Wissen

Septemberhimmel liefert große Show Totale Mondfinsternis und großer Vollmond

3r9h0025.jpg7007033801490733538.jpg

Praller Vollmond am Abend des 2. Juni 2015, fotografiert nahe Potsdam.

(Foto: dpa)

Der September hält für Sternenfreunde etliche Höhepunkte bereit: eine totale Mondfinsternis, einen besonders großen Vollmond - und Venus zeigt sich immer früher am Morgenhimmel. Mancherorts gibt es sogar eine partielle Sonnenfinsternis zu erleben.

Der September beschert uns eine totale Mondfinsternis, die in voller Länge von Mitteleuropa zu beobachten ist. In den frühen Morgenstunden am Montag, den 28., wandert der Vollmond durch den Schatten der Erde. Um 3.07 Uhr tritt er in den Kernschatten unseres Planeten ein. Von 4.11 bis 5.24 Uhr befindet er sich vollständig im Kernschatten: Die Finsternis ist total. Um 6.27 Uhr endet der sichtbare Teil der Finsternis mit dem Austritt des Mondes aus dem Kernschatten. Der verfinsterte Mond steht vor der Sternenkulisse der Fische.

Vollmond tritt in dieser Nacht um 4.50 Uhr ein, wobei unser Begleiter in der gleichen Stunde mit 356.880 Kilometern in extreme Erdnähe kommt. Weil dies die geringste Distanz in diesem Jahr ist, erscheint der Vollmond besonders groß. Das Zusammenfallen von Vollmond und Erdnähe führt zu Springfluten und Spannungen in der Erdkruste.

Partielle Sonnenfinsternis

Die Neumondphase startet am 13. um 8.41 Uhr. Der dunkle Neumond schiebt sich dabei bis zu 79 Prozent vor die Sonnenscheibe. Diese partielle Sonnenfinsternis ist aber nur in Südafrika und Teilen der Antarktis beobachtbar.

Mit 406.460 Kilometern hält sich der Mond am 14. in Erdferne auf. Am 19. zieht die Sichel des zunehmenden Mondes an Saturn vorbei, ein netter Anblick auch schon am Vorabend. Saturn schmückt als einziger ohne Hilfsmittel sichtbarer Planet den Abendhimmel. Allerdings verkürzt er seine Sichtbarkeitsdauer drastisch, denn er geht immer früher unter - Anfang September um 23 Uhr, zu Monatsende kurz nach 21 Uhr. Jeweils eine halbe Stunde vor Untergang wird er im Horizontdunst unsichtbar.

Venus morgens sichtbar

Venus beherrscht den Morgenhimmel. Am 21. strahlt sie in maximalem Glanz. Sie baut ihre Morgensichtbarkeit aus. Am Monatsbeginn erscheint sie um 5 Uhr morgens am Osthimmel. Ende September geht der Morgenstern schon gegen 3.30 Uhr auf. Die schmale Sichel des abnehmenden Mondes zieht am 10. nördlich an Venus vorbei. Mars ist mit von der Partie. Das Dreigestirn ist gegen 6 Uhr morgens tief am Osthimmel zu sehen.

Mars ist allerdings noch unauffällig. Seine Helligkeit entspricht etwa der des Polarsterns. Am 25. wandert er am Königsstern Regulus im Löwen vorbei. Auch Jupiter zeigt sich ab Mitte September am Morgenhimmel knapp über dem Osthorizont. Zu Monatsende geht der Riesenplanet kurz vor 4 Uhr morgens auf.

Neptun ganze Nacht zu sehen

Gleich am 1. September steht Neptun im Sternbild Wassermann der Sonne genau gegenüber, der Fachmann spricht von Oppositionsstellung. Der sonnenfernste Planet ist somit die gesamte Nacht am Firmament. Da Neptun 30 Mal weiter von der Sonne entfernt ist als die Erde, ist er so lichtschwach, dass man ihn mit freien Augen nicht sehen kann. Mit einem lichtstarken Fernglas und Stativ sowie genauer Sternkarte kann man den bläulichen Planeten als winziges Lichtpünktchen erkennen.

Neptun wurde am 23. September 1846 von Johann Galle und Heinrich D'Arrest auf der Berliner Sternwarte entdeckt. Vorher hatten der Brite John Adams und der Franzose Urbain Leverrier seine Position aufgrund von Bahnstörungen des Uranus kalkuliert. Zwei Menschenleben lang, 165 Jahre, braucht der Planet, um einmal die Sonne zu umrunden. Mit vierfachem Erddurchmesser zählt er zu den Riesenplaneten.

Im August 1989 flog die Raumsonde "Voyager 2" in nur 4900 Kilometern Distanz an Neptun vorbei und sandte fantastische Aufnahmen von seiner wolkenverhangenen Wasserstoffatmosphäre zur Erde. Auf ihnen ist auch ein großer, dunkler Fleck zu erkennen, der sich als Wirbelsturm entpuppte. "Voyager 2" ist der einzige irdische Späher, der Neptun besucht hat. Zur Opposition ist Neptun 4,331 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Vier Stunden ist das Licht unterwegs, um diese gewaltige Distanz zu überbrücken.

Sommerdreieck dominiert den Himmel

Am abendlichen Fixsternhimmel sinkt der Himmelswagen im Nordwesten, während das Himmels-W, die Kassiopeia, im Nordosten emporsteigt. Das Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Deneb in Schwan und Atair im Adler dominiert den Himmelsanblick. Der Schwan mit dem Hintergrund der Milchstraße steht hoch über unseren Köpfen fast im Zenit.

Der Pegasus hat den Osthimmel erobert. Der zentrale Teil des Pegasus wird durch ein mächtiges Sternenquadrat markiert, zu dem man auch Herbstviereck sagt. An der Nordostecke des Quadrats hängt die Sternenkette der Andromeda. Ihr folgt halbhoch im Nordosten der Perseus, strahlender Held und Retter der Andromeda. Im Perseus findet man den Teufelsstern Algol, der seine Helligkeit periodisch ändert. Zwei Sterne in fast 100 Lichtjahren Entfernung umkreisen einander und bedecken sich zeitweilig gegenseitig, was den Lichtwechsel bewirkt.

Im Osten hat sich das kleine Sternbild Widder emporgeschwungen. Der Steinbock passiert eben den Meridian. Früher nannte man dieses Sternenareal "Südliches Tor der Sonne", weil die Sonne hier einst ihren Tiefststand erreichte und den Winterbeginn markierte. Der Winterpunkt lag damals im Steinbock, weshalb man heute noch vom Wendekreis des Steinbocks spricht. Tief am Nordosthimmel flackert gelblich die helle Kapella im Sternbild Fuhrmann.

Sonne auf dem absteigenden Ast

Die Sonne wandert am absteigenden Ast ihrer Jahresbahn, der Ekliptik. Am 17. verlässt sie vormittags das Sternbild Löwe und tritt in das Sternbild Jungfrau. Schließlich überschreitet sie am 23. um 10.21 Uhr den Himmelsäquator und wechselt auf die Südhälfte des Firmaments. Am 23. tritt somit die Tagundnachtgleiche ein.

Anschließend sind die Nächte wieder länger als die Tage. Der Schnittpunkt der absteigenden Sonnenbahn mit dem Himmelsäquator heißt deshalb Herbstpunkt. Er ist identisch mit dem Waagepunkt, der den Beginn des Tierkreiszeichens Waage markiert.

Quelle: ntv.de, Hans-Ulrich Keller, dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen