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"Rosetta" plant Landung Komet "Tschury" stinkt entsetzlich

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"Tschury" riecht nach einem Gemisch aus faulen Eiern und Pferdestall.

(Foto: dpa)

Erstmals in der Geschichte planen Forscher die Landung einer Raumsonde auf einem Kometen. Könnte "Rosetta" jedoch riechen, sie würde wohl am Kometen "Tschury" weiträumig vorbeisteuern. Doch so freuen sich die Forscher.

Der Komet "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" riecht offenbar ziemlich streng. Wissenschaftler analysierten mit einem in der Schweiz entwickelten Messinstrument in der Raumsonde "Rosetta" die Gashülle um den Kern "Tschurys". Wie aus einer Mitteilung der Universität Bern hervorgeht, besteht diese Hülle aus mehreren Komponenten: Schwefelwasserstoff sorgt für einen Geruch nach faulen Eiern, Ammoniak riecht nach Pferdestall, hinzu kommt beißendes Formaldehyd.

Dies vermengt sich mit dem schwachen, bittermandelartigen Aroma des giftigen Cyanwasserstoffs, auch bekannt als Blausäure. Hinzu kommt noch Alkohol in Form von Methanol, ergänzt durch das essigähnliche Aroma von Schwefeldioxid sowie einen Hauch des süßlichen Dufts von Schwefelkohlenstoff.

Historisches Ereignis: "Rosetta" landet auf Kometen

Für den 12. November ist eine Landung "Rosettas" auf dem Kometen geplant - die erste überhaupt in der Geschichte der Raumfahrt. Die Sonde ist deswegen seit zehn Jahren im All unterwegs. Ihr Zielkomet ähnelt der Form einer Spielzeugente. Der Lander "Philae" soll auf dem Kopf des Himmelkörpers aufsetzen.

Kathrin Altwegg, Leiterin des Rosina-Projekts am Center for Space and Habitability der Universität Bern, zeigte sich überrascht und erfreut über die Vielfalt der gemessenen Moleküle. Man habe mit deutlich weniger gerechnet, schließlich sei der Komet noch über 400 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. "Je näher der Komet zur Sonne kommt, desto mehr verdampft von seinem Eis, und umso stärker wird seine Ausgasung", sagte sie.

Eine Analyse soll nun zeigen, wie sich die Daten im Vergleich zu anderen Kometen verhalten, deren Bestandteile bislang nur aus der Ferne ermittelt werden konnten. Die Berner Wissenschaftler erhoffen sich davon neue Erkenntnisse vom Sonnennebel, der "Urwolke", aus der unser Sonnensystem entstanden ist.

Quelle: ntv.de, hla/dpa