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Bakterien bleiben trotzdem Chemiezusatz in Seife ist wirkungslos

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Antibakterielle Wirkstoffe schaffen nicht mehr als Seifen ohne diese Zusätze.

Händewaschen? Na klar. Neben gewöhnlichen Seifen sind dafür auch viele Produkte mit antibakteriellem Wirkstoff im Angebot. Die müssten doch noch besser vor Krankheiten schützen, oder? Forscher beweisen das Gegenteil.

Ein antibakterieller Wirkstoff in der Seife bietet beim Händewaschen keinen zusätzlichen Nutzen. Triclosan, das in vielen festen und flüssigen Seifen steckt, reduziert in der üblichen Konzentration die Bakterienzahl nicht. Das bestätigt ein Forscher-Team aus Südkorea im "Journal of Antimicrobial Chemotherapy". Die Gruppe um Min-Suk Rhee von der Korea University in Seoul kam gleich in mehreren Versuchen zu diesem Ergebnis.

Triclosan

Triclosan ist ein hochpotenter Bakterienhemmer, der seit Jahrzehnten in etlichen Kosmetik-Produkten und Desinfektionsmitteln verwendet wird. Zunehmend wird er außerdem für schweißhemmende Kleidung sowie in Haushaltsreinigern und Waschmitteln eingesetzt. Auf die eine oder andere Weise kommt fast jeder Mensch mehrmals täglich in näheren Kontakt mit Triclosan. In der Folge sammelt sich der Stoff im Körper an. In Studien wurde die Substanz in Blut, Urin und Muttermilch nachgewiesen.

Triclosan wird auch in Deutschland in sehr vielen Produkten verwendet. In Lebensmitteln und in Materialien, die direkt mit Nahrung in Berührung kommen, darf es europaweit seit 2010 nicht mehr nicht eingesetzt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät seit Jahren vom Einsatz des Wirkstoffs bei Waschmitteln und Textilien ab. Die Gefahr von Resistenzen gegen Triclosan und andere antimikrobiell wirkende Substanzen drohe, warnt die Behörde.

Die Forscher setzten 20 Bakterienstämme für 20 Sekunden einer Seifenlösung mit 0,3 Prozent Triclosan aus. Das entspricht etwa der Zeit des Händewaschens und der höchsten in der EU und vielen Ländern erlaubten Konzentration in Seifen. Weder in einem Versuch bei 22 Grad Celsius noch bei 40 Grad hatte die Triclosan-Lösung einen besseren Effekt als dieselbe Seifenlösung ohne Triclosan. Ein merklicher Unterschied zwischen Seifenlösungen mit und ohne die Chemikalie zeigte sich erst nach einer Einwirkzeit von etwa neun Stunden.

Dann baten die Forscher 16 gesunde Erwachsene, sich die Hände mit einer der beiden Seifenlösungen zu waschen. In beiden Fällen wurde die Bakterienzahl etwa gleich stark reduziert. Die Forscher räumen ein, dass Lösungen mit höheren Konzentrationen von 0,45 bis 2,0 Prozent Triclosan in früheren Studien einen spürbaren Effekt auf Bakterien hatten. Derzeit dürfen solche Seifen aber in vielen Staaten nicht mehr verwendet werden.

Zusatz kann gesundheitsschädlich sein

Triclosan steht wegen möglicher Gesundheitsschäden schon lange in der Kritik. Ende 2014 kam ein US-Forscherteam im Versuch mit Mäusen zu dem Schluss, dass Triclosan Leberkrebs fördern könnte. Bereits 2006 hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zudem gefordert, antibakterielle Wirkstoffe wie Triclosan sollten der Desinfektion in Krankenhäusern und Arztpraxen vorbehalten bleiben. Andernfalls könnte die Resistenzentwicklung von Bakterien gefördert werden.

Triclosan, das in vielen Desinfektions- und Reinigungsmitteln, Kosmetika und spezieller Kleidung steckt, kann auch Folgen für die Umwelt haben. Es ist nach Angaben des Umweltbundesamtes giftig für Algen. Ein Abbaustoff davon reichere sich in Fischen an.

Ein Team um Christina Pieper vom Bundesinstitut für Risikobewertung kam in einer Studie 2014 zu dem Schluss, dass antimikrobielle Stoffe auch in Haushaltsreinigern überflüssig sind: "Gesundheitliche Risiken durch Mikroorganismen sind in einem regelmäßig gereinigten Haushalt nicht zu befürchten, vorausgesetzt, die Grundregeln der Hygiene werden beachtet."

Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) teilte zur Verwendung von Triclosan mit, es gebe keine neuen wissenschaftlich anerkannten Erkenntnisse, die die Anwendung in kosmetischen Mitteln in Frage stellen könnten. Die Sicherheit von Triclosan sei mehrfach überprüft worden.

Quelle: n-tv.de, Simone Humml, dpa

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