Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 352 Ebola: Ansteckung in der U-Bahn möglich?

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In überfüllten Waggons kommt man anderen Menschen näher als einem lieb ist. Was bedeutet das für die Ebola-Ansteckungsgefahr?

Ich war in letzter Zeit öfter in völlig überfüllten U-Bahnen unterwegs. Wenn ich dann nebenbei von Ebola hörte, schoss mir immer wieder eine Frage durch den Kopf: Besteht die Gefahr, dass man sich in der Bahn mit Ebola ansteckt? (fragt Simone K., zurzeit Paris)

Das Robert-Koch-Institut in Berlin, kurz RKI, sieht kein Risiko, sich in der U-Bahn oder in anderen öffentlichen Verkehrsmitteln mit Ebola zu infizieren. "Bisher", sagt RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher auf unsere Leserfrage, "sind keinerlei Ebola-Infektionen über diesen Weg bekannt."

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Ebola erheblich weniger ansteckend ist als eine Grippe. Denn anders als Grippe-Viren sind Ebola-Viren nicht auf dem Luftweg übertragbar. Man kann die Erreger also nicht einatmen. Bislang weiß man von keinem Fall, bei dem es auf diese Weise zu einer Infektion gekommen wäre. "Die Übertragung von Ebola-Viren erfolgt über direkten körperlichen Kontakt zu Ebolafieber-Patienten oder -Verstorbenen", betont Glasmacher, "insbesondere durch direkten Kontakt mit deren Körperflüssigkeiten, also mit Blut, Speichel, Schweiß, Urin, Stuhl oder Erbrochenem."

Auf trockenen Flächen überlebt das Virus nicht

Grundsätzlich muss man wissen: Ein mit Ebola infizierter Mensch ist nicht ansteckend, solange er keine Symptome zeigt. "Menschen mit Ebola-Symptomen", gibt Glasmacher zu bedenken, "sind zudem meist so krank, dass sie nicht mehr mobil sind." Dass sie sich noch zur U-Bahn schleppen, ist also ein recht unrealistisches Szenario. Doch nehmen wir an, ein an Ebola erkrankter Mensch würde ausgerechnet auf der U-Bahn-Fahrt Fieber entwickeln. Dann würde er schwitzen. Und mit schweißnasser Hand würde er sich, spinnen wir das Szenario weiter, festhalten. Kurze Zeit später hält sich ein anderer Fahrgast an derselben Stelle fest. Was dann?

In Schweiß, so die Weltgesundheitsorganisation WHO, konnte das Ebola-Virus bislang nicht nachgewiesen werden. Und ist eine Oberfläche erstmal getrocknet, kann das Ebola-Virus nicht mehr lange überleben. Das schreibt das "Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten" (ECDC) auf seiner Webseite. Der normale Umgang mit Geld oder auch Lebensmitteln gilt daher als unbedenklich. Selbst beim Schwimmen im Pool kann man sich offenbar nicht anstecken.

Schon Seife, Bleichmittel, Sonne, hohe Temperaturen oder Trockenheit machen Ebola-Viren dem ECDC zufolge auf Oberflächen den Garaus. In der Kleidung allerdings können die Erreger, wenn sie etwa durch Blut, Erbrochenes oder Urin darauf gelangen, eine Weile überleben. Laut ECDC ist dann eine Maschinenwäsche nötig, um die Viren zu zerstören.

Prinzipiell ist eine Übertragung des Ebola-Virus also auch über Gegenstände möglich, wenn diese mit infektiösen Flüssigkeiten in Kontakt gekommen sind. RKI-Sprecherin Glasmacher weist insbesondere auf Nadeln und Operationsbesteck hin sowie auf Bettwäsche. "Das betrifft aber in erster Linie Krankenhäuser, in denen Erkrankte behandelt werden", sagt sie.
Auf U-Bahn-Fahrten also muss man sich über solche Gefahren keine Gedanken machen.

Quelle: n-tv.de

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