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Nicht gut für die Beziehung Arbeitsstress steckt den Partner an

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Stress auf Arbeit beeinflusst die Partnerschaft negativ.

(Foto: imago/allOver-MEV)

Mitmenschen können sich nicht nur mit Bakterien und Viren infizieren, sondern auch mit der Laune des Gegenübers. Forscher untersuchen, wie es sich mit Stress verhält, den der Liebste von seiner Arbeit mit nach Hause bringt. Sie raten zu einer klaren Trennung der Bereiche.

Stress am Arbeitsplatz kann sich auf den Partner zu Hause übertragen und dessen Gesundheit und Wohlbefinden negativ beeinflussen. Das haben Forscher um Professorin Paula Brough vom Lehrstuhl für Organisationspsychologie der Griffith University in Australien herausgefunden. Rund die Hälfte der Befragten gab an, dass sich Stress am Arbeitsplatz negativ auf den Partner und die Beziehung auswirkt, schreiben die Forscher im "Australian Journal of Psychology".

"Mit unserer Studie konnten wir herausfinden, dass die Übertragung von Stress wirklich stattfindet und die Beziehung darunter leidet. Dabei ist es unerheblich, ob die Paare bereits Kinder haben oder kinderlos sind", erläutert Brough. In der Fachsprache wird das  Phänomen als Stressübertragung bezeichnet. Die Ergebnisse sind eine Teil der Befunde einer größeren Untersuchung, die zum Ziel hat, herauszufinden, wie Angestellte Stress durch Mobbing am Arbeitsplatz bewältigen.

Für das aktuell veröffentlichte Resümee wurden insgesamt 16 Paare, bei denen beide Partner Einkommen aus Vollzeitbeschäftigung erhielten, ausgewählt. Beide Partner wurden gleichzeitig von einem Studienmitarbeiter befragt. Den Forschern ist klar, dass Stressfaktoren auch von der Familie selbst und außerhalb des Berufsumfeldes auftreten können. Es zeigte sich aber, dass der Stressfaktor Arbeit oftmals so groß war, dass dem (Ehe-)Partner davon berichtet werden musste. Die Forscher sahen, dass dadurch die Gesundheit des Partners negativ beeinflusst wurde. Darüber hinaus gab es sogar eine Schwächung des allgemeinen Wohlbefindens an dessen Arbeitsplatz. Dabei war es egal, ob der Mann oder die Frau vom Stress aus ihrem Arbeitsumfeld berichteten oder sich davon berichten ließen.

Die Forscher rufen Arbeitnehmer und -geber auf der Grundlage ihrer Befunde dazu auf, besonderes Augenmerk auf die sogenannte Work-Life-Balance zu legen. Nur eine echte Trennung von Beruf und Privatleben könne die Ansteckung des Partners mit arbeitsbedingtem Stress fernhalten.

Quelle: n-tv.de, jaz

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