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Von 2,5 Millionen Sternen fanden die Forscher mehr als 200 mit merkwürdigem Lichtspektrum. (Archivbild)
Von 2,5 Millionen Sternen fanden die Forscher mehr als 200 mit merkwürdigem Lichtspektrum. (Archivbild)(Foto: Nasa)
Mittwoch, 26. Oktober 2016

234 Zivilisationen um ferne Sterne?: Forscher deuten Impulse als Alien-Signale

Kanadische Forscher beobachten auf mehr als 200 Sternen merkwürdige Lichtimpulse. Woher diese kommen, können sie nicht sagen - alle bekannten Erklärungen schließen sie jedoch aus. Übrig bleibt nur eine: Außerirdische, die Kontakt aufnehmen wollen.

Forscher der kanadischen Universität Laval haben bei 234 Sternen ein Lichtflackern beobachtet, das sie sich nicht erklären können. In der Studie, die im Fachblatt "Publications of the Astronomical Society of the Pacific" eingereicht wurde, erklären die beiden Wissenschaftler Ermanno Borra und Eric Trottier zudem, die wahrscheinlichste Erklärung ihrer Beobachtungen seien Signale außerirdischer Zivilisationen.

Die Astronomen haben Datensätze der "Sloan Digital Sky Survey" durchforstet, die zum Ziel hat, den Himmel zu kartographieren. Die Spektralanalysen von 2,5 Millionen Sternen haben ergeben, dass 234 davon ein mysteriöses Signal produzieren. Es handelt sich um Lichtimpulse, die in einem konstanten Zeitintervall ausgesendet werden.

Diese Signale entsprechen exakt der Form, die Signale außerirdischer Lebensformen hätten, schreiben die Forscher. Bereits im Jahr 2012 hatte Borra eine Studie zu der Frage veröffentlicht, wie Signale Außerirdischer aussehen könnten. Die 234 Sterne weisen den Forschern zufolge zudem ein ähnliches Spektrum auf wie unsere eigene Sonne - und hier gibt es bekanntermaßen einen Planeten mit Leben. Gibt es also auch um diese Sterne Planeten, die fortgeschrittene Zivilisationen beheimaten?

Beobachtungen sollen überprüft werden

Die Forscher können eigenen Angaben zufolge andere Erklärungen für ihre Beobachtungen wie etwa Datenreduktion oder Messverfälschungen ausschließen. Für "unwahrscheinlich" halten die Wissenschaftler die Möglichkeit, dass die Signale aufgrund einer enorm ungewöhnlichen chemischen Zusammensetzung der Sterne entstehen. Die These, es handle sich um Signale außerirdischer Lebensformen, müsse noch "mit weiteren Untersuchungen unterstützt werden", schreiben die Astronomen.

Und in der Tat: In der wissenschaftlichen Welt blickt man zwar mit Interesse, aber dennoch mit großer Skepsis auf die Beobachtungen der beiden Kanadier. Die "Breakthrough Listen Initiative", ein wissenschaftliches Projekt, das nach intelligentem Leben im Universum sucht, hat bereits angekündigt, sich einige der 234 merkwürdig flackernden Sterne genauer anzuschauen.

Besonders zuversichtlich ist man dort jedoch bislang nicht. Es sei sicherlich lohnenswert, sich die Objekte mit merkwürdigen Spektren genauer anzuschauen, heißt es in einer Stellungnahme, die sich auf die kanadischen Behauptungen bezieht. Und weiter: "Außergewöhnliche Behauptungen erfordern außergewöhnliche Beweisen."

Vorsicht ist auch angebracht. Immer wieder machen Meldungen über unerklärliche Beobachtungen die Runde, bei denen als Erklärungsmodell schließlich außerirdische Zivilisationen angeführt werden. Prominentestes Beispiel ist KIC 8462852, der Stern, der durch seine unerklärlichen Helligkeitsschwankungen im vergangenen Jahr für wilde Spekulationen über eine dort lebende außerirdische Zivilisation gesorgt hat.

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Quelle: n-tv.de