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Deutsche Legionäre im Formcheck Özil macht den Henry, Gomez knipst weiter

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Da geht's lang: Mesut Özil.

(Foto: REUTERS)

Gegen Mesut Özil ist in der Premier League kein Kraut gewachsen. Kevin Trapp hat eine überragende Bilanz und der Wechsel in die Türkei ist für Lukas Podolski und Mario Gomez eine wichtige Anschubhilfe.

Gastarbeiter des Wochenendes

Mesut Özil (FC Arsenal): Wie es Mesut Özil gerade geht? Nun, schauen wir kurz auf seinen Twitter-Account:

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Wir halten fest: Er ist richtig gut drauf. Und er hat auch allen Grund dazu. Im Verfolgerduell der englischen Premier League fegten der FC Arsenal und er die Scheich-Crew von Manchester City aus dem Emirates Stadium. Vor allem in der ersten Halbzeit gab's für den Tabellendritten nix zu holen. Arsenal spielte sich in einen wahren Rausch, immer wieder angetrieben von Özil. Der, das ist jetzt keine Überraschung, legte auch die beiden Tore beim 2:1-Erfolg auf. Özil hat damit jetzt nach 17 Spielen 15 Torvorlagen auf seinem Konto - Liga-Bestwert. Und mit dieser sensationellen Bilanz jagt er den Premier-League-Rekord von Thierry Henry (20 Vorlagen). Das der Anschlusstreffer der Citizens in der 82. Minute fiel, als Özil bereits ausgewechselt war, passt ins derzeitige Bild, das der Weltmeister abgibt: Er ist das Herz einer Spitzenmannschaft.

Gefeiert

Mario Gomez (Besiktas): Wir könnten, wenn wir einen hätten, vor dem Torero nur den Hut ziehen. Wer hätte denn bitte erwartet, dass Mario Gomez nach seinem überwiegend traurigen Intermezzo in Florenz noch einmal so aufblüht? Beim 3:2-Erfolg gegen Osmanlispor erzielte der 30-Jährige seinen zwölften Saisontreffer zum 1:1 und ist damit maßgeblich daran beteiligt, dass Besiktas Tabellenführer der türkischen Süper Lig ist. Aber wir wollen an dieser Stelle noch kurz einen anderen Mann ins Rampenlicht stellen: José Ernesto Sosa. Der ehemalige - Sie erinnern sich bestimmt - Profi des FC Bayern traf doppelt für Besiktas. Und unnützes Wissen gibt's gratis oben drauf: In der Saison 2009/2010 waren Sosa und Gomez in München schon einmal Kollegen - und gewannen die Meisterschaft. Ein gutes Omen?

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Läuft: Gareth Bale, links, bedankt sich bei Toni Kroos.

(Foto: REUTERS)

Toni Kroos (Real Madrid): Noch in der vergangenen Woche schimpfte Ex-Real-Coach Bernd Schuster: "Benitez hat Kroos abgesägt." Stimmt nicht, können wir nun konstatieren. Der deutsche Weltmeister stand in der spanischen Primera Division gegen Rayo Vallecano nicht nur in der Startelf, er durfte auch 90 Minuten dirigieren. Und so ganz schlecht hat er das nicht gemacht, denn am Ende gab's ja ein nicht zu unterschätzendes 10:2 - und der Spielmacher hatte die meisten Ballkontakte. Der Kantersieg wurde den Königlichen allerdings auch sehr leicht gemacht, denn Rayo rüpelte so über das Feld, dass es nach 28 Minuten nur noch acht Feldspieler auf dem Rasen hatte. Sei's drum: Kroos spielt wieder und das mehr als ordentlich.

Kevin Trapp (Paris St. Germain): Letzte Woche leistete sich Trapp einen peinlichen Patzer, der beim 5:1-Erfolg seines Teams allerdings nicht wirklich ins Gewicht fiel. Nun war der deutsche Nationalspieler in der französischen Ligue 1 wieder voll auf Höhe und parierte beim 3:0-Erfolg in Caen einen Elfmeter von Andy Delort. Trapp hielt seinen Kasten damit im zehnten von 18 Ligaspielen sauber. Mit nur neun Treffern geht er in die Winterpause - klasse Bilanz.

Gefragt

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Lukas Podolski (Galatasaray): Auch Lukas Podolski gehört ja zu jenen Fußballern, die die Welt an ihrem Profi-Leben fleißig teilhaben lassen. Nach dem 3:2-Erfolg im Verfolgerduell gegen Akhisar Belediyespor twitterte der Weltmeister gut gelaunt: "Hartes Spiel, drei Punkte, Job erledigt." Dass er mal wieder federführend an dem positiven Ausgang der Partie beteiligt war, verschwieg er indes. Dabei hatte Podolski das zwischenzeitliche 2:0 erzielt und auch sonst eine gute Partie gespielt. Es war übrigens bereits der achte Treffer in dieser Spielzeit für den 30-Jährigen. Wie bei Gomez gilt: Mit dem Wechsel in die Türkei alles richtig gemacht.

Per Mertesacker (FC Arsenal): "The Big Fucking German" räumt ordentlich auf. Beim Sieg gegen die offensiv qualitativ und quantitativ üppig ausgestattete Mannschaft von ManCity verlor der Hüne kaum einen Zweikampf - schon gar nicht in der Luft. So auffällig Teamkollege Özil den Angriff dirigiert, so aufmerksam organisiert Mertesacker die Abwehr der Gunners. Bei seinem harten Einsteigen gegen den flinken Raheem Sterling hatte der Innenverteidiger indes viel Glück, dass der Elfmeterpfiff ausblieb.

Nebendarsteller

Antonio Rüdiger (AS Rom): Es geht aufwärts mit den Römern, zumindest ein wenig. Am Mittwoch vergangener Woche noch hatten sie sich im Achtelfinale der Coppa Italia mit einem 2:4 im Elfmeterschießen gegen Spezia Calcio, den Tabellenelften der zweiten italienischen Liga blamiert. Nun ließ die Roma am 17. Spieltag der Serie A ein 2:0 gegen den FC Genua folgen. Und Rüdiger? Spielte im Stadio Olimpico mit dem Griechen Kostas Manolas in der Innenverteidigung - und machte seine Sache über 90 Minuten sehr ordentlich. Seinen Gegenspieler, den Spanier Diego Capel, hatte er im Griff.

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Im Licht der Carpi-Sonne: Sami Khedira.

(Foto: dpa)

Sami Khedira (Juventus Turin): Unauffällig präsentierte sich der Nationalspieler bei Juves 3:2 beim FC Carpi nach seiner Verletzungspause im defensiven Mittelfeld. Für den Titelverteidiger aus Turin war es zum Jahresabschluss der siebte Sieg in Folge in der Serie A, mittlerweile ist Juventus auf Tabellenplatz drei angelangt - mit nur drei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Inter Mailand.

Emre Can (FC Liverpool): Beim enttäuschenden 0:3 in Watford setzte Liverpools Trainer Jürgen Klopp ihn links im defensiven Mittelfeld ein - und Can blieb wie die Kollegen unter seinen Möglichkeiten. Hinterher sagte er der "Bild"-Zeitung: "Unser Ziel vor dem Spiel gegen Watford war die Qualifikation für die Champions League. Aber jetzt sollten wir uns erst mal stabilisieren." Ansonsten lobte er Klopp: "Er hat auf jeden Fall Liverpool verändert mit seiner Spielweise. Er bringt uns Pressing und Gegenpressing bei - wie in Dortmund. Dieser Fußball liegt uns als Mannschaft, die Gegner tun sich sehr schwer mit uns."

Shkodran Mustafi (FC Valencia): Auch mit dem neuen Trainer Gary Neville läuft es nicht so recht in der spanischen Primera Divison. Das 2:2 gegen den FC Getafe war das vierte Ligaspiel unter Neville - und das vierte ohne Sieg. Mustafi spielte 90 Minuten in der Innenverteidigung. Fazit: Er macht das ganz solide.

Zuschauer

Marc-André ter Stegen (FC Barcelona): Bei der Klub-WM in Japan, die Barça gewann, saß der ehemalige Mönchengladbacher wie in der Liga nur auf der Bank. Im Tor beim 3:0 im Endspiel gegen River Plate aus Buenos Aires und beim 3:0 gegen Guangzhou Evergrande aus China im Halbfinale stand der Chilene Claudio Bravo im Kasten - und blieb ohne Fehler.

Miroslav Klose (Lazio Rom): Den Altmeister plagt eine Muskelverletzung - und so war Klose beim etwas überraschenden 2:1 seiner Römer in Mailand nicht dabei. Für Spitzenreiter Inter war es die dritte Niederlage in dieser Saison.

Bastian Schweinsteiger (Manchester United): Bei ManUnited brennt der Baum. Nach dem 1:2 gegen Abstiegskandidat Norwich City steht Trainer Louis van Gaal zur Disposition. Und Schweinsteiger? Fehlte wieder, weil immer noch gesperrt.

Robert Huth (Leicester City): Gesperrt war auch der Kollege Huth - was Leicester City nicht daran hinderte, mit dem 3:2 beim FC Everton seinen sensationellen Siegeszug in der englischen Premier League fortzusetzen. Nur Arsenal auf Platz zwei hält da noch mit.

Quelle: n-tv.de

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