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Lebendes Fossil Forscher fangen Hai mit Gruselpotenzial

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Der aalartig langgezogene Körper des Kragenhais erreicht eine Länge von bis zu zwei Metern.

(Foto: imago/StockTrek Images)

Ein extrem seltener Meeresbewohner geht Wissenschaftlern vor der portugiesischen Küste ins Netz. In 700 Metern Tiefe fangen sie einen Kragenhai. Dabei handelt sich um eine Hai-Art, die aus der Dinosaurierzeit stammt.

Im vergangenen Jahr hat der Ozean mehrmals prähistorische Tiefseekreaturen zum Fotografieren und Studieren aus der Tiefsee emporgespült. Das neueste Wesen ist ein eigentümliches Geschöpf, das in sehr großen Tiefen lebt, halb Hai, halb Aal ist und 300 Zähne hat.

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Die Wissenschaftler waren eigentlich für ein EU-Projekt auf See, um eine Lösung gegen "unerwünschte Fänge bei kommerziellen Fischfängen zu finden", berichtet die britische "BBC". Stattdessen geriet die Besatzung des portugiesisches Trawlers an der Algarve vor der Ortschaft Portimao an einen eigenartig alt aussehenden Hai "mit ungewöhnlichen Merkmalen". 

Bei dem sogenannten Kragenhai (auch Krausenhai oder Schlangenhai) handelt es sich um eine extrem seltene Hai-Art, die auf eine sehr alte Geschichte zurückblickt. Fossilienfunde belegen, dass der Kragenhai schon vor 95 Millionen Jahren auf der Erde gelebt hat. Einige Forscher gehen sogar davon aus, dass es die Haie bereits vor 380 Millionen Jahren gab. Weil sie sich seit Urzeiten aber kaum verändert haben, werden sie auch als "lebende Fossile" bezeichnet.

Schlangenähnliche Anatomie "sehr selten"

Wie Margarida Castro von der Universität der Algarve in Faro dem Nachrichtensender SIC Notícias sagte, ging das Exemplar in einer Tiefe von rund 700 Metern ins Netz. Der Hai sei männlich und 1,5 Meter lang. Die schlangenähnliche Anatomie des "Dinosaurier-Haies" sei sehr selten und biologisch kaum untersucht, weil der Fang eines Exemplares "äußert kompliziert" sei.

Während seine Artgenossen wie der Tyrannosaurus rex vor langer Zeit ausgestorben sind, schwimmt dieser Hai immer noch in Meerestiefen von mindestens 700 Metern. Dort ist er ständiger Dunkelheit, Druck und extremer Kälte ausgesetzt. Wie das Forschungszentrum Centro de Ciencas do Mar in Faro mitteilt, lebt der Rüschenhai normalerweise im Atlantik und in Gewässern nahe Australien, Neuseeland und Japan. Dort wurde zuletzt 2007 ein solcher Fisch gesichtet.

Dass die Wissenschaftler ein lebendes Exemplar fangen konnten, gleicht einer kleinen Sensation: In der Regel bekommt der Mensch Kragenhaie nur zufällig als Beifang der Tiefsee-Leinenfischerei zu Gesicht und dann sind die Raubfische meist bereits tot.

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Quelle: n-tv.de, dsi

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