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Temperaturen wie im Hochsommer Grönlands Eis schmilzt früh wie nie

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Zwischen 2003 und 2010 verlor der Grönländische Eisschild doppelt so viel Masse wie im ganzen 20. Jahrhundert.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Polarforscher sind alarmiert: In diesem Jahr setzt die Eisschmelze in Grönland wesentlich früher ein als sonst - an der Küste ist es derzeit über 17 Grad warm. Dass das riesige Eisschild immer schneller schmilzt, hat drastische globale Folgen.

Am Grönländischen Eisschild, der schon in der Vergangenheit durch sein Abschmelzen erheblich zum Anstieg des Meeresspiegels beigetragen hat, setzt die alljährliche Tau-Phase diesmal besonders früh und heftig ein. Zu Wochenbeginn habe die Eisschmelze bereits zwölf Prozent des Schildes erfasst, sagte der Klimaforscher Peter Langen der Website Polar Portal des Dänischen Meteorologischen Instituts. "Wir mussten überprüfen, ob unsere Modelle noch stimmten."

Mit der frühen Eisschmelze wurden Werte aus vergangenen Jahrzehnten völlig in den Schatten gestellt. Die drei bisherigen frühesten Daten für den nun schon erreichten Stand der Schmelze waren der 5. Mai 2010, der 8. Mai 1990 und der 8. Mai 2006.

Derzeit herrschten Temperaturen "wie an einem warmen Julitag", sagte Robert Faustino vom "Geological Survey of Denmark". An einer Wetterstation in 1840 Meter Höhe im Südwesten Grönlands seien 3,1 Grad Celsius gemessen worden, an der Westküste 17,8 Grad.

Der Grönländische Eisschild verlor zwischen 2003 und 2010 doppelt so viel Masse wie im ganzen 20. Jahrhundert. Wegen seiner riesigen Ausmaße gehört der Grönländische Eisschild zu den Hauptfaktoren, die für den Anstieg der Meeresspiegel um 25 Millimeter zwischen 1990 und 2010 verantwortlich sind, wie eine im Dezember im Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlichte Studie zeigte.

Quelle: n-tv.de, jug/AFP

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