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Trockenstress und Schadstoffe Hamburg möchte Bäume besser schützen

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Straßenbäume sind besonders hoher Belastung ausgesetzt.

(Foto: dpa)

Hamburg gehört zu den grünsten Städten Deutschlands und verfügt zudem über reichlich Wasser. Und dennoch: Die Bäume sind hier besonderer Belastung ausgesetzt. Deswegen soll die "Lunge der Stadt" nun besonders geschützt werden.

Elbe, Alster, Bille - Hamburg scheint gut mit Wasser versorgt. Können Bäume in der Hansestadt dennoch in Trockenstress geraten? Ja, sagt Annette Eschenbach vom Institut für Bodenkunde an der Universität Hamburg. Zwar stünden viele Bäume auf marschigen Böden mit einem hohen Grundwasserspiegel. Aber die rund 250.000 Straßenbäume haben besondere Wuchsbedingungen. "Die Straßenbäume haben schon eine hohe Belastung. Es ist klar, dass der Klimawandel da noch eins obendrauf setzt", erklärt die Professorin.

Die Flächen über den Wurzeln der Bäume sind in Städten zum Großteil versiegelt. Wasser kann nur schlecht versickern. Auch der Wurzelraum in der Erde ist beschränkt. Um die Bäume herum führen unterirdische Leitungen, Baugruben werden mit Bauschutt oder Asphaltresten aufgefüllt. Hinzu kommen Schadstoffe. Im Winter schädigen Streusalze die Bäume und verringern die Verfügbarkeit der Nährstoffe. Die Bäume "verhungern" regelrecht, sagt Eschenbach. Das ganze Jahr über dringen zudem Schwermetalle aus Autoabgasen und Reifenabrieb in den Boden. Wenn es dann im Sommer über längere Zeit nicht regnet, kann das Laub vorzeitig vergilben, es kommt zu Wuchsstörungen.

Hitze macht Bäumen zu schaffen

Der Klimawandel könnte die Lage verschärfen. Für Städte wie Hamburg sagen Experten deutliche Temperaturanstiege voraus. Zudem soll es im Sommer weniger regnen. Wie werden die Straßenbäume darauf reagieren? Welche Bäume eignen sich am besten? Was muss für ihre Erhaltung getan werden? Welche Standorte sind für Neupflanzungen auch in Zukunft noch geeignet? Die Behörde für Umwelt und Energie hat darum zusammen mit Eschenbach, der Hafencity-Universität und dem Biozentrum Klein Flottbek ein Forschungsvorhaben auf den Weg gebracht.

Gerhard Doobe von der Hamburger Umweltbehörde ist froh, dass die Studie endlich gestartet ist. "Bäume reagieren sehr, sehr langsam", sagt der Baumexperte. Wenn Trockenschäden eintreten, sei es meist schon zu spät. Großstädte wie Hamburg nähmen den Klimawandel vorweg, denn in den Metropolen sei es immer zwei bis drei Grad wärmer als im Umland. In diesem Sommer mit Hitze- und Trockenperioden habe Hamburg noch Glück gehabt. "In München, da sind reihenweise die Bäume tot", sagt Doobe.

Neupflanzungen schaffen nur noch 30 bis 60 Jahre

Kurze, heftige Regenfälle nützen wenig. Das Wasser fließt ab und versickert kaum. Stockholm und New York experimentieren schon mit Versickerungsanlagen, wie Wolfgang Dickhaut, Professor für umweltgerechte Stadtplanung an der Hafencity-Universität, sagt. Mit speziellem Material und Kunststoffkästen sollen die Wurzeln feucht gehalten werden. Wie Regenwasser in Hamburg bewirtschaftet werden kann, untersuchen Dickhaut und seine Kollegen im Rahmen der Studie.

Unabhängig davon untersucht bereits das Gartenbauamt an 18 Standorten, welche Baumarten sich für die Stadt besonders gut eignen. "Es geht dabei auch um Klimatauglichkeit", sagt Doobe. So habe sich etwa herausgestellt, dass die Silberlinde in Hamburg nicht so gut gedeiht, die Brabanter Silberlinde - eine Weiterzüchtung - dagegen sehr viel besser wächst. Die Ergebnisse der Untersuchungen in Hamburg und mehreren anderen deutschen Städten fließen in eine digitale Empfehlungsliste der Gartenamtsleiterkonferenz ein.

Früher wurden Bäume auch in der Stadt mehrere Hundert Jahre alt.Neupflanzungen schaffen nur noch 30 bis 60 Jahre. "Das ist hoch dramatisch", meint Doobe. Es spiegele aber die Entwicklung einer gewachsenen Stadt wieder. "Wir kämpfen um den Altbaumbestand, denn den kriegen wir nie wieder." Doobe und seine Mitarbeiter sind froh, wenn Bürger oder auch die Feuerwehr bei Trockenheit jüngere Bäume etwas gießen. "Wasser ist ein echter Rettungsanker."

Quelle: n-tv.de, Bernhard Sprengel, dpa

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