Ratgeber

Abschluss per E-Mail Maklervertrag kann widerrufen werden

Immer mehr Kontakte mit Immobilienmaklern kommen über das Internet zustande, also elektronisch. Auch der Vertragsschluss erfolgt dadurch elektronisch. Und damit können diese widerrufen werden. Trotz erfolgreicher Vermittlung einer Immobilie, befindet der BGH.

Schlüssel gegen Geld. Makler bekommen für ihre Dienste eine Provision. Doch deren Höhe ist begrenzt. Foto: Monique Wüstenhagen

Keine Provision - trotz erfolgreicher Vermittlung einer Immobilie.

(Foto: dpa-tmn)

Den Vertrag mit einem Makler über den Erwerb einer Immobilie kann schon vor dem Besichtigungstermin per E-Mail abgeschlossen werden. Damit handelt sich um ein Fernabsatzgeschäft, welches innerhalb von 14 Tagen nach Abschluss vom Kunden widerrufen werden kann, wie der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden hat (Az.: I ZR 30/15 und 68/15).

In den verhandelten Fällen hatten zwei Käufer unabhängig voneinander über zwei Makler ein Grundstück erworben. Anschließend wollten sie allerdings nicht die zuvor vereinbarte Provision zahlen. Stattdessen widerriefen sie die Maklerverträge nach den Regeln für Fernabsatzgeschäfte. Dagegen wehrten sich die Makler mit einer Klage. Zunächst mit Erfolg. Das Oberlandesgericht (OLG) Schleswig-Holstein befand das Vorgehen des Käufers denn auch für unzulässig. Demnach sei der Vertrag erst während des Besichtigungstermins und nicht schon per E-Mail geschlossen worden und somit die Vorschriften über Fernabsatzgeschäfte nicht anwendbar. Zudem habe der Kunde auch von der fälligen Provision gewusst und müssten daher nicht vor einer übereilten Entscheidung geschützt werden.

Das Thüringer OLG hingegen urteilte im Sinne des anderen Kunden. Genauso wie nun der Bundesgerichtshof. Demnach kann sehr wohl ein Maklervertrag schon vor einer Besichtigung per E-Mail abgeschlossen werden – und somit, da es sich um ein Fernabsatzgeschäft handelt – auch innerhalb der vorgesehenen Fristen widerrufen werden. "In beiden Fällen gehen die Makler leer aus", sagte der Vorsitzende Richter des BGH. Denn zum Zeitpunkt der Besichtigung war der Vertrag damit schon abgeschlossen.

Grundsätzlich haben Verbraucher innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsabschluss die Möglichkeit, einen durch ein Fernabsatzgeschäft zustandegekommenen Vertrag zu widerrufen. Dies kann etwa persönlich, per Brief, E-Mail oder auch am Telefon erfolgen. Entscheidend ist, dass die Erklärung eindeutig ist und gegebenenfalls auch bewiesen werden kann.

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Quelle: ntv.de, awi