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Vorsorge in der Zinswüste So spart man für die Rente

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(Foto: imago/Ikon Images)

Das Problem ist bekannt, doch die Umsetzung war selten schwieriger - die private Vorsorge fürs Alter tut not. Doch wer deshalb resigniert, macht einen teuren Fehler. Öko-Test hat denn auch Überlegungen parat, damit das Geld bis ins hohe Alter reicht.

Zuerst die ewige Litanei: Ja, private Altersvorsorge muss sein, ansonsten droht der Ruhestand wenig vergnüglich zu werden. Und auch das langjährige Mantra, dass die Niedrigzinsen Sparern das Leben schwer machen, ist bekannt. Aber es hilft ja nichts, den meisten bleibt das private "Hamstern" nicht erspart. Allerdings ist es mit Standardlösungen und -produkten nicht getan. Wer für das Alter sparen will, muss seine Vorsorgestrategie ganz individuell maßschneidern und auch etwas Anlagerisiko wagen, wie Öko-Test berichtet.

Bevor es mit der Vorsorge losgehen kann, steht immer die Bestandsaufnahme. Wie viel Geld steht zur Verfügung, in Form von Einnahmen und auch bereits Erspartem? Dem werden die Ausgaben und Lebensplanungen gegenübergestellt. Denn wer sich den Traum von der eigenen Immobilie erfüllen möchte, wird aus naheliegenden Gründen andere Prioritäten haben als jemand, dem es vor allem um möglichst viel Geld im Alter geht.

Nicht nur auf Sicherheit setzen

Im zweiten Schritt sollten die schon vorhandenen und mutmaßlich zukünftigen Rentenansprüche geklärt werden. Über den staatlichen Teil gibt die Renteninformation Auskunft. Geprüft werden sollte aber auch, ob bereits andere Vorsorgeverträge wie private Lebens- oder Rentenansprüche bestehen. 

Wie viele Verbraucherschützer auch, halten die Tester von einem Neuabschluss einer privaten Lebens- oder Rentenversicherungen wenig. Bedenken sollten Verbraucher, dass sie neben Fest- und Tagesgeld meistens ja auch einen Anspruch aus der gesetzlichen Rente haben. Hinzu kommen oft noch eine ebenfalls garantierte Riester-Rente und/oder eine Betriebsrente sowie eine Lebensversicherung. Womit bereits ein nicht unerheblicher Teil des Kapitals in sicheren Anlageformen steckt.

Mit dem Rest des verfügbaren Einkommens oder vorhandenen Kapitals kann eine Anlage in Aktien – am besten und günstigsten in Form von ETFs - bei einem mittel- bis langfristigen Zeithorizont, also ab zehn Jahren, sinnvoll sein, als Ergänzung oder vielleicht auch als Ersatz bereits vorhandener, aber unrentabler und teurer Vorsorgeprodukte. Am wenigsten Risiko hat man mit einem monatlichen Sparplan, im Vergleich zu einer Einmalzahlung.  

Als wenig lohnend sieht Öko-Test hingegen die Betriebsrente an. Hier wandelt der Arbeitnehmer einen Teil seines Bruttolohns oder seiner Sonderzahlungen in eine private Rentenversicherung um. Arbeitnehmer sparen sich so Steuern und Sozialabgaben. Sie müssen die Beiträge nicht aus dem bereits versteuerten Netto-Einkommen aufbringen. Diese gehen von ihrem Bruttogehalt ab. Aber durch das niedrigere Bruttogehalt werden auch niedrigere Beiträge in die gesetzliche Rente eingezahlt, folglich sinken auch die Ansprüche. Zudem muss die Betriebsrente später auch versteuert werden und auch die Kranken- und Pflegeversicherung verlangt dann ihren Anteil – und zwar den vollen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeitrag von derzeit 17,15 Prozent. Hinzu kommt der Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung. Derart belastet, kann sich die Netto-Betriebsrente mehr als halbieren. 

Wie die maßgeschneiderte Vorsorgestrategie im Einzelfall auszusehen hat, kann nicht pauschal beantwortet werden. In jedem Fall werden werden vielfältige Informationen benötigt. Verbraucherzentralen können hier im Einzelfall günstig und unabhängig beraten. Was erst recht für die konkrete Produktauswahl gilt.    

Quelle: n-tv.de, awi

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