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Müdigkeit und schlechte Stimmung Zeitumstellung - überflüssig und unbeliebt

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Zwei Mal im Jahr wird an der Uhr gedreht - Lust darauf haben die wenigsten.

(Foto: dpa)

Es ist wieder so weit: Die Normalzeit steht vor der Tür. In der Nacht werden die Uhren umgestellt. Für die meisten Deutschen eine Tätigkeit, auf die sie gerne verzichten würden. Und immer mehr glauben, dass eine Abschaffung der Umstellung möglich ist.

In der Nacht zum Sonntag endet die Sommerzeit: Um drei Uhr morgens werden die Uhren um eine Stunde auf die mitteleuropäische Zeit (MEZ) zurückgestellt. Dass der Sonntag so eine Stunde länger ist, dürfte die meisten Menschen zwar keineswegs stören. Dennoch ist die Umstellung auf Sommerzeit im Frühjahr und auf Normalzeit im Herbst unbeliebt. Denn viele Menschen leiden gesundheitlich unter der Zeitumstellung, weshalb seit Einführung der Sommerzeit 1980 auch regelmäßig über ihre Abschaffung diskutiert wird.

Nur noch einer von vier Deutschen (23 Prozent) hält laut einer aktuellen Forsa-Umfrage für die Krankenkasse DAK Gesundheit den turnusmäßigen Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit für sinnvoll, drei von vier Bundesbürgern tun das nicht. Erstmals hält es demnach mit 51 Prozent auch eine Mehrheit der Deutschen für realistisch, dass die ungeliebte Zeitumstellung abgeschafft werden könnte. Im Vorjahr waren es 47 Prozent.

Immerhin 24 Prozent der mehr als 1000 Teilnehmer der repräsentativen Befragung gaben an, dass sie wegen der Zeitumstellung schon einmal unter körperlichen oder psychischen Problemen litten - vor allem unter Müdigkeit, schlechtem Schlaf, Reizbarkeit oder Konzentrationsstörungen. 13 Prozent wollten sogar eine depressive Verstimmung wahrgenommen haben. Ein Fünftel kam anschließend schon einmal zu spät zur Arbeit.

Kritiker der Zeitumstellungen führen außerdem ins Feld, dass die Umstellung ihren ursprünglichen Zweck nicht erfüllt. Eigentlich sollte das Vorstellen der Uhr im Frühjahr zum Energiesparen in der hellen Jahreszeit beitragen. Die Überlegung: Wenn sich der Tag um eine Stunde nach vorn "verschiebt", wird weniger Beleuchtung und damit weniger Strom verbraucht. Nach Ansicht von Kritikern sind dadurch entstehende Energiespareffekte aber kaum nachweisbar.

Umstellung längst Routine

Ab Sonntag jedenfalls wird es nun morgens wieder früher hell und dafür nachmittags eher dunkel. Technisch ist die Zeitumstellung unproblematisch. Taktgeber für die Zeit sind in Deutschland die Atomuhren der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Über Sender werden die Signale übertragen, durch die sich die Funkuhren automatisch an die Zeitumstellung anpassen. Die PTB ist durch das Zeitgesetz von 1978 damit beauftragt, die für den "amtlichen und geschäftlichen Verkehr" in Deutschland maßgebende Uhrzeit anzugeben und zu verbreiten.

Auch für die Deutsche Bahn (DB) ist die Zeitumstellung längst Routine. Die DB-Nachtzüge halten in der Nacht zum Sonntag an einem Bahnhof entlang der Reisestrecke. Damit beugt die Bahn der ungewöhnlichen Situation vor, dass ihre Züge zu früh ankommen könnten - und das gleich um eine ganze Stunde. S-Bahnen, die in Ballungsgebieten am Wochenende bis spät in die Nacht verkehren, sind nicht betroffen und fahren ohne Unterbrechung.

Übrigens war die Bundesrepublik - neben Dänemark - 1980 das letzte Land der damaligen Europäischen Gemeinschaft (EG), das sich der in Italien und Frankreich schon seit 1966 und 1967 geltenden Zeitumstellung anpasste. Ab Sonntag gilt also nun in Deutschland wieder die Normalzeit - und zwar bis zum 26. März 2017. Dann werden die Uhren wieder um eine Stunde auf die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) vorgestellt.

Quelle: ntv.de, fma/AFP