Fußball

So läuft der achte Spieltag Lewandowski enttäuscht, BVB zähmt Fohlen

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Ein Bayern-Spiel ohne Tor von Robert Lewandowski kann sich nicht nur Thiago kaum noch vorstellen.

(Foto: imago images/ActionPictures)

Borussia gegen Borussia heißt es am achten Spieltag der Fußball-Bundesliga, die aus Dortmund steht unter Druck. Augsburg hofft auf einen ungewohnten Auftritt von Robert Lewandowski, Hertha BSC blickt zurück ins Jahr 2006 und Fortuna Düsseldorf hat eine eindeutige Führungsschwäche.

Was passiert im Topspiel?

Können die Remis-Experten von Borussia Dortmund noch gewinnen? Dreimal in Folge führte der BVB in der Bundesliga mit 2:1, doch dreimal in Folge lautete das Endergebnis 2:2. Trainer Lucien Favre steht wieder mal in der Kritik, weil seine Mannen aus der zweifellos vorhandenen Qualität zu wenig Zählbares herausholen. Oder wie es Michael Zorc nach dem Unentschieden in Freiburg sagte: "Unsere Offensive hat nicht stattgefunden." Dass unter der Woche dann noch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erzählte, dass er im Sommer 2018 lieber Jürgen Klopp zurückgeholt als Favre verpflichtet hätte, verbesserte dessen Position nicht unbedingt.

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Worauf Hans-Joachim Watzke und Jürgen Klopp wohl angestoßen haben?

(Foto: imago images/Cord)

Da kommt das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach (Samstag, 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) zur Unzeit. Denn die Fohlen sind nicht nur Tabellenführer und siegten zuletzt viermal in Folge, sondern gewannen auch jedes ihrer bislang drei Auswärtsspiele. Wenn jetzt noch Lars Stindl nach ausgeheiltem Schienbeinbruch zurückkehrt, wird die Elf vom Niederrhein auf Jahre hinaus unschlagbar über einen Qualitätsspieler mehr verfügen.

Zurück zur Auswärtsstärke, die ohnehin Trend dieser Bundesliga-Saison ist: Erstmals gab es nach sieben Spieltagen mehr Auswärtssiege (25) als Heimsiege (23). Symptomatisch dafür die sechste Runde, als der BVB (2:2 gegen Bremen) den einzigen Punkt für eine Heimmannschaft holte. Klingt also nach einer eindeutigen Sache für die Borussia, also die aus Mönchengladbach. Und wird schon allein deshalb vermutlich komplett anders laufen. Logischer Tipp: 3:1 für die Borussia, also die aus Dortmund.

Was macht der FC Bayern?

Thomas Müller spielt immer? War einmal. Thomas Müller spielt, wenn Not am Mann ist? War "ein Fehler", sagte Niko Kovac. Der Trainer des FC Bayern bat zwar nicht um Entschuldigung, gestand sich aber vor dem Spiel beim FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr) verbesserungswürdige Öffentlichkeitsarbeit ein. Sagte aber nichts dazu, ob der unzufriedene Stürmer mal wieder in der Startelf steht. Außerdem lobte Kovac den französischen Nationaltrainer Didier Deschamps. Der hatte nämlich den angeschlagenen Lucas Hernández nicht nur nominiert, sondern auch aufgestellt. Kovac sei "froh, dass er eingesetzt wurde".

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Lucas Hernández machte bei der französischen Nationalelf einen durchaus fitten Eindruck.

(Foto: imago images/PanoramiC)

Bei seinem Vorgesetzten Karl-Heinz Rummenigge hatte das zuvor ganz anders geklungen, der war "irritiert" über die Berufung des 80-Millionen-Euro-Neuzugangs. Teamarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hatte gesagt: Hernández "kann nicht nicht spielen". Einigkeit geht anders. Immerhin kehrte der Franzose "ohne Schmerzen" zurück, wie Kovac weiter berichtete. Dass Kovac Rummenigge somit widerspricht, dürfte das betriebsinterne Klima an der Säbener Straße eher nicht verbessern.

Das bayrische Duell in Augsburg endete im Vorjahr mit einem knappen 3:2 für die Münchner. Dafür ist in dieser Saison eine deutliche Leistungssteigerung des FCA nötig. Sonst droht nach 1:8 Toren bei den Niederlagen gegen Leverkusen und in Mönchengladbach die dritte deutliche Pleite in Folge. Torwart Tomas Koubek steht schon länger in der Kritik, neuerliche Patzer darf sich der Neuzugang nicht erlauben. Auch wenn Trainer Martin Schmidt seinen Stammplatz als "fix" zusicherte.

