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"Mission Plato" scannt eine Million Sterne ab Die ESA sucht den Erd-Zwilling

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ESA-Illustration zur Suche nach exoplanetaren Systemen: Gibt es da draußen noch Leben? Die ESA will es mithilfe von "Plato" herausfinden.

(Foto: dpa)

Wie häufig kommen Planeten wie die Erde in unserer Galaxie vor? Und: Bieten diese Bedingungen, die die Evolution von Leben zulassen? Diese Fragen will die Europäische Weltraumagentur ESA beantworten. "Plato" hilft ihr dabei.

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So könnte "Plato" aussehen: Vorschlag für die Umsetzung der Firma Thales Alenis Space.

(Foto: ESA)

Eine Million Sterne soll eine Raumsonde auf der Suche nach erdähnlichen Planeten absuchen: Die Europäische Weltraumagentur ESA hat das Projekt "Mission Plato" (Plato für: PLAnetary Transits and Oscillations of stars) auf den Weg gebracht. Die Raumsonde soll spätestens 2024 ins All starten und sechs Jahre lang einen großen Teil des Himmels absuchen, wie die ESA in Paris mitteilte. Plato ist Bestandteil des Programms "Kosmische Vision 2015–2025".

"Platos Entdeckungen werden dazu beitragen, den Aufbau unseres Sonnensystems mit anderen Planetensystemen zu vergleichen", sagte Alvaro Giménez, ESA-Direktor für Wissenschaft und robotische Exploration.

Deutschland in der Führungsrolle

Deutschland übernimmt dabei eine Führungsrolle: Die Leitung der Mission wird beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) liegen, auch das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen ist beteiligt. Dort sollen die Daten von "Plato" ausgewertet werden. MPS-Direktor Prof. Dr. Laurent Gizon ist sehr zuversichtlich: "Plato wird Planeten wie die Erde entdecken, die die notwendigen Voraussetzungen für Leben bieten".

Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Raumsonde Plato mit der stattlichen Anzahl von 34 Teleskopen ausgestattet. Diese sollen "die gesamte Vielfalt der Sterne und Planetensysteme in unserer Galaxie erfassen", so das MPS. Ein Ziel sei es, eine Million Lichtkurven von Sternen auszuwerten und ihre seismische Aktivität zu untersuchen. Aus diesen Daten kann man auf Radius, Masse und Alter der Sterne schließen. "Dieser 'PLATO-Katalog' wird von unschätzbarem Wert für viele kommende Generationen von Astronomen sein", so Gizon. "Besonders, weil er auch die Planeten enthalten wird, bei denen eine weitergehende Suche nach Leben sinnvoll ist."

Quelle: n-tv.de, abe/dpa

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