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Kuriose Studien ausgezeichnet Ig-Nobelpreis auch für deutsche Forscher

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Moderator Marc Abrahams verteilt die begehrten Trophäen.

(Foto: dpa)

Wie viel Spucke produziert ein Kind am Tag? Welche Banknoten verbreiten am besten gefährliche Bakterien? Und warum in aller Welt ist Wombat-Kot eckig? Die Wissenschaftler, die bei der Ig-Nobelpreis-Zeremonie in Harvard ausgezeichnet werden, haben sich mit diesen und weiteren kuriosen Fragen befasst.

Kinderspucke, Wickelmaschinen, magnetisierte Kakerlaken und würfelförmige Wombat-Kacke: Zehn wissenschaftliche Studien, die "erst zum Lachen und dann zum Denken anregen", sind an der US-Eliteuniversität Harvard mit den "Ig-Nobelpreisen" ausgezeichnet worden (gesprochen "ignoble", was übersetzt etwa unwürdig heißt). Die traditionell klamaukig-schrille Gala mit mehr als 1000 Zuschauern fand in der Nacht zum Freitag bereits zum 29. Mal statt. Diesmal stand sie unter dem Oberthema "Gewohnheiten".

Die undotierten Preise sollen nach Angaben der Veranstalter "das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren". Zwischendurch fliegen bei der so ganz anderen anderthalbstündigen Preisverleihung Papierflieger durch die Luft, es gibt Sketche und bizarre Kurz-Opern. Wie jedes Jahr reisten auch diesmal wieder echte Nobelpreisträger an.

Unter den Preisträgern waren in diesem Jahr auch Wissenschaftler aus Deutschland: Der Heidelberger Universitätsprofessor Andreas Voß und sein Sohn Timothy gewannen gemeinsam mit dem Kollegen Habip Gedik die Auszeichnung in der Kategorie Wirtschaft für eine Studie darüber, welches Papiergeld aus welchem Land am besten gefährliche Bakterien verbreitet. "Geldscheine, die sich klebrig oder dreckig anfühlen, müssen nicht verseucht sein", sagte Timothy Voß in seiner Dankesrede. "Aber der rumänische Leu und der US-Dollar gehörten zu den schlimmsten Währungen. Bei denen können wir euch nur einen Rat geben: Faltet sie zu Papierfliegern und werft sie gleich weg."

Eine weitere Ehrung gab es für den deutschen Forscher Fritz Strack von der Universität Würzburg in der Kategorie Psychologie. Er hatte herausgefunden, dass es Menschen zum Lächeln bringt und glücklicher macht, wenn sie einen Stift im Mund halten - um dann festzustellen, dass das doch nicht stimmt. Strack bedankte sich auf der Bühne mit einem Gedicht.

Pizza hält gesund - in Italien

In der Kategorie Medizin gewann ein Wissenschaftler aus Italien und den Niederlanden für die Sammlung von Beweisen, dass Pizza gegen Krankheiten und Tod schützt - wenn sie in Italien gemacht und gegessen wird. Die italienische Ernährungsweise sei einfach sehr gesund, erklärte Forscher Silvano Gallus auf der Bühne. "Aber lasst die Finger weg von der Salami."

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David Hu und Patricia Yang haben für ihre Studie Wombats von innen betrachtet.

(Foto: dpa)

In der Kategorie Biologie gewannen Wissenschaftler aus Singapur, China, Australien, Polen, Bulgarien und den USA für die Entdeckung, dass tote magnetisierte Kakerlaken sich anders verhalten als lebende magnetisierte Kakerlaken. Wissenschaftler aus Japan bekamen den Preis in der Kategorie Chemie für die Schätzung des Volumens der Spucke, die ein typisches fünfjähriges Kind pro Tag produziert. 500 Milliliter seien das, verriet einer der Forscher - und brachte gleich seine inzwischen erwachsenen drei Söhne mit, die vor vielen Jahren als Testobjekte gedient hatten.

Forscher aus Frankreich wurden ausgezeichnet, weil sie Temperatur-Asymmetrien am Hodensack bei nackten und angezogenen Postboten in Frankreich maßen. Ein Wissenschaftler aus dem Iran erhielt den Preis in der Kategorie Technik für die Erfindung einer Wickelmaschine für menschliche Babys. Forscher aus Großbritannien, Saudi-Arabien, Singapur und den USA bekamen die Auszeichnung in der Kategorie Frieden für den Versuch, den Genuss am Kratzen einer juckenden Stelle am Körper zu messen. Und Wissenschaftler aus den USA, Taiwan, Australien, Neuseeland, Schweden und Großbritannien wurden in der Kategorie Physik ausgezeichnet: Ihr Forschungsthema: Wie und warum kacken Wombats würfelförmig? Die Antwort hat etwas mit der Dehnbarkeit des Wombat-Darms zu tun.

Moderator Marc Abrahams, Herausgeber einer wissenschaftlichen Zeitschrift zu kurioser Forschung, beendete die Gala wie immer mit seinen traditionellen Abschlussworten: "Wenn Sie dieses Jahr keinen Ig-Nobelpreis gewonnen haben und besonders dann, wenn Sie einen gewonnen haben: mehr Glück im nächsten Jahr!"

Quelle: ntv.de, Christina Horsten, dpa