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Der Süden ist sicher Hier schlagen Autodiebe am häufigsten zu

Die gute Nachricht: Im Vergleich zu früheren Jahren werden heute viel weniger Autos gestohlen. Weniger als 37.000 Anzeigen gab es im vergangenen Jahr, in den meisten Bundesländern ist die Tendenz fallend. Doch einige Ausreißer verhageln die Statistik.

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Kaum gestohlen, schon im Polen? Ganz haltlos ist das Vorurteil nicht, jedenfalls liegen die Diebstahlraten in grenznahen Ländern wie Berlin, Brandenburg und Sachsen weit über dem Durchschnitt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nordrhein-Westfalen ist ein Eldorado für Autodiebe. Das legt zumindest die kürzlich veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik nahe. 8219 Fahrzeuge wurden dort 2015 als gestohlen gemeldet, satte zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Das höchste Risiko, das Auto nicht mehr dort zu finden, wo man es abgestellt hat, tragen aber die Berliner. Hier besitzt zwar nur etwa jeder Dritte ein Auto, die Diebstahlrate ist aber mit Abstand die höchste im ganzen Bundesgebiet. Das "Versicherungsjournal" hat die Kriminalstatistik ausgewertet und die Zahlen zusammengetragen.

Im historischen Vergleich sehen die Zahlen demnach gut aus. Bundesweit wurden genau 36.507 Autodiebstähle zur Anzeige gebracht. In diesem Jahrtausend war die Zahl der Kfz-Diebstähle nur ein einziges Mal noch geringer und das war im Vorjahr. Mit einem Plus von 0,3 Prozent ist der Wert aber nahezu konstant geblieben. Zur Einordnung: Vor zehn Jahren wurden mehr als 50.000 Autos gestohlen gemeldet. Und um die Jahrtausendwende waren es über 83.000.    

Bundesweit geht die Entwicklung allerdings in unterschiedliche Richtungen. In elf Ländern gab es weniger Anzeigen. Teils nur minimal: Im Saarland wurde ein Auto weniger gestohlen gemeldet als im Vorjahr, in Hessen waren es sechs. Andernorts fielen die Veränderungen deutlicher aus. Zweistellige Rückgänge gab es in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein. In Brandenburg war die Entlastung am deutlichsten zu spüren. Hier gab es 455 weniger Diebstähle als 2014, das entspricht 15 Prozent.

Berlin und Hamburg sind gefährliche Pflaster

In drei westdeutschen Bundesländern schlugen die Diebe dagegen deutlich häufiger zu. Neben dem eingangs erwähnten NRW waren auch Niedersachsen und Hamburg stärker betroffen. In der Hansestadt wurden fast 2300 Autos gestohlen (plus 12,8 Prozent), in Niedersachsen  stiegt die Zahl um 14,5 Prozent auf 3165.  

Gemessen an der Einwohnerzahl ist Hamburg damit das zweitgefährlichste Pflaster für Autofahrer in Bezug auf Diebstahl. Pro 100.000 Einwohner wurden 130 Fahrzeuge gestohlen. Noch schlimmer sieht es in Berlin aus, wo die Polizei 2015 fast 6700 Anzeigen entgegennahm. Das entspricht einer Rate von fast 193 Fällen pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: Bayern hat fast viermal so viele Einwohner, diese meldeten aber weniger als 1900 Autodiebstähle. Hochgerechnet sind das gerade mal 14,7 Diebstähle auf 100.000 Menschen. Noch etwas geringer ist die Klaurate in Baden-Württemberg.  

Womöglich haben die Diebe im Süden auch einfach mehr zu befürchten. Wurde laut "Versicherungsjournal" im Bundesvergleich nur gut jeder vierte Fall aufgeklärt, lag die Quote in Bayern bei fast 60 Prozent. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz kam die Polizei immerhin fast der Hälfte der Kriminellen auf die Schliche. Im Hamburg dagegen wurde nur etwa jeder zehnte Diebstahl aufgeklärt. Die anderen Stadtstaaten standen kaum besser da.

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(Foto: Versicherungsjournal)

Kaskoversicherungen im Vergleich

Quelle: n-tv.de, ino

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