Wissen

UN-Umweltprogramm fordert Umdenken Wertvolle Metalle effizienter recyceln

3b9h0444.jpg4799491764732020.jpg

Der Schrott enthält noch jede Menge Schätze.

(Foto: dpa)

Für das Handy der neuesten Generation wird das Vorgängermodell flugs ausgemustert: So tun es viele, doch auf diese Weise steigt der Rohstoffbedarf weltweit rasant. Das Recycling der wertvollen Metalle muss besser werden, fordern UN-Experten.

Jeder Mensch produziert im Durchschnitt drei bis sieben Kilogramm Elektroschrott pro Jahr - Tendenz steigend. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) ruft deshalb dringend dazu auf, die wertvollen Metalle aus Handys, Computern und Co effizienter zu recyceln, und die Raten deutlich zu steigern. In Berlin forderte der vom Unep initiierte Internationale Ressourcenrat in zwei Studien, bei der Wiederverwertung umzudenken. Wichtig sei unter anderem, bereits bei der Herstellung an die Wiederverwertung zu denken, so dass die Produkte besser zu recyceln seien.

"Da die Bevölkerung in Entwicklungsländern ähnliche Technologien und den Lebensstil übernimmt wie derzeit in den OECD-Staaten, wird der weltweite Bedarf an Metallen noch drei- bis neunmal höher werden", sagte Achim Steiner, geschäftsführender Unep-Direktor. "Produktdesigner sollten künftig sicherstellen, dass Materialien wie seltene Erden, wie sie in Solarpanels, Windturbinenmagneten oder Handys vorkommen, am Ende ihres Produktlebens einfach wiederverwertet werden können."

Metalle sind fast unbegrenzt zu recyceln

Dies sei umso wichtiger, weil der Trend zu erneuerbaren Energien diesen wachsenden Rohstoffbedarf noch befeuere, schreibt Ressourcenrats-Mitglied Ester van der Voet von der niederländischen Universität Leiden. Aber grundsätzlich seien Metalle fast unbegrenzt zu recyceln. "Die Neuproduktion von Waren kann nur dann deutlich reduziert werden, wenn die Recycling-Produktion der Nachfrage begegnen kann."

Um hier voranzukommen, empfiehlt Prof. Markus Reuter (Aalto Universität Helsinki), das Produkt im Ganzen zu recyceln und nicht nur die Rohstoffe. Um alle Beteiligten der Wertschöpfungskette dazu zu motivieren, seien politisch vorgegebene Mindestmengen für zu recycelnde Metalle eher hinderlich.

Ein Handy kann mehr als 40 Metalle enthalten - von Basismetallen wie Zinn und Kupfer bis hin zu wertvollem Gold, Silber und Palladium. Sowohl die Förderung als auch die Produktion der begehrten Rohstoffe führt vielerorts zu Umweltproblemen. Rund acht Prozent der weltweit benötigten Energie wird für die Metallproduktion eingesetzt.

Quelle: n-tv.de, dpa