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Telekom-Streaming-Angebot "StreamOn"-Verbot gefordert

Ohne Datenverbrauch streamen

Ohne Datenverbrauch streamen?

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

Das "StreamOn"-Angebot der Deutschen Telekom verstößt gegen Regeln der Netzneutralität - einhergehend mit Nachteilen für Nutzer, meint die Verbraucherzentrale Bundesverband. Und fordert die Bundesnetzagentur auf, das Angebot zu verbieten.

Gerade erst populär mit Hilfe der britischen Pop-Legenden Depeche Mode (ein Hit von vielen: "Dream on") beworben und schon in der Kritik: das Streaming-Angebot der deutschen Telekom - "StreamOn". Denn dies verstößt nach Meinung der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gegen die Regeln der Netzneutralität und verringert auf lange Sicht die Wahlfreiheit der Verbraucher bei Streamingdiensten. Zudem würde es zu höheren Mobilfunkpreisen führen und sich negativ auf Innovationen auswirken. Deshalb fordert der vzbv in seiner Stellungnahme die zuständige Bundesnetzagentur auf, das Angebot zu verbieten.  

Mit sogenannten Zero-Rating-Angeboten können Mobilfunkanbieter festlegen, dass die Nutzung festgelegter Dienste, etwa Video- oder Audiostreams, nicht auf das Datenvolumen ihrer Kunden angerechnet wird. Ein solches Angebot bietet die Deutsche Telekom seit dem 4. April 2017 unter dem Namen "StreamOn" an. Die Zusatzoption können Kunden mit höherpreisigen Verträgen optional hinzubuchen. Das verbrauchte Datenvolumen von Partnerunternehmen (Apple Music, Amazon, Netflix, Youtube) der Telekom wird dann nicht auf das Inklusivvolumen angerechnet.

Zwar sei die Option kostenlos, diese würde dann aber dazu führen, dass die Auflösung von Videostreams sämtlicher Anbieter – nicht nur die der Partnerunternehmen – reduziert wird, solange die Option aktiviert ist, meint der vzbv.

"Für Verbraucher kann es sich kurzfristig lohnen, wenn die Nutzung von Videos nicht auf ihr Inklusivvolumen angerechnet wird. Dann muss das aber auch für alle Video-Angebote gelten und darf nicht einzelne Anbieter bevorzugen. Grundsätzlich wären Tarife wünschenswert, die von vornherein ein ausreichendes Datenvolumen zu einem angemessenen Preis zur Verfügung stellen", so Florian Glatzner, Medienexperte beim vzbv. Zero-Rating-Angebote stünden dem eher entgegen, denn sie machten teure Angebote mit begrenztem Datenvolumen attraktiver.

Quelle: n-tv.de, awi

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