5. Juli
  • Endziffer 1 am 6. Juli
  • Endziffer 2 am 7. Juli
  • Endziffer 3 am 8. Juli
  • Endziffer 4 am 11. Juli
  • Endziffer 5 am 12. Juli
  • Endziffer 6 am 13. Juli
  • Endziffer 7 am 15. Juli
  • Endziffer 8 am 18. Juli
  • Endziffer 9 am 19. Juli

Kindersofortzuschlag

Der Sofortzuschlag für Kinder ist für alle Familien gedacht, die kein oder nur ein geringes Einkommen haben. Diese Voraussetzungen gelten dabei: Das Kind hat das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet; es lebt mit den Eltern oder einem Elternteil in einem Haushalt zusammen; das Kind erhält Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Leistungen für Bildung und Teilhabe

Der Zuschlag beträgt 20 Euro im Monat und wird ab Juli 2022 automatisch ausgezahlt. Ein extra Antrag ist dafür nicht notwendig.

Einmaliger Heizkostenzuschuss

Beziehende von Wohngeld erhalten mit dem einmaligen Heizkostenzuschuss 270 Euro (bei einem Haushalt mit zwei Personen: 350 Euro, je weiterem Familienmitglied zusätzliche 70 Euro). Azubis und Studierende im BAföG-Bezug erhalten 230 Euro. Bedingung: Sie müssen in der Heizperiode von Oktober 2021 bis März 2022 mindestens einen Monat lang Wohngeld oder BAföG bekommen haben. Azubis und Studenten dürfen in der Zeit aber nicht mehr bei ihren Eltern gewohnt haben.

Der Zuschuss soll automatisch aufs Konto kommen – einen Antrag müssen sie dafür nicht stellen. Einen konkreten Auszahlungstermin gibt es dafür aber noch nicht. Laut Bundesregierung soll die Auszahlung im Laufe des Sommers erfolgen.

Pendlerpauschale für Fernpendler erhöht

Rückwirkend zum 1. Januar wird die Pendlerpauschale für Fernpendler erhöht. Diese können ab Jahresanfang bis 2026 ab dem 21. Kilometer 38 Cent pro Entfernungskilometer des Arbeitsweges bei der Steuer geltend machen. Dies war zunächst ab 2024 vorgesehen. Die Entfernungspauschale kann unabhängig vom Verkehrsmittel via Steuererklärung geltend gemacht werden.

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Werbungskostenpauschale steigt

Für Arbeitnehmer steigt der Pausch­betrag, bis zu dem die Jobkosten pauschal steuerfrei sind, ebenfalls rückwirkend ab Januar 2022 um 200 Euro auf 1200 Euro. Profitieren können alle Arbeitnehme­r, die weniger als 1200 Euro Werbungs­kosten im Jahr haben. Das bringt zum Beispiel bei 4000 Euro Monats­brutto rund 67 Euro Steuerersparnis im Jahr. Dies macht sich dann aber erst bei der Steuererklärung für das Jahr 2022 bemerkbar. Keinen Vorteil hat aber, wer etwa allein durch seinen Arbeitsweg mehr als 1200 Euro Pend­lerpauschale absetzt.

(Dieser Artikel wurde am Freitag, 01. Juli 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

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