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Verfallsdatum fürs Einlösen Wie lange ist der Pfandbon gültig?

Pfandbons sind drei Jahre lang gültig. Gibt es beim Zurückgeben Probleme, weil der Bon älter als 30 Tage ist, sollten Kunden sich nicht abwimmeln lassen. Foto: Patrick Pleul

Pfandbons vergessen einzulösen? Immer mit der Ruhe.

(Foto: dpa)

Da hat man mühsam den Einkaufszettel abgearbeitet und nebenbei auch noch den Pfandflaschenautomaten gefüttert. Nur beim Bezahlen wird dann vergessen, den Zettel einzulösen. Also nächstes Mal. Doch so manche Supermarktkette schreibt vor, dass dies nur am Tag des Erhalts möglich sei. Dürfen die das?

Die Rückgabe von Pfandflaschen am Automaten kann bisweilen anstrengen. Nicht nur, dass der Pfandautomat nicht alle Flaschen annehmen möchte, auch die Mitmenschen, die vor einem in der Schlange stehen und sich um ihr Pfandgut erleichtern möchten, belasten mitunter die Nerven von gestressten Supermarktkunden. Wenn es ganz blöd läuft, verdient sich der Vordermann durch Flaschensammeln etwas dazu und füttert das Gerät mit 30, 40 oder sogar 100 Flaschen. Zum Leidwesen der restlichen Kundschaft.

Doch abgesehen davon vergisst so mancher dann beim Bezahlen an der Kasse, den Pfandbon einzulösen. Der Zettel wird dann zumeist als weiterer Ballast im Portemonnaie zwischengelagert. Mit dem festen Vorsatz,ihn beim nächsten Einkauf in bare Münze umzutauschen. Allerdings behaupten einige Supermarktketten, dass die Pfandbonverrechnung nur am Tag des Erhalts möglich sei. Aber geht das in Ordnung?

Dazu äußert sich die Rechtsanwältin Nicole Mutschke gegenüber RTL eindeutig wie folgt: "Wenn wir irgendwann im Jahr 2021 vergessen haben, den Pfandbon an der Kasse abzugeben, dann haben wir bis zum 31. Dezember 2024 Zeit, ihn zurückzugeben." Es gilt also eine dreijährige gesetzliche Verjährungsfrist, die jeweils am Ende des Jahres beginnt, in dem der Pfandbon ausgegeben worden ist.

Und was gilt sonst noch?

Grundsätzlich können Supermärkte ihre eigenen Regeln aufstellen. Zumindest so weit, wie diese nicht gegen Gesetze verstoßen. Schließlich haben sie das Hausrecht. So obliegt es ihnen auch, die Pfandflaschenrücknahme so zu gestalten, wie sie es für praktikabel halten. Diese muss beispielsweise nicht zwingend via Automaten erfolgen. Dem Betreiber steht es frei, wie und wann er sein Personal für welche Aufgaben einsetzt. Meist werden solche Entscheidungen nach wirtschaftlichen Kriterien getroffen - ohne dabei das Wohl des Kunden allzu sehr aus den Augen zu verlieren. Dieser kann die Organisation des Supermarktes hinnehmen oder sich eben einen anderen suchen.

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Allerdings dürfen die Geschäfte nicht grundsätzlich die Annahme von Leergut verweigern und auch nicht das sofortige Einlösen des Pfandbons. Abgesehen davon hat der Kunde bei der Mehrwegflasche nur dort einen Anspruch auf Rücknahme und Flaschenpfand, wenn sie dort abgegeben wurde, wo sie gekauft wurde. Meist wird diese Flaschenart aber auch dort entgegengenommen, wo sie zum Sortiment gehört.

Anders sieht die Sache bei PET-Einwegflaschen aus. Die Behältnisse aus Polyethylenterephthalat können grundsätzlich überall abgegeben werden, wo Flaschen aus demselben Material verkauft werden. Nur Händler, deren Verkaufsfläche unter 200 Quadratmeter beträgt, müssen nur Einwegflaschen zurücknehmen, die auch bei ihnen verkauft werden. Was auf den normalen Supermarkt in der Regel nicht zutrifft.

Quelle: ntv.de, awi

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