Wissen

Wintersonnenwende Ab heute geht es aufwärts

wintersonne.jpg

Im Dezember ist es täglich nur kurze Zeit möglich, die Sonne zu genießen. Doch nun werden die Helligkeitsphasen wieder länger.

(Foto: picture alliance / dpa)

Meteorologisch gesehen haben wir schon seit Wochen Winter, selbst wenn es sich nicht so anfühlt. Nun weist auch der Kalender auf den Winteranfang hin. Der Beginn der kalten Jahreszeit ist auch die Rückkehr von Licht und Leben.

Wir haben es geschafft! Der Tiefpunkt des Jahres ist überwunden, die Talsohle durchschritten, denn: Die längste Nacht des Jahres liegt hinter uns. Sie dauerte rund 16 Stunden. In Deutschlands Norden, zum Beispiel in Hamburg, waren es sogar 16 Stunden und 33 Minuten; im Süden dagegen, in München, immerhin 15 Stunden und 40 Minuten. Doch jetzt werden die Nächte kürzer und die Tage länger. Schließlich war heute um 0.03 Uhr Wintersonnenwende. Der Zeitpunkt, zu dem die Nordhalbkugel am Weitesten von der Sonne weggekippt war, ist damit Geschichte - zumindest für die nächsten zwölf Monate.

Sonnenwende.jpg

Hier das sommerliche Pendant: die Sonnenwende am 21. Juni.

(Foto: Thomas Steiner / Wikipedia / CC BY-SA 2.5)

Bis wir davon wirklich etwas merken, vergehen allerdings noch ein paar Wochen. Bis Heiligabend sind es nur wenige Sekunden, die sich das Tageslicht zurückerobert. Danach sind immerhin schon Minutenunterschiede messbar, in kleinen Schritten geht es voran. Mitte Januar dann ist es allmählich spürbar, dass die Sonne nach und nach wieder höher am Horizont steht.

"Winterschlaf" dauert an

Wem der Lichtmangel in den vergangenen Wochen aufs Gemüt geschlagen ist, der muss sich allerdings noch ein wenig gedulden, bis sich die Stimmung wieder aufhellt. Auch im Januar und Februar noch schüttet der Körper verstärkt Melatonin aus, das Nachthormon, das den Organismus dazu bewegt, von Arbeit auf Ruhe umzustellen. Die Zeichen stehen auf "Winterschlaf". Müdigkeit und Trägheit machen sich weiterhin breit. Dagegen helfen am besten ausgedehnte Spaziergänge bei Tageslicht - sofern diesen nicht der Arbeitsalltag im Weg steht.

Bei den Kelten übrigens war die Wintersonnenwende das Fest der sogenannten Mutternacht. In dieser Nacht kam das Sonnenkind zur Welt. Licht und Leben kehrten zurück. Auch andere Kulturen feierten die Wiedergeburt der Natur an diesem Tag. Immergrüne Zweige und Bäume wurden dabei zum Symbol für Gesundheit, Lebenskraft und den nahenden Frühling. Als der Julianische Kalender eingeführt wurde, lag die Wintersonnenwende auf dem 25. Dezember – ein guter Tag für die Geburt Jesu, entschieden die Christen. Denn so war es möglich, den Übergang vom heidnischen Brauchtum zum christlichen Glauben zu erleichtern. Bei den gewohnten, ausgelassenen Feierlichkeiten konnte es bleiben. Nur der Anlass war nun ein anderer. Ob Wintersonnenwende oder Weihnacht: Es ist Zeit für ein frohes Fest.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema