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Prima Smartphone für 300 Euro Ist das Moto G4 Plus ein Preisknüller?

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Das Moto G4 hat als Plus-Modell einen Fingerabdrucksensor unterm Display.

(Foto: kwe)

Ist das Moto G4 Plus wie seine Vorgänger ein echtes Schnäppchen oder versinkt das Smartphone im Mittelklasse-Preiskampf? Im Test zeigt es viele Stärken, vor allem die Kamera überzeugt. Hersteller Lenovo ist aber nicht alles gelungen.

Das erste Moto G war im Winter 2013 für n-tv.de das erste echte "Volks-Smartphone", weil Motorola für weniger als 200 Euro sehr solide Mittelklasse-Hardware und fast pures, zukunftssicheres Android bot. Inzwischen ist Lenovo der Hersteller und Motorola gibt es nicht mehr - wohl aber das Moto G. Seit Kurzem ist die vierte Generation im Handel, n-tv.de hat sich die besser ausgestattete Plus-Version angeschaut, die ab 299 Euro zu haben ist. Das einfache Modell ist 50 Euro günstiger, hat aber keinen Fingerabdrucksensor und eine schwächere Kamera.

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Im Moto G4 ist Platz für zwei SIM-Karten.

(Foto: kwe)

Optisch ist auch das neue Moto G kein Brüller. Aber es liegt mit seinem breiten, runden Rahmen schön in der Hand und ist trotz eines auf 5,5 Zoll angewachsenen Displays etwas schlanker als der Vorgänger. Außerdem kann man das Aussehen wie bei anderen Motos aufpeppen, indem man im Moto Maker unter anderem eine farbige Rückseite auswählt.

Schönes Display, gute Leistung

Der Bildschirm löst in Full-HD auf und erreicht eine ausreichend scharfe Pixeldichte von 401 ppi. Das LCD kann hell leuchten, zeigt kräftige Kontraste und liefert natürliche Farben - wenn man in den Einstellungen "normal" statt "intensiv" wählt. Passt.

Die wichtigsten Spezifikationen

  • System: Android 6.0.1
  • Display: 5,5 Zoll, LCD, 1920 x 1080 Pixel, 401 ppi
  • Prozessor: Snapdragon 617, 8 Kerne, bis zu 1,5 GHz
  • Arbeitsspeicher: 2/4 GB
  • Interner Speicher: 32/64 GB + microSD
  • Dual-SIM
  • Kamera: 16 MP, f/2.0, Laserautofukus + PDAF
  • Frontkamera: 5 MP, f/2.2
  • Sensoren: Beschleunigung, Gyroskop, Umgebungslicht, Fingerabdruck
  • Netze: LTE (Cat 4), WLAN a/b/g/n
  • Bluetooth 4.2 LE
  • Akku: 3000 mAh
  • Abmessungen: 153,3 x 76,6 x 9,8 mm
  • Gewicht: 155 g

Auch an der Leistung gibt es nichts auszusetzen. Der 8-Kern-Prozessor Snapdragon 617 sorgt für eine jederzeit flüssige Bedienung, Ruckler oder Päuschen leistete sich das Moto G4 Plus im Test nie. 2 Gigabyte Arbeitsspeicher sind normalerweise ebenfalls genug. Harte Multitasker können für 45 Euro extra 4 Gigabyte einbauen lassen. Dann wächst auch der interne Speicher von 32 auf 64 Gigabyte. Ein faires Angebot.

Cool: Unter der abnehmbaren Rückseite ist Platz für eine microSD-Karte und zwei SIM-Karten, Lenovo hat Nano-Adapter für alle Fälle schon eingesteckt. Den Akku können Besitzer nicht selbst wechseln. Die Batterie bringt das Gerät aber im Normalfall immer über den Tag und sie kann schnell geladen werden. Einen NFC-Chip hat sich Lenovo ebenso gespart wie einen modernen USB-C-Anschluss. Viele Nutzer dürften beides nicht vermissen.

Feine Kamera, Sensor und Home-Button getrennt

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Auch bei deaktiviertem HDR macht das G4 im Automatik-Modus sehr schöne Bilder.

(Foto: kwe)

Glanzstück des Moto G4 Plus ist die Kamera auf der Rückseite. Sie ist im Handumdrehen schussbereit und fokussiert schnell und genau. Mit 16 Megapixeln macht sie bei Tageslicht ausgesprochen schöne und detailreiche Bilder. Noch bessere Resultate erzielt man, wenn man den Profi-Modus der gelungenen Kamera-App richtig einsetzt. Auch bei schwächerem Licht schlägt sich die Kamera wacker, bei zunehmender Dunkelheit gibt's statt Feinheiten aber eher Rauschen. Auch die Full-HD-Videos des Moto G4 Plus können sich mehr als sehen lassen und mit einer 5-Megapixel-Frontkamera zeigt das Smartphone gute Selfie-Qualitäten. Das einfache Moto G4 besitzt die gleiche 13-Megapixel-Kamera wie der Vorgänger.

Ein weiteres Plus beim 50 Euro teureren Modell ist der Fingerabdrucksensor auf der Vorderseite, der schnell und meist fehlerfrei das Gerät entsperrt. Damit hat's sich dann aber auch schon, ein Home-Button verbirgt sich unter dem Scanner nicht. Lenovo hat sich entschieden, so weit wie möglich pures Android einzusetzen und dazu gehören die Navigationstasten auf dem Bildschirm. Das ist okay, so erhalten Nutzer schneller und länger Updates des Betriebssystems. Vielleicht wäre der Sensor aber auf der Rückseite unter dem Moto-Logo besser aufgehoben gewesen.

Ist das Moto G4 Plus ein Preisknüller? Nur dann, wenn man auf genau die Dinge Wert legt, mit denen das Smartphone glänzt: starke Kamera, schönes Display und fast unverfälschtes Android. Ansonsten gibt es auch gleichwertige Konkurrenten, vor allem Huawei bietet mit dem P9 Lite oder dem Honor 5x Geräte mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis an.

Quelle: n-tv.de

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