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Versuchsobjekte aus Kinderspielzeug Neues bleibt mit Geruch länger im Gehirn

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(Foto: imago/Westend61)

Gerüche lösen Gefühle aus – aber sie können noch mehr. Wie sie bei Erinnerungen an Neues wirken, finden Forscher mit Kinderspielzeug und Düften heraus.

Egal, ob Gegenstand, Person oder Situation: Wenn man etwas Neues kennenlernt, dann nehmen Menschen die Informationen darüber mit allen Sinnen wahr. Welche Rolle dabei der Geruchssinn, der im Vergleich zu anderen Sinnen relativ unerforscht ist, spielt, haben Forscher der Ruhr-Universität Bochum und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf nun herausgefunden.

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Einige Objekte, die den Probanden vorgesetzt worden sind.

(Foto: Ruhr-Uni Bochum)

Für ihre Untersuchung bekamen insgesamt 16 rechtshändige Probanden mehrere Objekte präsentiert, welche die Forscher vorher aus einem Konstruktionsspielzeugsystem für Kinder zusammengebaut hatten. So war gewährleistet, dass die Wahrnehmung der Probanden untersucht werden konnten, ohne dass die Ergebnisse durch vorherige Erfahrungen mit dem Objekt verfälscht wurden.

Von Anis- bis Pfefferminz-Geruch

In der ersten Untersuchungsphase zeigten die Forscher den Probanden verschiedene unbekannte Objekte dieser Art und verbanden diese mit einem jeweils speziellen Geruch, den sie freisetzten. Darunter Gerüche von Orange, Pfefferminze, Ananas, aber auch Knoblauch, Anis, Gewürznelke und Fisch. Zudem wurden andere Objekte ohne die Verbindung zu einem Geruch gezeigt. Die Studienteilnehmer durften die Objekte nur anschauen und nicht berühren.

Im nächsten Schritt der Untersuchung sollten die Probanden anhand von gezeigten Bildern entscheiden, ob sie die abgebildeten Objekte wiedererkennen oder vorher noch nie gesehen hatten. In dieser Phase untersuchten die Forscher die Gehirnaktivität der Versuchspersonen mittels Magnetresonanztomografen (MRT) und beobachteten, welche Regionen aktiv waren.

Sie stellten fest, dass ein bestimmter Bereich der Schaltzentrale für Erinnerungen, des sogenannten Hippocampus, aktiviert wird, wenn Erinnerungen an Gerüche gebunden werden. "Die Analyse der Gehirnaktivität hat uns gezeigt, dass der rechte vordere Hippocampus stärker aktiviert ist, wenn die Objekte mit einem Geruch verbunden waren", fasst Professor Boris Suchan die Ergebnisse zusammen. An dieser Stelle im Gehirn werden wohl die Informationen verschiedener Sinneseindrücke zusammengeführt, vermuten die Forscher. Ob das nur für das Sehen und das Riechen gilt, muss in anderen Untersuchungen geklärt werden.

Quelle: ntv.de, jaz