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Tipps gegen Kostenexplosion So lässt sich im Alltag einfach Energie sparen

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Selbst kleine Verhaltensänderungen haben in der Summe spürbar Einfluss auf die Kostenabrechnung.

(Foto: picture alliance/dpa)

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Russland drosselt den Gasfluss aus der Pipeline Nord Stream 1 weiter und könnte ihn jederzeit ganz verebben lassen. Die Energiekosten in Deutschland steigen derweil unaufhörlich weiter - auf die Verbraucherinnen und Verbraucher kommt eine enorme Mehrbelastung zu. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, mit kleinen Maßnahmen schon jetzt im Haushalt Energie zu sparen und die Kosten zu senken. Ein Überblick.

Der Heizkostenexplosion zuvorkommen

Heizen ist immer Sommer eigentlich nicht das bestimmende Thema. Trotzdem werden viele Heizungen nicht ausgestellt. "Vielen Betreibern von Heizungsanlagen ist gar nicht so richtig bewusst, dass zum Beispiel eine normale Zentralheizung im Sommer abgeschaltet werden kann", sagt Reinhard Loch von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Das sollte unbedingt überprüft werden. Der Experte empfiehlt zudem, den Sommer zu nutzen, um die Heizungseinstellungen zu begutachten. "Heizkurve einschalten, Nachtabsenkung einschalten. Das sind Dinge, die man üblicherweise im Herbst macht, aber vielleicht jetzt im Sommer schon mal angehen kann", empfiehlt er im Interview mit ntv.de.

Weitere simple Tipps: Heizkörper nicht mit Möbeln zustellen, da sonst die gleichmäßige Wärmeverteilung gehemmt ist. Sie sollten ebenso nicht zu Staubfängern werden, das mindert die Leistung. Wichtig ist zudem eine regelmäßige Entlüftung. Denn wenn zu viel Luft in der Anlage festsitzt, erhöht sich der Energieaufwand. Nachdem mithilfe eines Entlüfterschlüssels Luft abgelassen wurde, sollte unbedingt der Druck im Heizungssystem überprüft und eventuell auch Wasser nachgefüllt werden.

Oft unterschätzt werden auch undichte Türen und Fenster, die für einen spürbaren Heizverlust sorgen können. Mit einem Trick lässt sich die Dichtigkeit testen: Einfach ein Blatt Papier zwischen den Rahmen und das Fenster klemmen. Lässt sich das Papier bei geschlossenem Fenster nicht mehr herausziehen, ist es dicht genug. Im Sommer können die hohen Temperaturen zur Anschaffung einer Klimaanlage verleiten - einer der Stromfresser schlechthin. Mit zugezogenen Vorhängen und heruntergelassenen Jalousien lässt sich die Hitze aber auch ganz natürlich aussperren.

Versteckte Energiefresser im Alltag

Es klingt banal, aber wer beim Kochen kleine Kniffe anwendet, spart Energie und damit bares Geld. Wird die Umluftfunktion des Backofens genutzt, werden 15 Prozent Energie eingespart. Die Temperatur im Kühlschrank sollte bei sieben Grad liegen - jedes Grad mehr frisst zusätzlich sechs Prozent Strom. Ein Geschirrspüler verbraucht 50 Prozent weniger Energie als das Abwaschen per Hand. Und die Waschmaschine sollte immer voll beladen werden. Beim warmem Wetter empfiehlt sich, die Kleidung an der Luft zu trocken.

Generell lohnt sich bei Haushaltsgeräten eine Inventur. Alte Waschmaschinen sind enorme Energiefresser, eine Investition in neue Geräte mit Ökoprogramm zahlt sich rasch aus. Überprüft werden sollten außerdem die Glühbirnen. LED-Lampen sind sparsamer und halten länger als Energiesparlampen. Natürlich gilt es darauf zu achten, das Licht auszuschalten, wenn es nicht unbedingt gebraucht wird.

Die Bürgerinnen und Bürger sollen kürzer duschen, sagt Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Solche Appelle an das individuelle Verantwortungsbewusstsein sind dieser Tage oft zu hören. Damit sich das auf die Gasspeicher auswirkt, müssen viele Menschen mitmachen, der Einfluss auf den Kontostand des Einzelnen sollte aber nicht unterschätzt werden. Mit dem interaktiven Duschrechner der Verbraucherzentrale lassen sich die eigenen finanziellen Einsparungen ermitteln.

Zusätzlich senkt ein sparsamer Duschkopf den Wasserverbrauch um bis zu 60 Prozent. Sie gibt es im Baumarkt für rund 20 Euro zu kaufen. Noch günstiger ist ein Durchlaufbegrenzer. Die kleinen Helfer kosten nur wenige Euro und sind leicht am Hahn anmontiert. Damit geht deutlich weniger Wasser verloren. Ohnehin leicht umsetzen lässt sich das Händewaschen und Zähneputzen mit kaltem Wasser. Weitere Kosten können gespart werden, wenn elektronische Geräte ganz ausgeschaltet sind und nicht über Nacht im Stand-by-Modus weiterlaufen.

Das ganze Haus überprüfen

Im eigenen Zuhause schlummern diverse Möglichkeiten, kurzfristig Energie einzusparen. Der Energieexperte Martin Pehnt empfiehlt einen professionellen Gassparcheck, um Potenziale ausfindig zu machen. Heizungsbauer oder Schornsteinfeger können leicht Thermostatventile einbauen. Eine solche Vorrichtung lässt nur so lange Wasser durch den Heizkörper fließen, bis die Wunschtemperatur erreicht ist.

Zudem sollten ineffiziente Pumpen ausfindig gemacht oder die Warmwasservorbereitung optimiert werden, etwa durch Zeitschaltuhren und Zirkulationspumpen. Pehnt legt Verbraucherinnen und Verbrauchern nahe, die Heizkörpernischen und Heizungsrohre in ungeheizten Räumen einfach selbst mit Wärmedämmung auszustatten. "Insgesamt kann ein solcher Gassparcheck ohne große Investitionen mindestens zehn Prozent Gas einsparen - und zwar sofort. Wer ein bisschen Geld in die Hand nimmt, spart noch mehr", sagt Pehnt ntv.de.

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Etwas aufwändiger, aber äußerst effizient ist die Dämmung des eigenen Hauses. Wer dies bei der obersten Geschossdecke oder der Kellerdecke von einem Fachbetrieb vornehmen lässt, kann sich 20 Prozent der Kosten durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude erstatten lassen.

Die Heizkostenabrechnung zu entwirren und Energiefresser auszumachen, ist für ein ungeschultes Auge oftmals schwer. Die Verbraucherzentralen bieten aus diesem Grund eine kostenlose Beratung an.

Quelle: ntv.de, mdi

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