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Trotz kalter Nächte Zecken lauern schon wieder

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Zecken gelten als echte Überlebenskünstler. Ihnen ist jeder recht, Hauptsache sie können Blut trinken.

(Foto: picture alliance / dpa)

Zecken gelten als echte Überlebenskünstler. Auch wenn sie bis zu zwei Jahre ohne Nahrung auskommen, sind sie, sobald die Temperaturen ins den Plusbereich klettern, auf der Suche nach Opfern. Also aufgepasst!

Trotz der teils immer noch kalten Nächte sind die Zecken längst aktiv. "Wenn die Temperaturen auf über acht Grad Celsius steigen, werden die Zecken mobil und gehen auf Wirtssuche", sagte Christine Klaus vom Institut für bakterielle Infektionen und Zoonosen in Jena. Am häufigsten seien sie in der Mittagszeit, vor allem an sonnigen und windstillen Plätzen auf Wiesen, an Waldrainen und auch im noch sehr lichten Laubwald anzutreffen.

Zecken lieben feuchtwarmes Klima. Der Wald bietet Klaus zufolge derzeit genügend Feuchtigkeit für die Tiere. Regnet es dagegen viel und ist es sehr windig, gehe der Zeckenbefall zurück.

Absuchen und Impfschutz auffrischen

Die Zecken-Expertin rät, nach einem Spaziergang in der Natur die Kleidung und den Körper gründlich nach Zecken abzusuchen. Zudem sei jetzt auch ein guter Zeitpunkt, um den aktuellen Impfschutz gegen die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine virusbedingte Hirnhaut- oder Gehirnentzündung, zu überprüfen und notfalls aufzufrischen.

In der Regel halten die achtbeinigen Blutsauger von November bis Ende Februar Winterruhe. Allerdings beobachten Experten seit geraumer Zeit, dass sie wegen des Klimawandels und milder Winter ihre Aktivitäten ausweiten.

Zecken leben auch in Gärten

Zecken lauern nicht nur in Wäldern und auf Wiesen auf Wirte. Auch Gärten sind Zeckengebiet, selbst wenn diese mehrere hundert Meter vom Wald entfernt liegen, wie eine frühere Studie der Universität Hohenheim ergab.

Derzeit gelten laut Robert-Koch-Institut (RKI) 146 Kreise in Deutschland als FSME-Risikogebiete. Dazu zählen fast ganz Bayern und Baden-Württemberg, wo es auch die meisten Krankheitsfälle gibt. Auch Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, des Saarlands und Sachsens sind betroffen. Menschen, die in FSME-Risikogebieten wohnen und arbeiten oder dort Urlaub machen, empfehlen die Fachleute eine Impfung.

Durch einen Zeckenbiss kann auch Borreliose übertragen werden. Eine wirksame Impfung dagegen gibt es bisher nicht.

Quelle: n-tv.de, jaz/AFP

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