Bleibt aus Augsburger Sicht wohl nur die Hoffnung, dass Robert Lewandowski wie beim 2:0 Polens gegen Nordmazedonien ausnahmsweise mal nicht trifft. Was eher nicht zu erwarten ist. Denn der Stürmer erzielte in bislang zehn FCB-Pflichtspielen in dieser Saison 16 Tore und ging nur beim 0:2 im Supercup gegen den BVB leer aus. Tipp: Lewandowski enttäuscht den FCA, das Spiel endet 0:3

Was ist sonst noch so los?

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Weil sich die Eintracht-Fans laut Uefa in Guimaraes daneben benahmen, müssen sie in Lüttich und beim FC Arsenal in London draußen bleiben.

(Foto: REUTERS)

Eintracht Frankfurt - Bayer Leverkusen (Freitag, 20.30 Uhr): Siegt Leverkusen, ist die Mannschaft von Peter Bosz mindestens eine Nacht lang Tabellenführer. Der Bayer-Coach sagt deshalb: "In dieser Phase ist jeder Punkt sehr wichtig." Wobei das die Frage aufwirft, in welcher Phase die Punkte sehr unwichtig sein könnten. Allerdings bemängelte er den Freitagstermin, weil erst am Mittwoch die letzten seiner Spieler von ihren Nationalteams zurückkehrten. Ungünstig, weil "nicht optimal" für die Vorbereitung. Nicht optimal ist auch das Urteil, das die Uefa für Eintracht Frankfurt bereithielt.

Deren Fans dürfen nicht mit zu den Europa-League-Spielen in Lüttich und beim FC Arsenal reisen. Weil beim 1:0-Erfolg bei Vitoria Guimaraes Heim- und Auswärtsfans über einen trennenden Zaun hinweg zahlreiche Sitzschalen austauschten. Die Frankfurter Fanszene erklärte, sie "wird wohl niemals eine werden, die sich einfach Sitzschalen an den Kopf werfen lässt", habe sich also zur Wehr gesetzt. Und ließ zur Uefa selbst nur verlauten: "Über diesen Haufen brauchen wir eigentlich keine weiteren Worte verlieren." Tipp: Sportlich wehrt sich die Eintracht diesmal vergebens, 1:2

RB Leipzig - VfL Wolfsburg: Im ehemaligen Zentralstadion steigt das "echte" Topspiel des achten Spieltags. Der Vierte Leipzig bittet den Zweiten Wolfsburg zum Tanz. RB-Coach Julian Nagelsmann muss dabei auf Patrik Schick verzichten: "Es ist wieder dieselbe Struktur aufgebrochen." Heißt übersetzt: Der tschechische Neuzugang war gerade wieder fit und verletzte sich bei der tschechischen Nationalmannschaft erneut am Sprunggelenk.

Da klingt Wolfsburgs Josip Brekalo in der "Sport Bild" deutlich euphorischer: "Wir machen immer Spaßeinheiten vor dem echten Fußballtraining." Und weil VfL-Trainer Oliver Glasner offenbar nicht nur was von Spaß, sondern auch von guten Ergebnissen versteht, sind die Wölfe das einzig ungeschlagene Team der Liga. Tipp: Das bleibt auch so, 2:2

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Der bislang letzte Hertha-Sieg in Bremen ist so lange her, dass die Torschützen damals Kevin-Prince Boateng, Yildiray Bastürk und Marcelinho hießen.

Werder Bremen - Hertha BSC: Statistisch gesehen ist alles andere als ein Bremer Heimsieg gegen Hertha eine Überraschung. Von den vergangenen elf Spielen im Weserstadion hat Werder gegen die Hauptstädter neun gewonnen und keines verloren. Zuletzt siegten die Berliner im März 2006 in Bremen. Damals trugen Miroslav Klose und Johan Micoud noch grün-weiß, für Hertha trafen neben dem jungen Kevin-Prince Boateng auch Marcelinho und Yildiray Bastürk. Auch Frank Fahrenhorst und Dick van Burik liefen auf. Aber genug der Nostalgie. Mit einem Heimsieg zöge Werder (11.) in der Tabelle an Hertha (10.) vorbei. Deshalb fordert SVW-Trainer Florian Kohfeldt, seine Mannschaft solle "wieder besser Fußball spielen". Klingt nach einem Plan. Tipp: 2:1.

