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Sichtbar oder nicht? Halbschattenfinsternis legt sich auf den Mond

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Der rötlich schimmernde Vollmond am 16. September 2016: An diesem Abend war auch eine Halbschattenfinsternis zu sehen.

dpa

In der kommenden Nacht fällt der Erdschatten teilweise auf den Vollmond, auch "Schneemond" genannt. Ob interessierte Beobachter das Schauspiel verfolgen können, hängt sehr vom Wetter ab. Wann und wo gibt es die besten Chancen?

Das Beobachten der Halbschattenfinsternis des Vollmondes dürfte in der Nacht zum Samstag wetterbedingt zum Glücksspiel werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet Mondguckern schlechte Chancen aus - und das, obwohl noch zahlreiche Unsicherheiten eine präzise Vorhersage erschweren.

"Wenn sich das Höhentief über Frankreich nach Deutschland verlagert, wird es viele Wolken und wenig Chancen auf einen freien Blick zum Himmel geben", sagte der Meteorologe Adrian Leyser. "Wenn das Tief ausbleibt, besteht vielerorts Wahrscheinlichkeit für Hochnebel - also ebenfalls schlechte Sicht." Gebietsweise könne die Wolken- oder Nebeldecke natürlich immer mal aufreißen.

Mit bloßem Auge oder Fernglas am besten zu sehen

"Die beste Zeit zum Beobachten dürfte am frühen Samstag etwa zwischen 01.00 Uhr und 02.30 Uhr sein", sagte der Leiter des Planetariums im LWL-Museum für Naturkunde in Münster, Björn Voss. Richtig dunkel werde der Mond nicht werden. "Mit bloßem Auge oder Fernglas ist es am besten zu sehen. Es wird aber nur ein Hauch von Dunkelheit auf dem Mond liegen. Das fällt auch nur auf, wenn man weiß, wonach man sucht." Laut Thomas Wolf von der Vereinigung der Sternfreunde mit Sitz im südhessischen Heppenheim wird der Mond "seine übliche Farbe nicht verändern", er wird also kein Blutmond werden.

Der Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde erfolgt am späten Freitagabend etwa eine halbe Stunde vor Mitternacht. Die Kernzeit der Halbschattenfinsternis ist für 01.44 Uhr zu erwarten. Gegen 04.00 Uhr am Samstagmorgen ist das Schauspiel mit dem Austritt beendet.

Im Gegensatz zur totalen und zur partiellen Finsternis wird der Mond bei einer Halbschattenfinsternis nur vom Halbschatten der Erde bedeckt. Da die Mondoberfläche dabei noch direktem Sonnenlicht ausgesetzt ist, wird diese Art von Mondfinsternis oft übersehen und mit einem normalen Vollmond verwechselt.

Oft wird der Vollmond im Februar auch als "Schneemond" bezeichnet - diese astrologische Bezeichnung stammt ursprünglich von den Ureinwohnern Nordamerikas. Sie hatten für jeden Vollmond einen eigenen Namen: etwa "Wolfsmond" für den im Januar, weil die hungrigen Wölfe im Winter besonders laut heulen. Und "Schneemond" im Februar, weil dann in der Regel der meiste Schnee fällt. Andernorts wird er auch "Sturmmond" oder "Hungermond" genannt.

Quelle: n-tv.de, abe/dpa

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