Fußball

So läuft der 19. Spieltag Dreister Aubameyang disqualifiziert sich

Es besteht der Verdacht, dass Pierre-Emerick Aubameyang in eher frecher Manier seinen Abschied vom BVB provoziert. Darüber können sie beim FC Bayern nur lachen. Das spannendste Spiel in der Fußball-Bundesliga steigt in Hamburg.

Wie geht es dem BVB?

Wie soll es einer Fußballmannschaft gehen, die ihren besten Angreifer zu Hause lässt, weil der offenbar doch nicht so lustlvoll trainiert hat, dass er sich nicht für die Bundesligapartie der Dortmunder Borussia bei der Hertha qualifiziert hat? Rhetorische Frage, klar. Jedenfalls wird der BVB heute (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) zum Auftakt dieses 19. Spieltags ohne Pierre-Emerick Aubameyang im Berliner Olympiastadion auflaufen. Schon beim 0:0 gegen Wolfsburg am vergangenen Sonntag stand der Gabuner nicht im Kader. Am Donnerstag hatte Trainer Peter Stöger noch erzählt, dass er kurz und gut mit seinem Problemspieler geredet habe und im Grunde alles in Ordnung sei. "Wir haben besprochen, was ich von ihm erwarte: dass er im Training Gas gibt, dass er sich zeigt." Das hat er dann wohl nicht getan.

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Es gebe Dinge, "die besser geheim bleiben sollten und erst dann bekanntgegeben werden, wenn etwas fix ist": Arsène Wenger.

(Foto: REUTERS)

Was den Verdacht erhärtet, dass Aubameyang seinen Wechsel in eher dreister Manier erzwingen will, noch bis Ende dieses Monats wäre das möglich. Ein weiteres Teil dieses Spekulationspuzzles ist, dass der FC Arsenal offenbar stark an seinen Diensten interessiert ist. Trainer Arsène Wenger gab zwar vor, zu all dem nichts sagen zu wollen, sagte dann aber über den Stürmer: "Seinen Charakter kann man zwar positiv und negativ sehen - aber man sieht ja, was er in seiner Karriere erreicht hat. Er bringt seinen Charakter in einer positiven Weise ein." Aber es gebe Dinge, "die geheim bleiben sollten und erst bekanntgegeben werden, wenn etwas fix ist". In Dortmund waren sie über diese Aussagen nicht amüsiert und negierten jeglichen Kontakt zum Premier-League-Klub aus London. Aber sie müssen sie wohl über sich ergehen lassen. Es sieht sehr stark danach aus, als ginge ihr bester Spieler von Bord. Der einzige Trost sind die wohl 70 Millionen Euro, die sie für den 28 Jahre alten Aubameyang bekommen würden. Unser Tipp: 1:3.

Was macht der FC Bayern?

Die Münchner "tz" schreibt mit einem Faible für Dinge, die lange zurück liegen, tatsächlich von einem "Nord-Süd-Schlager". Das ist insofern nicht falsch, als dass der ruhmreiche SV Werder Bremen am 8. Mai 2004 mit 3:1 beim FC Bayern in München gewann und seine bis auf absehbare Zeit letzte Deutsche Meisterschaft feierte. Damals hießen die Trainer noch Thomas Schaaf und Ottmar Hitzfeld. Aber abgesehen davon spielt am Sonntag ab 15.30 Uhr in Fröttmaning der souveräne Tabellenführer gegen den Drittletzten.

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Weiß Bescheid: Maximilian Eggestein.

(Foto: imago/Nordphoto)

Für die Freunde der nostalgischen Statistik hier einige Zahlen: Vier, sechs, fünf, sechs, fünf, sechs - so viele Tore erzielte der FC Bayern in seinen jüngsten sechs Heimspielen gegen den SV Werder. Deren bisher letzter Sieg in München datiert vom 20. September 2008. Damals hießen die Trainer noch Thomas Schaaf und Jürgen Klinsmann - und die Bremer gewannen mit 5:2, das 3:0 für die Gäste erzielte kurz nach der Pause ein gewisser Mesut Özil. Daran kann sich Maximilian Eggestein nicht erinnern, Werders Mittelfeldspieler war seinerzeit elf Jahre alt. "Ich habe aber davon gelesen", sagte er der "Kreiszeitung Syke". Und natürlich hätten er und seine Mannschaft sich vorgenommen, am Sonntag "ein gutes Spiel zu machen. Unser Ziel darf es nicht nur sein, irgendwie gut auszusehen. Das bringt uns im Nachhinein nichts. Wir wollen etwas mitnehmen". Grundsätzlich aber sei es so: "Keiner geht gerne zum Zahnarzt, und in der Bundesliga fährt keiner gerne zu den Bayern." Tipp: 3:0.

Holt der 1. FC Köln weiter auf?

