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Ob Buddha, Jesus oder Allah Glaube kann Therapien beeinflussen

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Ein Gebet beruhigt und führt zu sich selbst.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Glaube versetzt nicht nur Berge, sondern steht auch im direkten Zusammenhang mit den Behandlungserfolgen von Patienten der Psychiatrie. Das finden Forscher aus den USA heraus. Dabei war es völlig egal, welcher Religion die Betroffenen angehörten. Das Problem an der Sache, man kann Glaube nicht verordnen.

Der Glaube an einen Gott oder eine höhere Macht kann kurze Behandlungen in der Psychiatrie positiv beeinflussen. Das folgern US-Forscher aus einer einjährigen Patienten-Studie. Die Religionszugehörigkeit war dabei völlig egal, schreiben die Wissenschaftler der Harvard Medical School (US-Staat Massachusetts) in der Fachzeitschrift "Journal of Affective Disorders".

Dass der Glaube Berge versetzen kann, ist mehr als ein Sprichwort: Bereits 2011 wiesen die Harvard-Forscher in einer Patienten-Studie nach, dass der Glaube an einen gütigen Gott mit weniger Lebensängsten einhergeht. Nun wollten sie wissen, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Glauben ihrer Patienten, ihren Erwartungen an die Behandlung und dem Ergebnis dieser Behandlung gibt.

Dafür wurden 159 Patienten ein Jahr lang untersucht und befragt. Ergebnis: Jene Teilnehmer, die keinen oder nur einen schwachen Glauben angegeben hatten, sprachen doppelt so oft nicht auf die Behandlung an wie stärker religiöse Menschen.

Weitere Untersuchungen sollen folgen

Für die Studie wurden alle Teilnehmer gebeten, sowohl die Stärke ihres Glaubens als auch ihre Erwartungen an eine Behandlung auf einer 5-Punkte-Skala einzutragen. Darüber hinaus wurden der Grad des Wohlbefindens sowie die Neigung zu Depressionen und Selbstverletzungen zu Beginn und am Ende des Behandlungsprogramms eingeschätzt.

"Unsere Studie deutet darauf hin, dass Menschen mit einem Glauben an eine höhere Macht eindeutig besser auf eine kurzzeitige psychiatrische Behandlung ansprechen als Patienten ohne Glauben", sagte Studienleiter David Rosmarin. Mit dem Glauben sei schon vor der Therapie nicht nur generell eine Hoffnung auf Besserung verknüpft gewesen, sondern auch speziell auf ein Nachlassen von Depressionen oder Selbstverletzungen.

Die Forscher hoffen nun auf größere Studien, um Zusammenhänge zwischen Spiritualität und Behandlungserfolgen zu belegen – und so vielen Menschen besser helfen zu können.

Quelle: n-tv.de, dpa

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