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Pflanzenzucht in der Antarktis Forscher starten Test für Weltraumgemüse

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Die Pflanzenzucht in der Antarktis kommt ganz ohne Erde aus.

(Foto: DLR)

Um sich den lebenswidrigen Bedingungen im All anzupassen und mögliche Langzeit-Weltraumflüge vorzubereiten, züchten Forscher bald Gemüse in der Antarktis. Dazu wird ein eigens dafür entwickeltes Labor errichtet.

Ein neuartiges Gewächshaus soll Ende des Jahres in der Antarktis errichtet werden, um den Gemüseanbau im All zu simulieren. Unter dem Projektnamen "Eden-ISS" wird dazu in einem Container nahe der Forschungsstation Neumayer III ein geschlossenes System erzeugt.

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Wissenschaftler auf der Station Neumayer III forschen bereits seit 2009 in der Antarktis.

(Foto: dpa)

Unter künstlichem Licht und ganz ohne Erde werden dort dann Gurken und Salat angebaut, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mitteilte. Das unter DLR-Leitung entwickelte Gewächshaus könnte dann in Zukunft genutzt werden, um die Astronauten auf bemannten Weltraumflügen mit Frischgemüse zu versorgen. Die Station dient aber auch zur Untersuchung von Mikroorganismen und deren Verhalten innerhalb der Pflanzenzuchtkammern.

Ein Forscher des DLR wird im Dezember 2017 für ein Jahr in die Antarktis reisen, um das Labor samt Gewächshaus in einer Langzeiterprobung unter Extrembedingungen zu betreuen. Die Besatzung wird dabei in der naheliegenden "Neumayer III"-Station untergebracht. Trotz beschwerlicher Bedingungen in der Antarktis leben und arbeiten dort ganzjährig Wissenschaftler.

Das "Eden-ISS"-Projekt wird von der Europäischen Union im Rahmen des Horizon 2020 Forschungsprogramms mit einem Wert von 4,5 Millionen Euro gefördert. Das Projekt wurde im März 2015 offiziell gestartet und läuft noch bis zum Abschluss der einjährigen Bereitstellungsphase in der Antarktis weiter.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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