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Siegfixiert: Stefan Ruthenbeck.

(Foto: imago/Jörg Schüler)

Die spannendste Partie dieses Spieltags findet im Volkspark statt. Dort trifft am Samstag ab 18.30 Uhr der Hamburger SV auf - den 1. FC Köln. Der ist zwar immer noch unangefochtener Tabellenletzter, hat aber zuletzt zwei Spiele hintereinander gewonnen und steht nur noch sechs Punkte hinter dem HSV und sieben Zähler hinter Bremen auf dem Relegationsplatz. Wenn nun der SV Werder in München verlöre und der Effzeh in Hamburg gewönne, betrüge der Rückstand nur noch drei und vier Punkte. Zu viel Konjunktiv? Warten wir es ab. Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck kündigt an: "Wir werden auf Sieg spielen - von der ersten bis zur letzten Sekunde. Wir haben Endspiele ausgerufen. Und das leben wir auch. So lange wir in der Situation sind, in der wir sind, zählen nur Siege." Klar, der Druck sei hoch: "Im Training ist richtig Feuer drin. Es geht zur Sache. Ich muss die Spieler eher ein bisschen bremsen, als dass ich sie antreiben muss." Für seinem Hamburger Kollegen wird es langsam eng. "Die Trainerfrage in solchen Situationen ist Teil des Geschäfts", sagt Markus Gisdol und bemüht sich um Ruhe. "Gefühlt ist die Partie gegen Köln schon unser 25. Endspiel." Tipp: 0:0.

Was passiert sonst noch?

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Schalker in spe: Mark Uth.

(Foto: AP)

TSG Hoffenheim - Bayer 04 Leverkusen: In Sinsheim treffen sich am Samstagnachmittag die beiden erfolgreichsten deutschen Stürmer der Liga. Für Leverkusen tritt an: der ehemalige Hoffenheimer Kevin Volland, der in dieser Saison zehn Treffer erzielt hat. Und für die TSG Mark Uth, der neun Mal getroffen hat und demnächst für Schalke spielt. Tipp: 1:1. Und die Torschützen kennen wir auch schon.

SC Freiburg - RB Leipzig: Die Rasenballsportler haben einen Plan: "Wir können unseren Sieg gegen Schalke vergolden, wenn wir was Zählbares aus Freiburg mitnehmen", sagt Trainer Ralph Hasenhüttl. Ziel ist es, wie in der vergangenen Saison als Zweiter hinter dem FC Bayern ins Ziel zu gehen. Könnte klappen. Tipp: 0:2.

Borussia Mönchengladbach - FC Augsburg: Nur einen Punkt stehen die Gladbacher in der Tabelle vor dem FCA. Die Augsburger befinden sich also als Siebter nur einen Punkt hinter den Europapokalplätzen. Doch Trainer Manuel Baum bremst: "Wenn wir uns Ziele stecken, müssen wir sie erst erreichen, um uns neue zu stecken. Sonst wird man irgendwann negativ überrascht. Unser erstes Ziel ist und bleibt der Klassenerhalt." Tipp: 1:1.

FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart: Im Achtelfinale des DFB-Pokals besiegten die Mainzer den VfB kurz vor Weihnachten mit 3:1. Und nun? Sagte FSV-Trainer Sandro Schwarz der "Allgemeinen Zeitung": "Es ist ein Unterschied, ob wir sagen, wir wollen Spiele gewinnen, oder ob wir sagen, wir wollen die Spiele mit der allerletzten Konsequenz, der allerletzten Gier gewinnen." Tipp: Das überzeugt - 2:1.

VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt (alle Samstag, 15.30 Uhr): Hört, hört - Wolfsburgs Trainer Martin Schmidt fordert mehr Siege von seiner Mannschaft: "Wir haben in München, Dortmund und auf Schalke Unentschieden gespielt, damit waren wir zufrieden. Aber es gab auch mehrere Spiele, die wir gerne gewonnen hätten. Diese Partien wollen wir jetzt für uns entscheiden. Das ist unser Anspruch." Tipp: 1:1.

FC Schalke 04 - Hannover 96 (Sonntag 18 Uhr): Dass Leon Goretzka im Sommer zum FC Bayern geht, haben Sie vielleicht mitbekommen. Nun hofft Schalkes Trainer Domenico Tedesco, "dass die Fans am Sonntag nicht negativ reagieren. Aber unsere Anhänger haben das Team immer unterstützt und Leon gehört auch in der Rückrunde natürlich weiterhin zur Mannschaft." Tipp: 2:1.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Ich habe nicht das Gefühl, zu wenig Licht abzubekommen." Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl dazu, dass der Erfolg der Rasenballsportler auch immer mit dem Namen von Sportdirektor Ralf Rangnick verbunden wird.

Quelle: n-tv.de

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