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Studie bestätigt Klischee Aussicht auf Sex macht uns zu Lügnern

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Wenn es um Sex geht, ist uns die Wahrheit gar nicht mehr so wichtig.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vermutet wurde es schon lange, nun ist es wissenschaftlich erwiesen: Bei der Aussicht auf Sex wird gelogen, was das Zeug hält. Alles nur "typisch Mann"? Mitnichten. Wir alle sind Opfer unserer Triebe.

Die Ärzte - die Rockband, nicht die Mediziner - wussten es schon immer: "Er lügt, dass sich die Balken biegen, nur um dich ins Bett zu kriegen", trällerte Farin Urlaub 1998 im Song "Männer sind Schweine". Was in der Gesellschaft schon lange vermutet wurde, hat nun eine Studie von Forschern der University of Rochester in den USA und des IDC Herzliya in Israel bestätigt.

Teilgenommen haben 634 heterosexuelle Frauen und Männer, die die Forscher in zwei Gruppen teilten: Die eine wurde sexuell stimuliert, die Kontrollgruppe nicht. Der Studie nach nehmen Männer es mit der Wahrheit nicht mehr ganz so genau, sobald sie Aussicht auf Sex haben. "Das war ja klar", denkt sich jetzt manch einer, doch auch die Frauen dieser Welt verbiegen in diesem Fall die Realität. Dabei kann die realistische Aussicht auf Sex noch so gering sein - eine kleine Stimulation wie ein kurzer Blick auf ein erotisches Bild reichen den Tests zufolge schon völlig aus, um Reaktionen des limbischen Systems im Gehirn auszulösen.

Die "Betroffenen" merken es in dem Fall vielleicht gar nicht selbst, doch ihr Verhalten beginnt sich zu ändern. Die Probanden geben vor, die Meinung oder Vorlieben des Objekts der Begierde zu teilen - auch wenn die in der eigenen Vorstellung zuwiderlaufen. Damit erhöhen sich die Chancen auf Nähe und damit auf Sex, fanden die Psychologen heraus und plötzlich finden beide lange Spaziergänge, Essen gehen mit den Eltern oder wilde Partys ganz super.

Auch die Zahl der bisherigen Geschlechtspartner wird der Studie zufolge nach unten korrigiert, da man nicht zu freizügig wirken will. Die meistgewählte Zahl ist die Sieben. Das Fazit der Forscher: "Ist das Gehirn sexuell stimuliert, will sich jeder im bestmöglichen Licht präsentieren. Das heißt, dass wir uns Fremden gegenüber besser darstellen, als wir eigentlich sind", sagt die Professorin Gurit Birnbaum.

Quelle: n-tv.de, lri/spot