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Der Streit um den Ausstieg aus der Braunkohle beschäftigt derzeit auch die Jamaika-Parteien.
Der Streit um den Ausstieg aus der Braunkohle beschäftigt derzeit auch die Jamaika-Parteien.(Foto: imago/Jochen Tack)
Montag, 30. Oktober 2017

Niveau wie vor Millionen Jahren: CO2-Konzentration steigt in Rekordtempo

Kurz vor Beginn der Weltklimakonferenz in Bonn schlagen die Vereinten Nationen Alarm: Die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre habe ein Niveau erreicht wie seit Millionen Jahren nicht mehr, warnen UN-Klimaexperten. Das könne schlimme Folgen haben.

Die Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) hat sich im vergangenen Jahr so schnell erhöht wie noch nie. Sie sei jetzt so hoch wie seit Millionen Jahren nicht mehr, teilte die UN-Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf mit. Als vor drei bis fünf Millionen Jahren die CO2-Werte diese Höhe hatten, sei die Welt im Schnitt um etwa drei Grad wärmer gewesen. Das Eis in Grönland und Teilen der Antarktis sei geschmolzen und der Meeresspiegel habe zehn bis 20 Meter höher gelegen.

Im Jahr 2016 legte die CO2-Konzentration laut WMO 50 Prozent schneller zu als im Schnitt der vergangenen zehn Jahre. Kohlendioxid ist das Haupt-Treibhausgas. Aber auch die Konzentration anderer Treibhausgase - wie etwa - Methan erhöhten sich, wenn auch nicht in gleichem Tempo wie CO2. Die Daten wurden rund eine Woche vor der Weltklimakonferenz in Bonn veröffentlicht.

Deutschland ist organisatorischer Gastgeber für die Fidschi-Inseln, die die Präsidentschaft innehaben und besonders von der Erderwärmung und dem Anstieg des Meeresspiegels bedroht sind. Bis zu 25.000 Menschen werden in Bonn erwartet, wo das UN-Klimasekretariat UNFCCC seinen Sitz hat. Neben Delegierten aus 196 Staaten zählen dazu rund 500 Nichtregierungsorganisationen und mehr als tausend Journalisten aus aller Welt.

Klimawandel auch Thema bei Sondierungen

Die Bonner Konferenz könnte auch einen Einfluss auf die Koalitionsgespräche haben, bei denen sich Union, FDP und Grüne über das Thema Klimaschutz in der vergangenen Woche nicht verständigen konnten. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird voraussichtlich Mitte November bei der zweiwöchigen Konferenz sprechen und muss sich dann auch zu den deutschen Klimazielen äußern.

Nach bisherigem Stand wird Deutschland die selbst gesteckten Ziele für 2020 deutlich verfehlen. Zwar besteht bei den Jamaika-Parteien Konsens, dass das nationale Klimaziel eingehalten werden muss, doch vor allem der Weg zum 2020er Ziel sorgt für Streit. So lehnt die FPD etwa die Forderung der Grünen nach einem Kohleausstieg bis zum Jahr 2030 ab.

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Quelle: n-tv.de

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