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Immobilienkredite im Finanztest Zinsunterschiede von bis zu 70.000 Euro

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Die Zinsunterschiede zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter liegen je nach Modellfall zwischen 12.000 Euro und fast 70.000 Euro.

Die Preise für Immobilien steigen vielerorts weiter rasant. Die Zinsen für den entsprechenden Kredit bleiben im Keller. Doch bei der Suche nach einer günstigen Finanzierung sollten die Augen offen gehalten werden. Wer die Angebote vergleicht, kann mehrere Zehntausend Euro sparen.

Ein Grund dafür, dass Immobilienkäufer immer tiefer in die Tasche greifen müssen, ist auch das historisch günstige Baugeld. Denn dies erhöht die Nachfrage am Immobilienmarkt zusätzlich. Die besten Konditionen gibt es für Kredite mit zehn Jahren Zinsbindung. Hier liegt die Belastung bei günstigen Anbietern unter 1 Prozent. Doch wer sich nicht mit dem erstbesten Kreditangebot zufriedengibt, kann noch zusätzlich eine Menge Geld sparen, wie Finanztest in einer aktuellen Untersuchung feststellt hat.

Demnach lässt sich der Traum vom Eigenheim trotz teilweise deutlich gestiegener Preise leichter verwirklichen als in Hochzinsphasen, wie eine Auswertung der Kredit­konditionen von 100 Banken, Vermitt­lern und Versicherern sowie 13 Bausparkassen für verschiedene Modelfälle ergeben hat. Denn die Zinsen liegen nach wie vor deutlich unter ihrem lang­fristigen Durchschnitt ­von rund 5 Prozent.

Festgestellt wurde, dass das teuerste Angebot rund doppelt so viel kostete wie das günstigste­. Auch für Kredite mit festen Zinsen über die gesamte Lauf­zeit von 20 oder 25 Jahren fanden die Tester sehr güns­tige Angebote. Insgesamt liegen die Zinsen weit unter ihrem lang­fristigen Durch­schnitt von rund 5 Prozent. 

Zinsunterschiede zwischen 12.000 und fast 70.000 Euro

Die Tester stellen fest, dass lange Zinsbindungsfristen ­­oft sinn­voll sind. Die Topkredite für 25 Jahre bei einer Volltilgung sind für weniger als 2 Prozent Zins zu haben (1,83 Prozent, Enderlein, Kreditsumme 240.000 Euro, Immobilienpreis 300.000 Euro). Der durchschnittliche Zins aller verglichenen Angebote lag hier bei 2,05 Prozent.

Wer sich für 20 Jahre bindet und innerhalb dieser Zeit den Kredit voll zurückzahlt, kann bestenfalls mit einer Belastung von 1,47 Prozent rechnen (Baugeld Spezialisten, Kreditsumme 240.000 Euro, durchschnittlicher Zins 1,80 Prozent).

Die güns­tigsten Kredite mit zehn Jahren Zins­bindung gibt es für unter 1 Prozent (0,86 Prozent, Enderlein, Kreditsumme 175.000 Euro, Immobilienpreis 250.000 Euro, 5 Prozent anfängliche Tilgung, Sondertilgungen bis zu 5 Prozent möglich). Hier lag der Durchschnittszins bei 1,23 Prozent.

Dabei liegen die Zinsunterschiede zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter je nach Modellfall zwischen 12.000 und fast 70.000 Euro. Interessenten sind also gut beraten, mehrere Angebote miteinander zu vergleichen. Allein auf einen Kreditvermittler sollten sich Käufer nicht verlassen, denn Angebote regionaler Banken sind bei ihnen häufig nicht gelistet.   

Doch bevor gekauft wird, sollten sich Interessenten darüber im Klaren sein, dass sich Eigenheimbesitzer um Reparaturen und Ähnliches selbst kümmern müssen. ­Eigenes Erspartes und Mittel von Eltern und Verwandten sollten mindestens 10 bis 20 Prozent des Kauf­preises und zusätzlich die Neben­kosten abdecken. Ein fünf- oder gar sechs­stel­liger Betrag sollte daher zur Verfügung stehen.

Quelle: n-tv.de, awi

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