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Luftaufnahme: Bisher ging man davon aus, dass die Zahl der Adeliepinguine schrumpft, doch auf den Danger-Inseln scheint das anders zu sein.
Luftaufnahme: Bisher ging man davon aus, dass die Zahl der Adeliepinguine schrumpft, doch auf den Danger-Inseln scheint das anders zu sein.(Foto: Thomas Sayre McChord, Hanumant Singh, Northeastern University, © Woods Hole Oceanographic Institution )
Montag, 05. März 2018

Mehr als 1,5 Millionen Tiere: Mega-Kolonien von Adeliepinguinen entdeckt

Die Inseln im Nordosten der Antarktischen Halbinsel sind schwer zugänglich und selbst im Sommer von Packeis umgeben. Dass sie ein wichtiger Lebensraum für Pinguine sind, wusste lange Zeit niemand. Doch dann machten Forscher eine überraschende Entdeckung.

Auf den zur Antarktis zählenden Danger-Inseln haben Forscher mehrere riesige Kolonien von Adeliepinguinen entdeckt. In den bislang größtenteils unbekannten Brutgebieten vor der Nordostspitze der Antarktischen Halbinsel leben insgesamt mehr als 1,5 Millionen Pinguine. Dies berichtet das Team um Heather Lynch von der Stony Brook University im Fachblatt "Scientific Reports". Die Danger-Inseln bestehen aus neun Inseln, die am Rand des Weddell-Meeres liegen.

"Bis vor kurzem wusste man nicht, dass die Danger-Inseln ein wichtiger Lebensraum für Pinguine sind", wird Lynch in einer Mitteilung der Woods Hole Oceanographic Institution zitiert. Das liegt vor allem daran, dass die Inseln sehr schwer zugänglich und selbst im Sommer meist von Packeis umgeben sind.

Die einzige bisher bekannte Kolonie lag den Forschern zufolge auf der Insel Heroina, wo knapp 300.000 Paare leben. Im Jahr 2014 entdeckten die Forscher auf Satellitenbildern aber auch auf anderen Inseln auffällige Hinweise und organisierten daraufhin Ende 2015 eine Expedition zu den Inseln. Dort berechneten sie mithilfe von Drohnenvideos eine Gesamtzahl von 751.527 Brutpaaren von Adeliepinguinen (Pygoscelis adeliae).

Bisher sei man davon ausgegangen, dass die Zahl der Adeliepinguine schrumpfe, insbesondere im Westen der Antarktischen Halbinsel, schreibt das Team. "Die Danger-Inseln beherbergen nicht nur die größte Population von Adeliepinguinen auf der Antarktischen Halbinsel, sie scheinen auch nicht unter dem Bevölkerungsschwund wie auf der westlichen Seite der Halbinsel zu leiden, der mit dem Klimawandel zusammenhängt", sagt Ko-Autor Michael Polito von der Louisiana State University.

Zusätzlich fanden die Forscher auf Heroina 27 Nester von Zügelpinguinen (Pygoscelis antarctica) und auf dem Eiland Brash mehr als 100 Brutpaare von Eselspinguinen (Pygoscelis papua). Angesichts der immensen Bedeutung der Inseln als Brutgebiete schlagen die Forscher vor, das gesamte Areal unter Schutz zu stellen.

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Quelle: n-tv.de