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Freitag, 20. Oktober 2017

Raucher sind besonders gefährdet: Oralsex kann Krebs im Mund auslösen

Humane Papillomaviren, kurz HPV, sind vor allem als Auslöser für Gebärmutterhalskrebs bekannt. Die Viren können aber auch im Mund vor allem bei Männern zu Krebs führen, wenn sie durch Oralsex übertragen werden.

Dass man durch Viren Krebs bekommen kann, ist bekannt. Dass Oralsex bei Männern eine seltene Form von Mund- und Kehlkopfkrebs auslösen kann, bestätigen nun die Ergebnisse einer Studie mit Daten von insgesamt 13.089 Menschen, die jetzt im Fachjournal "Annals of Oncology" veröffentlicht worden sind. Schuld sind die sogenannten Humanen Papillomaviren, auch als HPV bezeichnet, die bei Frauen Gebärmutterhalskrebs auslösen können.

Die Forscher der John Hopkins University School of Medicine wollten mit ihrer Untersuchung herausfinden, warum es in den vergangenen Jahren immer häufiger zu Krebserkrankungen im Mund-, Rachen- und Kehlkopfbereich kommt. Die Forscher stellten anhand der Datenanalyse von Personen im Alter zwischen 20 und 69 Jahren fest, dass vor allem Raucher, die im Laufe ihres Lebens mit mehr als fünf Partnerinnen Oralsex praktizierten, das höchste Risiko haben, an einer seltenen Form von Mund- und Rachenkrebs zu erkranken, die durch HP-Viren ausgelöst wird. Bei Frauen hingegen war das Risiko wesentlich geringer.

Nicht alle HP-Viren sind gefährlich

Insgesamt gibt es bisher 124 verschiedene Arten von HP-Viren, von denen etwa 15 Krebs verursachen können und dementsprechend der sogenannten High-Risk-Gruppe zugeordnet werden. Für Gebärmutterhalskrebs werden nach derzeitigem Stand der Wissenschaft vor allem die HPV-Typen 16 und 18 verantwortlich gemacht. Insgesamt, so Schätzungen, stecken sich acht von zehn Erwachsenen mit einem HP-Virus an. Da die meisten jedoch harmlos sind, wissen viele Menschen gar nicht, dass sie ein HP-Virus in sich tragen.

Auch wenn die Zahl der Männer, die durch einen HP-Virus Krebs im Mund- oder Rachenbereich bekommen, gering ist und bisher bei 0,7 Prozent, also sieben von tausend, liegt, machen die Forscher auf die Entwicklung aufmerksam. Die Zahl der Krebserkrankungen, die Karzinome an der Zungenbasis, den Mandeln und die Rückseite des Halses entstehen lassen, hat sich im Zeitraum zwischen 1995 und 2011 bei britischen Männern verdreifacht und bei britischen Frauen verdoppelt. US-Forscher gehen davon aus, dass es im Jahr 2020 mehr Krebserkrankungen im Mund-, Hals- und Rachenraum als Gebärmutterhalskrebs geben wird.

HP-Viren werden am häufigsten beim Geschlechtsverkehr, Oral- oder Analsex übertragen. Allerdings sollen die Viren auch durch intensives Küssen weitergegeben werden, warnte die Seuchenschutzbehörde der USA bereits 2010. Sie ging damals davon aus, dass die steigende Zahl der Erkrankungen in Industrienationen mit Änderungen im Geschlechtsverhalten zusammenhängen könne. So seien Menschen heute früher sexuell aktiv, hätten mehr Geschlechtspartner und würden häufiger Oralverkehr praktizieren.

Welche Mittel es gegen die ansteigenden Zahlen von HPV-bedingtem Krebs bei Männern gibt, können die Forscher bisher nicht sagen.

Quelle: n-tv.de

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