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Insektenschwund hat Folgen Nabu registriert Vogelsterben in Deutschland

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"Allerweltsvögel" wie der Sperling seien besonders stark betroffen, sagt der Nabu.

Nicolas Armer/dpa

Stare, Spatzen, Buchfinken: Die "Allerweltsvögel" haben es in landwirtschaftlichen Gebieten schwer, zu überleben. Auch finden sie für ihre Jungen immer weniger Nahrung. Der Naturschutzbund ist alarmiert: Die Zahl der Vögel sinkt deutlich.

Die Zahl der Vögel in Deutschland geht nach Berechnungen des Naturschutzbundes (Nabu) deutlich zurück. Binnen zwölf Jahren seien 12,7 Millionen Brutpaare verloren gegangen, erklärt Nabu-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Das sei ein Minus von 15 Prozent. Lachmann wertete den Angaben zufolge Bestandsdaten der Jahre 1998 bis 2009 aus, die die Bundesregierung 2013 an die EU meldete. Bislang hätten jedoch die Entwicklungen bei einzelnen Arten im Fokus gestanden - und nicht die Summe. Neuere Zahlen werden erst 2019 erwartet.

Für den Rückgang macht der Nabu vor allem intensive Landwirtschaft verantwortlich. Man müsse "von einem regelrechten Vogelsterben sprechen". Besonders stark seien "Allerweltsvögel" betroffen, die in der Agrarlandschaft keine Überlebensmöglichkeiten mehr fänden: allen voran Stare, aber auch Haussperlinge, Wintergoldhähnchen und Buchfinken.

Eine am Mittwoch veröffentlichte Studie untermauert auch den Rückgang von Insekten in Deutschland. "Ein direkter Zusammenhang mit dem Vogelrückgang ist sehr wahrscheinlich, denn fast alle betroffenen Arten füttern zumindest ihre Jungen mit Insekten", erklärt Lachmann.

Im Frühjahr hatte die Bundesregierung auf Anfrage der Grünen Zahlen zur Lage in landwirtschaftlichen Gebieten in der EU zusammengetragen: Demnach hat sich die Zahl an Vogelbrutpaaren dort zwischen 1980 und 2010 um 300 Millionen verringert, ein Minus von 57 Prozent.

Quelle: n-tv.de, asc/dpa

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