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Ressourcen, die endlich sind "Modernes Grundwasser" erstmals kartiert

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(Foto: University of Victoria)

Die Grundwasservorräte der Erde scheinen enorm groß zu sein. Doch der Schein trügt, finden Forscher nun heraus. Der Anteil des nutzbaren Wassers ist gering. Zudem regeneriert sich dieses langsamer, als der Mensch es verbraucht.

Forscher haben erstmals das Gesamtvolumen des Grundwassers auf der Erde ermittelt und kartiert. Das internationale Team um Tom Gleeson von der kanadischen University of Victoria gibt das Gesamtvolumen in den obersten zwei Kilometern der Erdkruste mit rund 23 Millionen Kubikkilometern Grundwasser an. Das würde reichen, um die Landoberfläche der Erde 180 Meter hoch zu bedecken, so die Wissenschaftler im Fachjournal "Nature Geoscience". Allerdings seien weniger als sechs Prozent davon modernes Grundwasser, also Wasser, das jünger als 50 Jahre sei und in den aktiven Wasserkreislauf einfließe, schreiben die Autoren.

Der größte Teil des Grundwassers befindet sich dagegen in tieferen Schichten der Erde, oftmals in porösem Gestein und ist bis zu mehrere Millionen Jahre alt. Die Wasservorräte dagegen, die sich regelmäßig innerhalb von 25 bis 100 Jahren wieder auffüllen, sind begrenzt und zudem weltweit sehr unterschiedlich verteilt. Die größten Vorräte modernen Grundwassers befinden sich im Amazonasbecken, dem Kongo, Indonesien und in Gebirgen wie den Rocky Mountains, die geringsten in trockenen Gebieten wie beispielsweise der Sahara.

Bisher war unbekannt, wie groß die Vorkommen des modernen Grundwassers weltweit sind, das von der Erdoberfläche her aufgefrischt wird und von dem Ökosysteme und unsere Wasserversorgung abhängen. Gleesons Team schätzt sie nach weiteren Analysen auf etwa 0,35 Millionen Kubikkilometer. Das sind rund 1,5 Prozent des gemessenen Grundwasservolumens. Eine Menge, die die Erde immer noch drei Meter hoch mit Wasser bedecken würde. Dennoch wird das moderne Grundwasser knapp. "Wir nutzen unsere Grundwasserressourcen zu schnell - schneller, als sie erneuert werden können", betont Gleeson.

Drei verschiedene Untersuchungsmodelle

Für ihre Untersuchung des Grundwassers legten die Forscher drei Berechnungsmodelle übereinander: Sie sammelten bereits dokumentierte Werte des radioaktiven Wasserstoff-Isotops Tritiums, das seit den Atomtests vor 50 Jahren weltweit im Grundwasser zu finden ist. Außerdem nutzten sie Simulationsmodelle für den unterirdischen Wasserfluss und bezogen ein, dass die Durchlässigkeit der Gesteinsschichten mit der Tiefe durch steigenden Druck abnimmt.

Der US-Hydrologe Ying Fan von der Rutgers University New Jersey bewertet die Erkenntnisse in einem Begleitartikel zur Studie so: "Dieser globale Blick auf das Grundwasser wird hoffentlich die Aufmerksamkeit dafür erhöhen, dass diese jüngsten Grundwasservorkommen, die am empfindlichsten auf menschliche und Umwelteinflüsse reagieren, endlich sind."

Quelle: n-tv.de, jaz/dpa

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