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Mücken krank machen Bakterium schwächt Zika-Virus

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Vor allem Aedes aegypti Mücken verbreiten das Virus. Sie sind im Gegensatz zu anderen Arten auch tagsüber aktiv.

(Foto: AP)

Im Kampf gegen das Zika-Virus werden alle Möglichkeiten geprüft. Brasilianische Forscher greifen nun auf einen Krankmacher zurück. Sie infizieren damit Mücken und setzen diese aus, damit sich die Infektion weiter ausbreitet.

Die Übertragung des Zika-Virus auf den Menschen und dessen gesundheitlichen Folgen haben zu einer globalen Gesundheitskrise geführt. Aus diesem Grund forschen Wissenschaftler mit Hochdruck daran, ein Mittel gegen das Virus zu finden. Forscher der Oswaldo Cruz Foundation in Rio de Janeiro haben nun einen Weg gefunden, die Verbreitung des Virus zu reduzieren. Durch die Infektion von Mücken mit einem Bakterium kann ihrer Untersuchung zufolge die Übertragung des gefährlichen Zika-Virus verhindert werden. Mit dem Bakterium Wolbachia infizierte Mücken trugen weniger Teile des Zika-Virus in sich, so dass die Übertragung der Krankheit auf den Menschen erschwert wurde. Das geht aus der Veröffentlichung der Ergebnisse der brasilianischen Studie in der Zeitschrift "Cell Host & Microbe" hervor.

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Die mikroskopische Aufnahme zeigt Wolbachia in einer Insektenzelle.

(Foto: Scott O'Neill, wikipedia, CC BY 2.5)

Die Forscher setzen demnach darauf, Mücken zuerst mit dem Bakterium anzustecken und danach in der Natur auszusetzen. Sie sollen sich dann mit wilden Mücken paaren und das Bakterium weiterverbreiten. Die Hoffnung sei, dass die infizierten Mücken andere Mücken verdrängten, erklärte Studienautor Luciano Moreira von der Oswaldo Cruz Foundation in Rio de Janeiro.

In mehr als 30 Ländern nachgewiesen

Zika steht im Verdacht, bei Föten zu schweren Schädelmissbildungen zu führen. Der Erreger wird über Mückenstiche und wahrscheinlich auch beim Geschlechtsverkehr übertragen. Das Virus ist bisher in mehr als 30 Ländern aufgetreten. Am schwersten ist Brasilien betroffen.

Bislang hatten Forscher befürchtet, dass durch die Infektion der Mücken mit dem Bakterium Wolbachia andere Krankheiten leichter übertragen würden. Die neuen Studienergebnisse hätten diese Bedenken entkräftet, sagte Jason Rasgon, Insektenforscher an der Penn State University.

Moreira warnte dagegen, dass die Strategie, Mücken mit dem Bakterium zu infizieren, nicht hundertprozentig wirksam sei. Sie solle deshalb in Verbindung mit anderen Maßnahmen zur Mückenabwehr genutzt werden. Dennoch könnten die infizierten Mücken ein wirksames Mittel sein, um die Verbreitung des Zika-Virus zu reduzieren.

Wolbachia gegen Dengue-Fieber

Weder die Idee, die Mücken als Krankheitsüberträger zu infizieren, noch der Einsatz von Wolbachia-Bakterien ist neu. Forscher setzten das Bakterium bereits erfolgreich im Kampf gegen den Dengue-Virus ein, mit dem sich jährlich schätzungsweise 390 Millionen Menschen vor allem in Asien infizieren. Die Wolbachia-Infektion machte die Mücken weitgehend bis vollständig resistent gegen die Dengue-Erreger.

Quelle: ntv.de, jaz/rts