Wissen

Globales Gesundheitsrisiko Mehrzahl der Menschen atmet schmutzige Luft

093c83dcae703ea1573a23b7e20a489a.jpg

Besonders in Entwicklungs-und Schwellenländern leiden die Menschen unter starker Luftverschmutzung.

(Foto: dpa)

Neun von zehn Menschen leben mit verschmutzter Luft. An den Folgen sterben mehr als sieben Millionen Menschen jährlich. Es gibt jedoch starke regionale Unterschiede.

An den Folgen übermäßiger Luftverschmutzung sterben nach Angaben der WHO jährlich mehr als sieben Millionen Menschen. Die Feinstaubbelastung in der Außenluft ist für mehr als drei Millionen Todesfälle im Jahr verantwortlich. Aber auch verschmutzte Luft in Innenräumen kann den Angaben zufolge gefährlich sein, vor allem in armen Ländern, wo das Kochen mit Holz oder Kohle weit verbreitet ist.

92 Prozent der Erdbewohner - also rund neun von zehn Menschen - leben einem neuen globalen Datenmodell zufolge in Gebieten mit Schadstoffbelastungen der Luft oberhalb von WHO-Grenzwerten. Das Modell zur Erfassung der Luftverschmutzung an mehr als 3000 Orten zeige, dass das Risiko von Herzinfarkten, Lungenkrebs und chronischen Atemwegserkrankungen infolge der Emissionen von Schadstoffen in den ärmeren Ländern besonders groß ist.

Fast 90 Prozent aller Todesfälle in Folge von Luftverschmutzung entfielen auf diese Staaten, zwei Drittel davon auf die Regionen Südostasien und Westpazifik. In ärmeren Staaten ist nicht nur die Außenluft stark verschmutzt. Insgesamt kochen und heizen laut WHO weltweit auch noch fast drei Milliarden Menschen mit Kohle, Dung, Holz oder anderen Pflanzenresten, was erheblich zur Luftverschmutzung in den Innenräumen beitrage.

Erhöhte gesundheitliche Risiken

Besonders kleine Feinstaubpartikel mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer können beim Einatmen bis in die Lungenbläschen gelangen und sind für die menschliche Gesundheit hochriskant. Die Verschmutzung der Luft mit Feinstaub erhöht die Risiken eines Schlaganfalls, von Herzkrankheiten, Lungenkrebs und Atemwegserkrankungen wie Asthma.

Die Direktorin der WHO-Abteilung für öffentliche Gesundheit, Maria Neira, nannte die neuen Zahlen "zutiefst besorgniserregend". Besonders verschmutzt ist die Luft demnach in Entwicklungs- und Schwellenländern, vor allem in Asien. Luftverschmutzung betreffe aber "praktisch alle Länder der Welt und alle Teile der Gesellschaft". Es handle sich um eine "gesundheitliche Notlage".

Quelle: ntv.de, ase/dpa/AFP