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Rasierschaum und Gel im Öko-Test Hier läuft die Rasur bei Frauen glatt

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Kann losgehen ...

(Foto: imago images/YAY Images)

So mancher glaubt, Frauen hätten unterhalb des Schopfes keinerlei Behaarung. Was ein Irrtum ist. Stattdessen werden bei vielen Achseln, Beine oder auch intimere Stellen per Rasur von Haaren befreit. Damit die Sache glattgeht, ist der richtige Schmierstoff gefragt.

Während bei Männern ein glatt rasiertes Gesicht in den letzten Jahren etwas aus der Mode gekommen ist, ist das Enthaaren von Beinen, Achseln und der Bikinizone bei Frauen seit Langem Standard. Manch eine entfernt sogar die Härchen auf den Armen. Der Grund, weshalb derart über das natürliche Aussehen hinweggetäuscht wird, liegt auf der Hand. Nämlich dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen und somit ein Zugehörigkeitsgefühl zu erfahren und damit dann auch die eigene Attraktivität zu steigern.

Denn begehrenswert sein möchte wohl jeder. Das dient der Fortpflanzung. Wer meint, sein Erscheinungsbild nur seines Spiegelbildes wegen aufzuhübschen, irrt, das genetische Programm des Homo Sapiens lügt nicht. Es gilt, von möglichst vielen potenziellen Sexualpartnern als attraktiv wahrgenommen zu werde. Eben auch durch eine Rasur - oder im Falle von Männern eben keiner.

Bleiben wir bei den Damen. Und der Nassrasur. Die ist die beliebteste Form der Haarentfernung: Sie ist schnell, gründlich und günstig. Und damit sie ohne größere Blessuren vonstattengeht, ist der richtige Schmierstoff gefragt. Sprich, Rasiergel, -schaum oder -creme.

Insgesamt gibt es wenig zu meckern

Öko-Test hat sich 16 Rasiermittel für Frauen in Supermärkten, Discountern und Drogerien besorgt, darunter neun Rasiergele, vier Rasierschäume, zwei Rasiercremes und eine Rasierseife. Zu Preisen zwischen 1 und 19,90 Euro pro 200 Milliliter. Die von den Testern beauftragten Labore untersuchten die Ware auf allergene Duftstoffe, Moschusverbindungen, die sich im menschlichen Fettgewebe anreichern, auf bedenkliche Formaldehyd/-abspalter, auf umstrittene halogenorganische Verbindungen sowie - bei paraffinhaltigen Produkten - auf eine Verunreinigung mit problematischen Mineralölbestandteilen (MOAH).

Resultat: Insgesamt gibt es wenig zu meckern. Nur zwei fallen mit "mangelhaft" durch, drei Viertel dagegen können die Tester empfehlen. Unter den fünf Rasiermitteln mit Bestnote "sehr gut" sind nicht nur solche mit Naturkosmetiksiegel, sondern auch zwei konventionelle Rezepturen vom Discounter: Das "Bevola Rasiergel Peach" gibt es bei Kaufland für 1,35 Euro, der "Pure & Basic Lady's Rasierschaum Sensitiv" ist bei Netto für 1,05 Euro zu haben. Sie gehören zu den preisgünstigsten Rasierhilfen der Untersuchung. Mit 5 Euro deutlich teurer ist da schon der "Alverde Sensitiv Rasierschaum" von dm. Noch tiefer müssen Verbraucherinnen für die ebenfalls sehr gute "Bioturm Intim Rasiercreme" (19,90 Euro) in die Tasche greifen.

Kohlenwasserstoffverbindungen, Silikon und synthetischer Moschusduft

Als "Mangelhaft" werden hingegen die "Hi Audrey Intuition Shave Cream Coconut" von Wilkinson Sword und das "Satin Care Sensitive Aloe Vera Rasiergel" von Procter & Gamble bewertet. Ersteres weist aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen (MOAH) auf, die in der Regel aus schlecht aufgereinigten Paraffinen in Kosmetika gelangen. In der großen Stoffgruppe der MOAH befinden sich auch krebserregende Verbindungen, und Öko-Test kann nicht ausschließen, dass sie auch hier enthalten sind. Zudem enthält das Produkt Silikone. Diese gelangen nach der Rasur ins Abwasser und von dort in die Gewässer oder mit dem Klärschlamm auf Felder, wo sich manche Verbindungen nur langsam wieder abbauen.

Im Rasiergel von Procter & Gamble konnte hingegen der synthetische Moschusduft Galaxolid nachgewiesen werden. Dieser breitet sich weltweit in Flüssen und Seen aus und ist für Wasserlebewesen toxisch. Die Verbindung reichert sich auch im menschlichen Fettgewebe an, wohin sie über die Nahrungskette, aber auch über die Haut aus Kosmetika gelangt.

Gegen Pickel und Entzündungen

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Abgesehen davon, entstehen bei häufigem Rasieren gerne mal Rasierpickel und andere Entzündungen in den Achseln oder der Bikinizone, denn dort ist das Klima für Bakterien besonders günstig. Vor der Rasur sollten deshalb die betreffenden Hautareale mit einem milden Duschgel gereinigt werden und dann erst das Rasiermittel auftragen werden. Dann gilt es, sich etwas Zeit zu nehmen, damit Wasser und Rasiermittel die Poren öffnen und die Haare einweichen können.

Wenn dann zum Rasierer gegriffen wird, besser mit dem Strich rasieren, auch wenn es sich zunächst nicht so gründlich anfühlt. Das stresst die Haut weniger und vermeidet damit Reizungen. Zu häufiges Rasieren fördert Irritationen – aber auch zu seltenes, weil langes Haar mehr Korrekturzüge erfordert: Ideal ist ein Abstand von drei bis vier Tagen. Nach dem Rasieren die Haut mit kaltem Wasser nachspülen, so schließen sich die Poren schneller. Bei kleineren Hautirritationen und -verletzungen wirkt ein Aloe-Vera-Gel entzündungshemmend. Die Klingen nach der Rasur gründlich säubern und regelmäßig wechseln.

(Dieser Artikel wurde am Sonntag, 22. Mai 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

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