Fortuna Düsseldorf - 1. FSV Mainz 05: Fortuna Düsseldorf hat ein Führungsproblem. Fünfmal in Folge erzielten die Rheinländer das 1:0 - und holten aus diesen fünf Spielen trotzdem nur einen einzigen Punkt. Und ausgerechnet jetzt kommt der FSV Mainz 05 nach Düsseldorf. Wieso ausgerechnet? Weil Trainer Friedhelm Funkel in seiner langen Karriere zwar schon sieben Mal in der Bundesliga gegen Mainz antrat, aber noch nie einen Sieg bejubeln durfte. Der FSV gewann vor der Länderspielpause in Paderborn, in Düsseldorf möchte 05-Verteidiger Daniel Brosinski "wichtigen Boden in der Tabelle gutmachen", wie er dem "Kicker" erzählte. Tipp: 1:0

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1. FC Union Berlin - SC Freiburg (alle Samstag, 15.30 Uhr): Viermal spielte der SC Freiburg in seiner Vereinsgeschichte international. Zuletzt 2017/18, als der slowenische Vertreter NK Domzale in der Europa-League-Quali den Einzug in die Gruppenphase verhinderte. Aktuell sind die Breisgauer als Vierter sogar auf Champions-League-Kurs. Allerdings stehen die bisherige Freiburger Gegner mit aus Ausnahme des BVB auf den Plätzen 12, 13, 14, 15, 17 und 18. Weil sie gegen den SC verloren? Oder siegte Freiburg, weil die Konkurrenz so schlecht dasteht?

Den Breisgauern wird's herzlich egal sein. Zumal es jetzt zum 16. geht, zum 1. FC Union Berlin. Qualifiziert sich das Team von Christian Streich also pünktlich zum für die Saison 2020/21 geplanten Umzug ins neue Stadion wieder für Europa? Wenn's so weiter geht, schon. Tipp: 0:2

1. FC Köln - SC Paderborn (Sonntag, 15.30 Uhr): Köln hat nicht nur den VAR-Keller, sondern auch ein echtes Kellerduell. Nicht, weil sich die Video-Assistenten prügeln, sondern weil der Vorletzte Köln den Letzten Paderborn empfängt. Panik herrscht beim sieglosen Schlusslicht nicht, auch wenn angesichts der sechs Pleiten in sieben Spielen erste Zweifel laut werden, ob die Qualität bei den Ostwestfalen für die erste Liga ausreicht.

Dem "Kicker" sagte Trainer Steffen Baumgart: "Wichtig für uns ist, dass der Fußball funktioniert." Der hat bisher allerdings nur einen einsamen Punkt gebracht. Die Kölner suchen derweil dringend Torschützen. In der mit fünf Treffern schwächsten Offensive der Liga hat aus der ersten Angriffsreihe bisher nur Simon Terodde einmal genetzt, Jhon Cordoba und Anthony Modeste warten noch auf ein Erfolgserlebnis. Da kommt die Partie gegen die schwächste Verteidigung der Liga gerade recht. Tipp: 1:1

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TSG Hoffenheim - FC Schalke 04 (Sonntag, 18 Uhr): Wenn Alfred Schreuder die Frage liest, ob er als Hoffenheim-Coach wackelt, lächelt er. Aus traurigem Grund, der ihm aber viel Kraft gibt, wie er dem "Kicker" erklärte. Denn 2006 starb seine Tochter Anouk an den Folgen eines Gehirntumors. Deshalb sagte der 46-jährige Niederländer: "Wenn du deine Tochter verloren hast - was gibt es Schwierigeres?" Eine Antwort darauf fällt zugegebenermaßen schwer. Deshalb ein harter Schnitt zum Sportlichen.

Der Schalker Aufschwung ist bemerkenswert, 14 Punkte, wie sie aktuell auf dem Konto stehen, hatten die Königsblauen in der Vorsaison erst nach 13 Spielen gesammelt. "David Wagner hat uns die Unsicherheit genommen", lobt S04-Angreifer Guido Burgstaller den neuen Trainer. Ein Sieg in Hoffenheim wäre zudem die perfekte Einstimmung auf das Revierderby am darauffolgenden Wochenenede.  Tipp: 2:3

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Wir laufen hier jetzt nicht alle Friede, Freude, Eierkuchen durch die Gegend." Steffen Baumgart, Trainer des SC Paderborn, beschreibt die emotionale Lage beim sieglosen Tabellen-Schlusslicht.

Quelle: n-tv.de

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