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"Ein wichtiger Schritt" Forscher züchten "einfache" Niere

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Die Niere, die Forscher aus Stammzellen gewonnen haben, ähnelt von den Zelltypen her der eines Embryos.

(Foto: picture alliance / dpa)

Forschern aus Australien und den Niederlanden gelingt es, aus Stammzellen eine "rudimentäre" Niere zu erzeugen. Zwar besteht diese nur aus 2 von sonst 20 verschiedenen Zelltypen, doch sie könnte in Zukunft Tierversuche überflüssig machen.

Bei der Forschung an im Labor erzeugten Organen ist Wissenschaftlern aus Australien und den Niederlanden offenbar ein bedeutender Fortschritt geglückt. Im Fachjournal "Nature" berichten die Forscher, dass ihnen die Züchtung einer rudimentären Niere aus Stammzellen gelungen sei. Die "nierenähnliche Struktur" sei zwar noch kein Ersatz für natürliche Nieren, allerdings könne sie beispielsweise in Zukunft den Einsatz von Tieren bei der Medikamentenforschung überflüssig machen.

Da es an geeigneten Spenderorganen meistens mangelt, arbeiten Wissenschaftler schon seit Langem an einer Möglichkeit, funktionsfähige Organe aus umprogrammierten Zellen zu erschaffen. Eine große Schwierigkeit dabei ist, dass viele Organe aus einer großen Zahl unterschiedlicher Zelltypen bestehen - allein die menschliche Niere setzt sich aus mehr als 20 verschiedenen Zelltypen zusammen. Die nun von den Forschern hergestellte rudimentäre Niere besteht dagegen nur aus zwei verschiedenen Zelltypen und ähnelt damit der eines Embryos.

Allerdings seien dies genau die beiden Typen, an denen sich Nierenschäden durch Medikamente am besten nachvollziehen ließen, schrieb der Anatomieexperte Jamie Davies von der Universität Edinburgh in "Nature". Den Forschern aus Australien und den Niederlanden sei zwar "ein wichtiger Schritt" auf dem Weg zur künstlich erzeugten Niere gelungen, schrieb Davies. Aber noch immer sei es "ein weiter Weg" bis tatsächlich eine transplantierbare Niere im Labor hergestellt werden könne.

Quelle: ntv.de, jki/AFP